Die Welt braucht nicht weniger, sondern mehr Sozialdemokratie

Hans-Peter Storz, stellvertretender Vorsitzender SPD-Singen und Gemeinderat, Andres Bächtold, ehem. Präsident SP Stadt SH, Walafried Schrott, SPD-Gemeinderat, Regina Brütsch, SPD-Gemeinderätin und Fraktionschefin sowie Andreas Stoch, Mitglied des Landtages und Landesvorsitzender SPD Baden-Württemberg

Ich danke der SPD Singen ganz herzlich für die freundliche Einladung zur Jubiläumsfeier, der ich wieder sehr gerne nachgekommen bin, verbindet uns in Schaffhausen doch seit vielen Jahren eine echte und langjährige Freundschaft mit den Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Singen.
Diese Verbundenheit im Geiste hängt ja stark zusammen mit der internationalen Solidarität als wichtiger DNA unseres sozialdemokratischen Selbstverständnisses.
Auch im Namen der Schaffhauser Sozialdemokraten, die 2004 ihr 100 Jahre Jubiläum feiern konnten, gratuliere ich der SPD Singen nochmals ganz herzlich zum 125. Geburtstag und überbringe ihr die besten Wünsche für die Zukunft.
Es freut mich sehr, dass mich heute eine prominente Delegation aus SH begleitet: An deren Spitze steht unser ehemaliger Präsident der Stadtpartei Andres Bächtold, die die leider verhinderte Monika Lacher, die aktuelle Präsidentin der Stadtpartei vertritt. Er wird dann noch ein Geschenk überreichen.
Ich durfte ja schon zum Auftakt Eures Jubiläumsjahrs eine Rede halten, darum halte ich mich heute kurz.
Seit dem Jubiläumsauftakt vom 14. Januar 2019 ist wieder einiges passiert, und zwar dies wie jenseits der Grenze:
Die Basis der SPD hat mit Walter Borjans und Saskia Esken ein neues Führungsduo gewählt, das mit hohen Erwartungen und grossen Herausforderungen konfrontiert ist. Denn der Zustand der deutschen Sozialdemokratie hat einen Impact auf die sozialdemokratische Familie in ganz Europa. Auch deshalb drücken wir natürlich ganz fest die Daumen, dass das neue Führungsduo der SPD den Turnaround schaffen wird.
Auch wir in der Schweiz brauchen mediengewandte, glaubwürdige Schwergewichte an der Parteispitze.
Ein solches Schwergewicht hatten wir mit dem freiburger Ständerat Christian Levrat, der nun nach 12 Jahren im Frühling zurücktreten wird.
Das hat auch mit dem nicht zufriedenstellenden Wahlergebnis der SP Schweiz bei den nationalen Wahlen vom Oktober letzten Jahres.
Die grüne Welle hat uns schweizweit 2 Prozente Wähleranteil gekostet hat und dies, obwohl die SP gemäss Auswertung des WWF mit die erfolgreichsten und besten Umweltpolitiker im Bundeshaus gestellt hat.
Das wurde von den Stimmberechtigten aber offenbar zu wenig wahrgenommen, denn es profitierten in erster Linie Parteien, die das Wort grün im Namen haben.
Wir bleiben aber immerhin hinter der SVP die Nummer 2. Und im Kanton Schaffhausen haben wir unseren Nationalratssitz mit Martina Munz souverän verteidigt.
Auf nationaler Ebene soll nun auch bei uns ein gemischtes Doppel die Führung übernehmen. Bisher sind erst zwei junge, dezidierte Vertreter eines linken Kurses in den Startlöchern.
