100 Jahre Spielvi – 100 Jahre Integration, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit

Rede zum 100 Jahre Jubiläum der Spielvereinigung Schaffhausen vom 02.07.2022

Ich freue mich sehr, der Spielvi zu ihrem runden Geburtstag die Glückwünsche und Grüsse der Stadt Schaffhausen überbringen zu können.
John F. Kennedy hat in Berlin einmal gesagt, «auch ich bin ein Berliner» – ich sage heute hier auf dem Bühl, «auch ich bin ein Spielvianer», denn ich weiss ja ein wenig, wovon ich rede, schliesslich hat mein Sohn fast alle Juniorenabteilungen der Spielvi durchlaufen und spielt heute noch hier auf dem Bühl. 

Der Fussballsport hat weltweit und auch in unserer Stadt eine lange Tradition. Trotz vielen Hochs und Tiefs, Auswüchsen und negativen Begleiterscheinungen, hat er auch nach so langer Zeit nichts von seiner Faszination verloren. Viele gescheite Leute haben schon versucht zu erklären, warum das so ist. Ich verzichte heute darauf und stelle einfach fest: Fussball ist doch die schönste Nebensache der Welt; sie bringt Menschen zusammen, sie verbindet und integriert, sie schafft Identifikation und trägt auch noch zur Volksgesundheit bei. Und wenn der Sport in einem so vorbildlichen Verein erlernt und gespielt wird wie der Spielvi, die sich der Integration, sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeit verschrieben hat, dann kann das für ganz viele junge Menschen zu einer wichtigen Lebensschule werden. Denn Tugenden wie Leistungsbereitschaft, Ausdauer, Fairplay und Solidarität, sind nicht nur im Fussball zentral, um als Team erfolgreich zu sein.

Aber auch wenn der Fussball in den vergangenen Jahrzehnten nichts von seiner Faszination verloren hat, genügt das alleine noch nicht, um einen Verein wie die Spielvi erfolgreich über 100 Jahre zu etablieren.  Das ist kein Selbstläufer. Die Geschichte der Spielvi zeigt, wie sich ein Verein auch immer wieder neu erfinden muss, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Dabei hilft natürlich eine DNA, ein Wertesystem, das Orientierung gibt. Für die Spielvi war und ist das Integration und soziale Verantwortung.  Die gelebte Toleranz und Integration von Menschen aus anderen Ländern, Kulturen oder Religionen war immer wichtig und zeigte sich früher vor allem am Beispiel der Familien der italienischen Gastarbeiter. Die Spielvi will nicht nur ein Fussballclub sein, sondern den Menschen eine emotionale Heimat geben, wo sie ernst genommen werden, unabhängig von ihrer geografischen oder sozialen Herkunft, ganz im Sinne des Slogans «Einmal Spielvi – immer Spielvi». Auch die Eltern der Juniorinnen und Junioren sollen Teil der Spielvi-Familie werden. Zahlreiche Veranstaltungen, bei denen die Spielvi als Organisatorin auftritt, ermöglichen dies. Dazu gehört das traditionelle Schüler-Moskitoturnier genauso wie die legendäre Spielvi-Revival Party oder der Family Day. Dazu gehört aber auch die sympathische Aktion zum Jubiläum mit den Spielvi-Coins, die sich die Teams mit Wettkämpfen, Fairplay und Sozialeinsätzen verdienen können sowie die Finanzierung eines Fussball-KIeinfelds auf dem Teerplatz im oberen Teil des Bühl.
Und damit sind wir schon beim zweiten Erfolgsfaktor des Vereins: Seine engagierten Mitglieder, die in den vergangenen 100 Jahren Grosses geleistet haben, eben nicht nur auf dem Fussballplatz, wie beim legendären Aufstieg in die Nati B in der Saison 1996/97. Für diese wertvolle Freiwilligenarbeit und den grossen Idealismus gebührt Euch allen, stellvertretend für die vielen Spielvianer der letzten 100 Jahre, ein riesen Dank der Stadt!