Überall in Europa stellt sich die Frage, ob und wie sich die Sozialdemokratie aufgrund der politischen Umwälzungen neu orientieren muss. Welcher Kurs erscheint der erfolgversprechendste? Wie können wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten das Vertrauen der Menschen wieder gewinnen?
Zumindest der Glaube daran, dass Freihandel, Marktliberalisierung und Globalisierung automatisch zur Durchsetzung des demokratisch-liberalen Modells der sozialen Marktwirtschaft führen würde, hat sich als Irrglaube erwiesen, dem auch wir zum Teil aufgesessen sind.
Die von neoliberaler Glaubensdoktrin geprägten weltweiten Entwicklungen haben Verlierer produziert, auch bei uns.
Freihandel und Strukturwandel, begleitet von Migrationsproblemen, führten zu sozialem Abstieg, zu Identitätsverlust und Zukunftsängsten.
Die Entfremdung gegenüber Regierungen und globalisierten Eliten und die damit zusammenhängende Hinwendung zu populistischem Nationalismus trifft auch die Sozialdemokratie als Teil eines Systems, das sie mitgetragen hat und dem sie zum Teil sehr erfolgreich ihren Stempel aufgetragen hat.
In Anbetracht der heutigen Situation in Europa und der Welt ist die Schlussfolgerung eigentlich klar: Die Welt braucht nicht weniger, sondern mehr Sozialdemokratie, mehr Gerechtigkeit, mehr Solidarität, mehr sozialen Ausgleich.
Deshalb scheint mir wichtig, dass wir aufgrund der aktuellen Klimadebatte, die wir natürlich mitprägen müssen, nicht vergessen, weiterhin unseren sozialpolitischen Kernthemen im Fokus behalten:
Löhne, Renten, Arbeitsplätze, Wohnen, berufliche Ausbildung und Gesundheit. Das sind Themen, für die uns die Bevölkerung Kompetenzen zuschreibt und da müssen wir Lösungen entwickeln und die Menschen dafür gewinnen.
Und wir brauchen dazu natürlich gutes Personal, Menschen, die bereit sind, sich im Geiste unserer Werte einzusetzen.
Die SPD Singen hat solche Exponenten, das hat sich ja auch im Ergebnis der Kommunalwahl manifestiert, das klar besser war als dasjenige der Europawahl.
Es gibt hoffnungsvolle Vorbilder: So ist die SP bei uns in den grossen Städten seit Jahrzehnten politisch erfolgreich und dominant, auch weil sie sich dort glaubwürdig um Kitas, gemeinnützigen Wohnraum, den öffentlichen Verkehr, also um die Lebensqualität in den Quartieren kümmert, alles sehr praktische, lebensweltliche Themen, welche die Menschen beschäftigen.
Wir müssen dranbleiben und zugunsten der Menschen und der Natur mit Herzblut und langem Atem weiter für eine gerechtere, sozialere und solidarischere Welt kämpfen. Es lohnt sich und ich bin sicher, dass wir auch wieder zusammen politische Erfolge feiern werden. Ich hoffe natürlich, dass das schon diesen Herbst bei den Gesamterneuerungswahlen bei uns in Schaffhausen sein wird.
Hierzu wünsche ich uns allen die nötige Kraft und Energie und den Genossinnen und Genossen der SPD Singen die nötige Motivation und Überzeugungskraft für die nächsten 125 Jahre.
 

Städtepartnerschaft mit Varazdin unterzeichnet

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Cehok, lieber Ivan
Geschätzt Excellenzen und Würdenträger aus Varazdin und ganz Kroatien

Im Namen des Stadtrats von Schaffhausen danke ich Ihnen ganz herzlich für die freundliche Einladung und Ihre wunderbare Gastfreundschaft, die wir hier bei Ihnen geniessen dürfen. Wir überbringen Ihnen allen die besten Grüsse und Wünsche der Stadt Schaffhausen.
Wir sind heute hier, um im Geiste echter Völkerverständigung feierlich den Beginn einer Städtepartnerschaft zwischen unseren Städten Schaffhausen und Varazdin zu besiegeln.
Dabei soll es um die Förderung des kulturellen und sozialen Austausches gehen, um den Einwohnerinnen und Einwohnern unserer beiden Städte zu ermöglichen, einander besser kennen zu lernen.
Im Zentrum steht dabei die Achtung voreinander und die Toleranz, ganz im Sinne des Schriftstellers Daniel Defoe, der einmal gesagt hat:
«Freundschaft fließt aus vielen Quellen, am reinsten aus dem Respekt».

Wie ist es überhaupt zu diesem Auftakt zu einer Städtefreundschaft gekommen?
Am Anfang stand die Initiative von Slobodan Mikac, dem kroatischen Generalkonsul in Zürich – sozusagen ein Sohn Ihrer Stadt. Er hat im letzten Jahr den Kontakt mit mir gesucht.
In Anbetracht der anstehenden Präsidentschaft Kroatiens in der EU und der Kohäsionsmilliarde der Schweiz an die neuen EU-Länder, von der auch Kroatien profitiert, sollten auch freundschaftliche Bande und Kontakte zum Nicht-EU-Land Schweiz geknüpft werden. Diesem Ziel diente auch der Besuch unseres Bundespräsidenten Ueli Maurer von letzter Woche in Kroatien.
Vom 22. bis 24. Juni besuchte eine offizielle Delegation Ihrer Stadt mit dem stellvertretende Bürgermeister Zlatan Avar an der Spitze Schaffhausen.
Die Schaffhauser Bevölkerung kam in den Genuss eines Gratiskonzerts des Kammerorchesters Varazdin in der Stadtkirche St. Johann.
Schliesslich unterzeichneten die Vertreter beider Städte am 24. Juni 2019 im Stadtratssaal feierlich eine Urkunde in Erinnerung an dieses erste gemeinsame Treffen.
Unterdessen konnte ich zusammen meiner Frau vom 30.09. auf den 01.10. dieses Jahres Ihre Gastfreundschaft geniessen.
Der Besuch der beiden letzten Konzerte der 49. Barockabende von Varazdin, der offizielle Empfang bei Bürgermeister Cehok, an dem auch eine Vertretung der Schweizer Botschaft in Zagreb teilnahm, waren Highlights, die uns in bester Erinnerung geblieben sind. Dabei waren wir uns einig, dass weiterhin Kontakte zwischen den beiden Städten stattfinden sollen. 
Nun, sozusagen im Gegenzug zum Besuch vom 24.06.2019, hat uns die Stadt Varazdin zu ihrem Festtag, dem Tag des heiligen Nikolaus, eingeladen, bei dem ein Bekenntnis zu freundschaftlichen Beziehungen der beiden Städte unterzeichnet werden sollte.
Wir sind natürlich sehr gerne gekommen und wenn ich von wir spreche, dann meine ich meine beiden Stadtratskolllegen Raphael Rohner, der zuständige Stadtrat für Bildung, Kultur und Sport sowie Daniel Preisig, der Stadtrat für Finanzen, Einwohnerdienste und öffentlichen Verkehr.
Es begleiten uns der stellvertretende Stadtschreiber Marijo Caleta, übrigens ein gebürtiger Kroate sowie unser Kulturchef und Direktor unseres Stadttheaters Jens Lampater.
Mitgebracht haben wir eine berühmte Schweizer Geigerin mit Ihrem Ensemble, die gebürtige Schaffhauserin Helena Winkelmann mit der Camerata variabile.
Sie hat 2016 den Kulturpreis der Stadt Schaffhausen erhalten und wir sind überzeugt, dass Ihr Auftritt hier in Varazdin auch begeistern wird.

Passen denn Schaffhausen und Varazdin zusammen, werden Sie sich fragen.
Ich bin überzeugt, dass das sogar in besonderem Masse passt.
Es gibt viele Gemeinsamkeiten die uns verbinden:
Beide Städte befinden sich an der Nordgrenze ihres Landes, nahe bei grossen wirtschaftlichen Zentren.
Beide Städte haben eine herrliche Altstadt und liegen an einem Fluss, welcher ihre Stadtentwicklung massgeblich geprägt hat.
In beiden Städten wird Kultur und Sport grossgeschrieben.
Beide Städte sind regionale Zentren, erfüllen also wichtige Zentrumsfunktionen für das Umland und in beiden leben etwa gleich viele Menschen.
Beide Städte sind bekannt für ihre überregionalen Sommerfestivals und beide organisieren seit vielen Jahren ein internationales Barockfestival.
Und zu guter Letzt: Während in Varazdin die deutsche Sprache noch eine wichtige Rolle spielt, leben in Schaffhausen viele gebürtige Kroatinnen und Kroaten, die sich bestens integriert haben und unsere Gesellschaft kulturell und sozial bereichern.
Und auch unsere bisherigen Kontakte zeigen, dass wir uns bestens verstehen.
Deshalb sind wir zuversichtlich, dass unsere Städtefreundschaft ihre Ziele erreichen wird, ganz im Sinne von Willhelm von Humbold, einem preussischen Gelehrten und Staatsmann, der einmal sagte:
«Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben».
Wir versichern Ihnen unsere Verbundenheit und freuen uns auf eine Partnerschaft, die hoffentlich lange währt und gelebt wird.