Als grösster Sportverein Schaffhausens mit über 650 Mitgliedern, davon 427 Juniorinnen und Junioren, mit 25 Mannschaften im Breiten- und Leistungssport trägt die Spielvi wesentlich bei zu unserer hohen Standortattraktivität. Der Stadtrat ist sich dessen bewusst. Deshalb unterstützen wir den Verein ja auch über eine günstige Zurverfügungstellung der Infrastruktur hier im Bühl oder in den städtischen Turnhallen sowie durch Jugendförderbeiträge (2022: Fr. 13’680). Darum bin ich auch heute nicht mit leeren Händen gekommen und überbringe dem Geburtstagskind ein Geschenk in Form eines Versprechens, das nächstes Jahr eingelöst wird: Der Stadtrat hat im Budget 2023 Fr. 670’000 für die Sanierung des Kunstrasens Bühl eingestellt. Das heisst, der Platz soll in der Sommerpause 2023 erneuert werden, damit auch weiterhin viele Fussballbegeisterte das ganze Jahr über bei guten Bedingungen trainieren und sich hier möglichst unfallfrei messen können. Zudem leisten wir auch einen finanziellen Beitrag an das Jubiläumsbuch.

Liebe Spielvianer
Die lange Erfolgsgeschichte der Spielvi bringt auch Verantwortung und ist eine Verpflichtung für die Zukunft. Auch in den nächsten Jahren braucht es ganz viel Herzblut und Freiwilligenarbeit, um diese tolle Story weiter zu schreiben. Dafür wünsche ich Euch viel Glück und Erfolg, viele engagierte Helferinnen und Helfer, Trainerinnen und Trainer, Spielerinnen und Spieler, Supporterinnen und Supporter sowie treue Sponsoren, welche Eure wichtige Arbeit unterstützen. Die Stadt wird der Spielvi auch in Zukunft eine verlässliche Partnerin sein.

Happy Birthday und nur das Beste für die nächsten 100 Jahre!

Willkommen in Schaffhausen dem Bundesrat auf seinem „Schuelreisli“

Begrüssungsrede auf dem Fischmarkt vom 30.06.2022

Im Namen von 37’713 Schaffhauserinnen und Schaffhauser begrüsse ich Sie ganz herzlich hier in unserer wunderbaren historischen Altstadt mit ihren 171 Erkern.
Schön, dass Sie, Herr Bundespräsident Cassis, mit Schaffhausen auch den nördlichsten Teil des Landes als Ziel für das «Schulreisli» des Bundesrats ausgewählt haben.

Die Freude über Ihren Besuch ist bei uns auch deshalb so gross, weil wir uns bei der Aussenwahrnehmung unserer tollen Region manchmal als etwas «weit weg von Bern» fühlen.
Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass Schaffhausen bislang noch nie eine Bundesrätin oder einen Bundesrat stellen konnte.
Walther Bringolf, ein legendärer Vorgänger von mir im Amt des Stadtpräsidenten, war zwar 1959 offizieller Kandidat seiner Fraktion in der Bundesversammlung, musste dann aber Hanspeter Tschudi den Vortritt lassen.  

Sehr geehrte Damen und Herren
Unsere Stadt, die 2020 ihren 975. Geburtstag hätte feiern können – leider kam Corona dazwischen – ist bereits 1501 der Eidgenossenschaft beigetreten und war im Mittelalter eine der bedeutendsten Orte des heutigen Territoriums unseres Landes.
Der Kanton, der erst im 19. Jahrhundert entstand, ist im Vergleich dazu noch fast ein Teenager.

Heute ist unsere Stadt das wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Zentrum einer ganzen Region.
Und wenn ich von Region rede, meine ich nicht nur den gesamten Kanton SH, sondern auch die angrenzenden Gebiete der Kantone ZH und TG sowie unsere deutsche Nachbarschaft.
Einerseits sind wir wichtiger Teil der Metropolitanregion Zürich, andererseits auch des internationalen Städtebunds Bodensee.

Als Grenzstadt sind für uns gute Beziehungen unseres Landes zur EU elementar, auch weil wir auf die Arbeitskräfte aus dem angrenzenden Ausland angewiesen sind.
Nicht zuletzt dieses Fachkräftepotenzial hat uns bisher geholfen, wirtschaftlich erfolgreich zu sein, was es uns als Stadt zurzeit ermöglicht, kräftig in die öffentliche Infrastruktur zu investieren.
Ein Beispiel dafür sind die Verkehrsbetriebe: Wir waren die erste Stadt der Schweiz, welche erfolgreich die Weichen für die vollständige Elektrifizierung des Ortsverkehrs gestellt hat.