Von den versteckten Kindern

Die Autorin Nicoletta Bortolotti mit ihrem Buch „Chiamami sottovoce“.

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Anna-Maria CiminiSehr geehrte Damen und Herren, cari amici della lingua italiana

Ich danke Anna-Maria Cimini ganz herzlich für die Einladung zur heutigen Buchvernissage und freue mich sehr, Ihnen das Grusswort des Schaffhauser Stadtrates überbringen zu dürfen. Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich Sie kurz nach 18.00 Uhr wieder verlassen muss, denn ich habe noch einen weiteren Auftritt heute Abend, den ich vor dieser Buchvernissage zugesagt hatte. Mir war es aber wichtig, heute auch bei Ihnen zu sein. Warum?

Das Thema des heutigen Abends ist ja eigentlich kein fröhliches.
In den 60er- und 70er-Jahren, als die grosse Migrationswelle aus Italien und Spanien die Schweiz erreichte, erhielten die Gastarbeiter jeweils eine Aufenthaltsbewilligung als Saisonniers. Auch wenn ich damals noch ein Kinder resp. Jugendlicher war, kann ich mich noch gut erinnern, weil sich mein Vater als Gewerkschaftssekretär in den 60-er Jahren für die Anliegen und Interessen der Saisoniers eingesetzt und als Politiker für die Abschaffung des unrühmlichen Statuts gekämpft hat.
Diese Bewilligung war in einem Zeitraum von 9 Monaten gültig.
Während den Wintermonaten mussten die Männer wieder in ihre Heimat zurückkehren.
Es war ihnen gesetzlich verwehrt, die eigene Familie mit in die Schweiz zu nehmen.
Der «Familiennachzug» wurde erst später eingeführt.
Wenn dann auch die Frau eine Stelle in der Schweiz finden konnte, blieben die Kinder oft zurück bei der Nonna im Heimatland oder aber sie kamen mit in die Schweiz und mussten zu Hause versteckt werden.
Es wird davon ausgegangen, dass damals 10’000 – 15’000 Kinder als sogenannte «versteckte Kinder» in der Schweiz aufwachsen mussten.
Und somit gibt es auch 10‘000 – 15‘000 zum Teil erschütternde Schicksale und Geschichten, die erzählt werden könnten.

Ich erachte es als sehr wichtig, dass solche Geschichten erzählt werden, damit die Schicksale dieser Kinder und Familien nicht in Vergessenheit geraten, auch im Hinblick auf unseren heutigen und künftigen Umgang mit Migranten. Wir haben hier eine humanitäre Verantwortung, die gerade in Zeiten des politischen Erstarkens von nationalistischen und rassistischen Bewegungen – auch in Europa – besonders wichtig ist.
Marina Frigerio war eine der ersten Schriftstellerinnen, die das Thema aufgegriffen hat.
Sie wird heute Abend mit Nicoletta Bortolotti, der Autorin des Buches «Chiamami sottovoce» das Gespräch führen.
Im Buch wird die Geschichte eines versteckten Jungen im Tessin erzählt.

Leider reichen meine Italienischkenntnisse nicht aus, dass ich das vorliegende Buch lesen könnte.
Auch deshalb wünsche ich mir, dass das Buch ein Erfolg wird und ich dann bald die deutsche Übersetzung in den Händen halten kann.

Bevor ich das Wort weiter an Marina Frigerio gebe möchte ich Sie alle noch darauf hinweisen, dass unsere Stadtbibliothek auch eine italienische Bibliothek ist:

Wir haben in der Freihandbibliothek Agnesenschütte eine feine kleine und aktuelle Belletristik-Selektion auf italienisch, derzeit  etwa 150 Romane. Und dazu, ganz wichtig, etwa 100 Kinder- und Jugendbücher.
Insgesamt befinden sich im Fundus unserer Bibliothek gegen 1’500 italienische Bücher. Das älteste davon eine Commedia von Dante, entstanden 1529 in Venedig. Unser Bereichsleiter Bibliotheken hat keinen Aufwand gescheut und einen kleinen Teil dieses italienischen Fundus im Eingangsbereich der Bibliothek für Sie ausgestellt.

Nun wünsche ich Ihnen einen spannenden Abend und übergebe gerne an Marina Frigerio.

Langläufer leben länger!

Regierungsrat Christian Amsler und Stadtpräsident Peter Neukomm überbringen der Langlaufwandergruppe SH die Gratulationen von Kanton und Stadt zum 50 Jahre Jubiläum
Regierungsrat Christian Amsler und Stadtpräsident Peter Neukomm überbringen der Langlaufwandergruppe SH die Gratulationen von Kanton und Stadt zum 50 Jahre Jubiläum (Foto: SN/Reinhard Stanke)

Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Markus, sehr geehrter Herr Regierungsrat, lieber Christian, liebe Sportlerinnen und Sportler, verehrte Gäste

Ihr Präsident Markus Brütsch, den ich persönlich ausserordentlich schätze, hat mich bereits vor Monaten angefragt, ob ich als «sportbegeisterter Stadtpräsident» am heutigen Jubiläumsanlass ein paar Worte an Sie richten würde.
Natürlich mache ich das sehr gerne und überbringe der LWS die besten Wünsche des Stadtrats zum tollen Jubiläum.
Es freut mich als Präsident einer Stadt, in der Sport grossgeschrieben wird, wenn möglichst viele Einwohnerinnen und Einwohner Freude daran haben, sich in der Natur fit zu halten. Und wir haben ja bei uns – gerade auch in der Stadt – eine grossartige Natur und Lebensqualität – übrigens unser wichtigster Trumpf im Standortwettbewerb.
Auch die LWS trägt als Verein zu den Qualitäten unserer Stadt und Region als Wohn- und Wirtschaftsstandort bei. Mit ihrer polysportiven Vereinstätigkeit leistet sie einerseits einen wichtigen Beitrag zur Volksgesundheit.
Sofern es im Winter auf dem Randen Schnee gibt, sorgt sie dank ihren freiwilligen Helferinnen und Helfern und einem modernen Maschinenpark dafür, dass es direkt vor unserer Haustüre möglich ist, dem Langlaufsport zu frönen. An diese wertvolle Arbeit, leistet die Stadt jährlich einen kleinen Beitrag.
Und mit ihren sportlichen Anlässen schafft die LWS – nicht nur für Langläuferinnen und Langläufer – attraktive Gelegenheiten, sich im Sport zu messen.
Darüber hinaus leistet die LWS auch gesellschaftlich wertvolle Arbeit:
Aus dem Vorwort von Hansjörg Wahrenberger und dem Interview mit Gründungs- und Ehrenmitglied Otto Wetter in der Jubiläumsausgabe der «schmalen Post» kommt klar zum Ausdruck, dass den Vereinsverantwortlichen der kameradschaftliche Zusammenhalt und die Geselligkeit sehr wichtig sind. Damit bietet die LWS ihren sport- und naturbegeisterten Mitgliedern seit 50 Jahren ein wichtiges Gefäss für den zwischenmenschlichen Austausch. Eine Leistung, die nicht selbstverständlich ist, gerade in der heutigen Zeit. Das verdient die Wertschätzung der politischen Behörden und wird durch einen Vers von Ringelnatz auf den Punkt gebracht, der heisst: «Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine, kürzt die öde Zeit, und er schützt uns durch Vereine, vor der Einsamkeit».
Vor 50 Jahren wurde die Langlaufgruppe Schaffhausen, die LWS, von ein paar angefressenen Langläufern ins Leben gerufen und seit 50 Jahren ist die LWS eine Erfolgsgeschichte für Jung und Alt, für Freizeit- und Spitzensportler.
Und wenn ich sehe, wer sich alles im und für den LWS eingesetzt hat und heute einsetzt, müssen wir keine Angst um die Zukunft des Vereins haben.
Da werden wohl vorher die Folgen des Klimawandels den Langlaufsport in unseren Breitengraden grundsätzlich in Frage stellen…
Weil ich den Auftrag Ihres Präsidenten, ein kurzes Grusswort an Sie zu richten, ernst nehme, schliesse ich hier meine Ausführungen, ohne nicht noch einmal der LWS im Namen der Stadt ganz herzlich zum Jubiläum zu gratulieren.
Zu Gratulieren gilt es vor allem den früheren und den aktiven Funktionären, den Menschen, die seit 50 Jahren Verantwortung übernommen haben und übernehmen, indem sie sich in Fronarbeit, aber mit viel Herzblut für andere Menschen einsetzen. Sie sind das wichtigste Kapital des Vereins. Ihnen muss man Sorge tragen. Sie verdienen unseren Respekt und unsere Anerkennung.
Liebe LWSler und LWSlerinnen
Ich wünsche dem Langlaufsport in Schaffhausen und uns allen für die kommenden Jahre Winter mit viel Schnee auf dem Randen und der LWS von Herzen weiterhin viel Erfolg, der sich in zahlreichen motivierten Sportlerinnen und Sportler und in vielen Vereinsmitgliedern manifestiert.
Gerne stosse ich nun mit Ihnen auf die vergangenen und die kommenden 50 Jahre LWS an, ganz nach dem Motto: «Langläufer leben länger».