Unser wichtigster Asset ist natürlich die einmalige Lebensqualität unserer Stadt zwischen Randen und Rhein, für die wir auch Einiges unternehmen. Wir waren nicht nur erste Energiestadt Europas, wir sind auch Grünstadt, Teil des regionalen Naturparks SH und auf dem besten Weg zur Smart City.

Ich komme damit schon zum Schluss meines Werbespots und nutze noch gerne die Gelegenheit Ihnen, geschätzte Mitglieder des Bundesrats, im Namen der Stadt SH ganz herzlich für Ihren wertvollen Einsatz für unser Land zu danken.

Wir wünschen Ihnen weiterhin einen spannenden resp. entspannenden, teambildenden Ausflug und hoffen, dass Sie möglichst bald wieder zu uns zurückkommen. Wir würden uns freuen und Sie werden es bestimmt nicht bereuen.

1. Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt

Begrüssung an der Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt an Richard Rickli vom 10.06.2022

Verleihung Ehrenmedaille an Richard Rickli vom 10.06.2022

Ich freue mich sehr, Sie im Namen der Stadt hier im neu sanierten städtischen Pavillon im Park zur ersten Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt Schaffhausen begrüssen zu können.

Ein besonderer Gruss geht an den Preisträger Richard Rickli und seine Gattin Elisabeth Rickli-Bachmann, an die Laudatorin, meine ehemalige Stadtratskollegin Jeanette Storrer-Moosmann sowie an Regula Bernhard an der Flöte und Maho Yamada am Klavier.
Die beiden Musikerinnen tragen, die heute zum würdevollen Rahmen des Anlasses beitragen, sind sowohl als Kammermusikerinnen wie auch Solistinnen unterwegs und mit der Region Schaffhausen verbunden. Regula Bernath hat ihre Heimat hier. Maho Yamada ist in Japan geboren und hat bis vor kurzem an der Musikschule in Schaffhausen unterrichtet. Zusammen lassen sie seit 2011 im Duo die Stimmung der Salonmusik aufleben und werden uns heute Abend im Verlauf unseres Anlasses noch mit weiteren zwei Stücken begleiten.

Im kulturellen Bereich verfügen wir als Stadt seit vielen Jahrzehnten mit dem Georg Fischer Preis der Stadt SH über ein Instrument, ausserordentliche Leistungen zu würdigen.

Mit dem Preis konnten bisher schaffhauser Künstlerinnen, Kulturvermittlerinnen, Schauspielerinnen, Musikerinnen oder Schriftstellerinnen etc. gewürdigt werden.

Über den Kulturbereich hinaus fehlten uns – im Gegensatz zu anderen Städten – bisher solche Möglichkeiten, zum Beispiel, wenn es um besondere Verdienste im gesellschaftlichen oder sozialen Bereich geht.

Und ich kann Ihnen versichern, es gibt zahlreiche Personen in unserer Stadt, die sich vorbildlich für ihre Mitmenschen engagieren.

Früher wurden solchen Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Dies ist aber nicht mehr zeitgemäss und bei Bürgerrechtsentscheiden ist vorderhand noch der Bürgerrat zuständig.

Dieses Manko, solche Mitmenschen als Vorbilder würdigen zu können, hat im Stadtrat seit Jahren immer wieder zu Diskussionen geführt.

Darum hat er am 4. Mai 2018 beschlossen, eine Auszeichnung in Form einer Ehrenmedaille für Personen zu schaffen, welche sich in besonderem Mass für die Stadt verdient gemacht haben.

Die Ehrenmedaille soll Bezug nehmen auf den Stadttaler, der im Rahmen der Feierlichkeiten zur 500jährigen Zugehörigkeit des Kantons SH zur Eidgenossenschaft nachgeprägt wurde.

Per 1. Januar 2019 wurde vom Stadtrat dazu ein Reglement in Kraft gesetzt.

In diesem wird festgelegt, dass

  • mit der Ehrenmedaille Personen gewürdigt werden, welche sich in besonderem Masse für die Stadt verdient gemacht haben
  • die Medaille in der Regel alle zwei Jahre verliehren wird
  • die Übergabe der Medaille mit Urkunde in würdigem Rahmen stattzufinden hat
  • die Auszeichnung einmalig an Personen verliehen wird, die in der Stadt geboren, aufgewachsen oder wohnhaft sind und deren herausgragendes Engagement in besondererm Masse der Stadt zugutekommt.

Der Stadtrat entscheidet auf Antrag des Stadtpräsidenten, wem die Ehrenmedaille verliehen wird.