Christoph Fröhlich: Rücktritt als Co-Präsident der Bachgesellschaft

Es freut mich, im Namen der Stadt, die ich zusammen mit Kulturreferent Raphael Rohner und Kulturchef Jens Lampater im Vorstand der IBG vertreten darf, unseren scheidenden Co-Präsidenten Christoph Fröhlich zu würdigen.

Lieber Christoph,
ich weiss, dass Du bescheiden bist und möglichst kein Aufheben um Deinen Abschied willst. Aber, da musst Du nun durch, denn Du hast es mehr als verdient, dass wir kurz innehalten und auf Dein erfolgreiches Wirken für die IBG zurückblicken. 

Christoph wurde 2006 in den Vorstand gewählt und übernahm 2009 als Nachfolger von Pfarrer Georg Stamm das Amt des Sekretärs.
Dieses versah er pflichtbewusst und zur vollsten Zufriedenheit der Gesellschaft, womit er sich für höhere Weihen empfohlen hatte.

Bevor es aber soweit war, erschütterten die IBG stürmische Zeiten.
Thomas Schacher betitelt das in einem Artikel der Schweizer Musikzeitung vom 04.07.2014 mit «Kräftemessen beim Bachfest in Schaffhausen» mit «der Krise 2012».
Wegen heftigen Meinungsdifferenzen über die künftige Rolle der IBG und der Stadt bei den Bachfesten hat 2012 der vom scheidenden Präsidenten Prof. Dr. Hans-Joachim Hinrichsen als Nachfolger vorgesehene Vizepräsident des Vorstandes, der Musikologe Dominik Sackmann das Handtuch geworfen.
Es kam zu einer Interimsleitung von Andreas Hejeck und Peter Liebmann. 2013 wurde Christoph Fröhlich zum Nachfolger von Andreas Hejeck als Co-Präsident gewählt und Andreas Borer, der als erfolgreicher Mediator zur Lösung der erwähnten Konflikte eingesetzt worden war, rückte für Peter Liebmann ins Co-Präsidium nach.

Das Duo Fröhlich/Borer war ein echter Glücksfall für die IBG. Die beiden ergänzten sich hervorragend und führten die IBG in ein ruhigeres, sehr erfolgreiches Fahrwasser.
Zusammen mit der Programmkommission und Jens Lampater waren sie auch mit dafür verantwortlich, dass in den Jahren 2014, 16 und 18 drei tolle Bachfeste mit denkwürdigen Konzerten stattfanden.

Ich habe in den letzten 4 Jahren die umsichtige und erfolgreiche Leitung von Christoph im Vorstand der IBG selber miterlebt.
Zusammen mit Andreas Borer gelang es ihm, den Vorstand mit klaren Aufgaben und Zuständigkeiten professioneller zu strukturieren und mit einer geschickten Rekrutierung zu verjüngen.
Die personelle Basis konnte mit fachkundigen Leuten verbreitert werden, die einen persönlichen Bezug zu unserer wunderbaren Stadt haben. Dasselbe gilt für die Programmkommission, deren heutigen Mitglieder näher an der Praxis sind und weniger im akademischen Elfenbeinturm sitzen.
Wichtig zu erwähnen ist an dieser Stelle auch, dass Christoph Fröhlich tatkräftig mitgeholfen hat, eine hervorragende Nachfolgeregelung für sich selber aufzugleisen. Wolfram Kötter, dem ich an dieser Stelle herzlich zur Wahl gratuliere, wird das sicher super machen.
Damit hat Christoph Fröhlich wesentlich dazu beigetragen, dass die Gesellschaft auch für die weitere Zukunft gut gerüstet sein wird.

Christoph Fröhlich hat sich aber nicht nur im Leitungsgremium unseres Vereins mit Herzblut engagiert, sondern weit darüber hinaus für die IBG, das Bachfest und unsere Stadt als bedeutender Botschafter gewirkt und zwar auch über die Landesgrenzen hinweg.
So war er präsent in Dresden oder Ansbach und pflegte einen wertvollen Draht zu Rudolf Lutz und zur Bachstiftung St. Gallen. Von dieser Zusammenarbeit konnte das Bachfest ganz wesentlich profitieren.
Es sei in diesem Zusammenhang an die SH-Jubiläumskantate 2012, die Matthäus Passion von 2014, die H-Moll Messe von 2016 oder die Johannes Passion von 2018 erinnert.

Seinem Einsatz ist es mit zu verdanken, dass die IBG die Erosion der Mitgliederzahlen stoppen konnte.
Dabei spielte seine Einsicht, dass das Bachfest sich immer wieder auf die neuen Bedürfnisse des Publikums einstellen muss, eine wichtige Rolle.
Er weiss, dass es heute nicht mehr genügt, als Gralshüter ein Erbe bewahren zu wollen. Es gilt junge, moderne Strömungen und Impulse zuzulassen, gerade auch um ein jüngeres Publikum für Bach zu begeistern.
Christoph Fröhlich hat diese Anstrengungen von Jens Lampater immer mitgetragen und damit auch wichtige Experimente im Bachfest ermöglicht.

Das hat wohl auch damit zu tun, dass Christoph trotz seinem fortgeschrittenen Alter offen und neugierig geblieben ist. Das hat mir imponiert. So wagte er sich auch in ganz andere Gefilde vor wie das Stars in Town.

Lieber Christoph
Für Dein riesiges, langjähriges und erfolgreiches Engagement für die Bachgesellschaft danke ich Dir im Namen von uns allen von Herzen.
Du hast das super gemacht und wir werden Dich im Vorstand vermissen.
Wir hoffen, dass wir Dich nach Deinem Rücktritt nicht ganz aus den Augen verlieren werden und Du Schaffhausen weiterhin ein bisschen die Treue halten wirst.
Um das noch etwas zu befördern, schenken wir Dir ein Wahlabo für 2 Personen für das Stadttheater für die nächste Saison 2019/20 und hoffen, dass Du und Iris Freude daran haben werdet.

Co-Präsidium Internationale Bachgesellschaft bis 2019: Christoph Fröhlich und Andreas Bonrer Peyer