Aufgrund der Pandemie wird die Auszeichnung dieses Jahr zum ersten Mal verliehen.

Bei der Diskussion im SR darüber, welche Person, die erste Ehrenmedaille erhalten sollte, waren wir uns schnell einig: Richard Rickli ist ein würdiger erster Preisträger.

Warum das so ist, werden Sie nach der Laudatio meiner ehemaligen Stadtratskollegin Jeanette Storrer-Mosmann, der Präsidentin der Stiftung altra bestens nachvollziehen können.

Nur so viel vorweg: Sein jahrzehntelanges, erfolgreiches Engagement von 1993 bis 2015 für die Stiftung hat mit dazu beigetragen, dass sich die altra von einer ehemaligen Eingleiderungsstätte zu einer modernen, überregional bekannten Institution im Bereich der Integration von Menschen mit einer Beeinträchtigung gewandelt hat.

Damit hat er wesentlich dazu beigetragen, dass in Schaffhausen vielen Menschen mit einer Beeinträchtigung neue Chancen eröffnet werden, an unserer Gesellschaft zu partizipieren und damit auch ein selbstbestimmteres und würdigeres Leben führen zu können.

Als Überzeugungstäter engagiert sich Richard Rickli auch nach seiner Pensionierung weiter, z.B. für die Kirche oder als Präsident des Stiftungsrats Schönbühl. Das hat den Stadtrat tief beeindruckt.

Wichtig zu erwähnen ist an dieser Stelle auch, dass seine Gattin Elisabeth Rickli-Bachmann während 15 Jahren selber in der Geschäftsleitung der altra mitgewirkt hat. Dafür gebührt auch ihr ein grosser Dank. Offenbar waren und sind die beiden bis heute ein gut eingespieltes Team.

Verleihung…

Schön, dass Sie alle heute auch dabei sind und damit auch Ihre Wertschätzung für Richard Rickli und sein Wirken zum Ausdruck bringen.

Wie heisst es doch so schön: «Tue Gutes und sprich darüber».

Bei Richard Rickli ist es doch, wie bei vielen Menschen, die sich besonders für ihre Mitmenschen engagieren: Sie machen daraus keine grosse Sache und packen an, ohne viele Worte darüber zu verlieren.

Deshalb tun wir dies heute und reden darüber, was Richard Rickli alles geleistet hat und verleihen ihm dafür die erste Ehrenmedaille der Stadt.

Zudem erhält er eine Urkunde und einen Gutschein für den Besuch in einem Naturparkrestaurant und für das Stadttheater, den er unbedingt zusammen mit seiner Gattin einlösen muss, zumal sie ja über einen längeren Zeitraum auch beruflich an seiner Seite eine wichtige Rolle gespielt hat.

40 Jahre Kindertheater Sgaramusch – 25 Jahre Nora Vonder Mühll und Stefan Colombo

Gratulationsrede im Namen der Stadt vom 01.06.2022 im Theater Bachturnhalle

Es ist für mich eine grosse Freude, heute die Gratulation der Stadt zum 40. Geburtstag des professionellen, freien Kindertheaters Sgaramusch, das seit 25 Jahren unter der Leitung von Nora Vonder Mühll und Stefan Colombo steht, zu überbringen.

Für eine solche Institution ist das fast schon ein biblisches Alter, vor allem, wenn man weiss wieviel Energie, Kreativität und Beharrlichkeit es für eine solche Erfolgsgeschichte braucht.

In dieser unglaublich langen Zeit sind über 40 Produktionen für Kinder und Erwachsene entstanden. Derzeit sind 10 Stücke im Repertoire. Und es sind ja nicht nur Theatervorstellungen, kreatives Erzähltheater, es sind auch altersgerechte Workshops oder Theaterkurse für Schulklassen, in denen sie Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich mit wichtigen Themen der Kindheit, des Erwachsenwerdens, des Lebens auseinanderzusetzen.

Nora und Stefan engagieren sich seit vielen Jahren für ein intelligentes, differenziertes und innovatives Kindertheater, das über das blosse Märli-Erzählen hinausgeht.

Es nimmt die Kinder mit ihren Sorgen und Wünschen ernst. Es traut Kindern und Erwachsenen für ihre Lebensrealität relevante Themen zu.

Und die Wichtigkeit von Theater für Kinder hat Gunhild Hamer, die Leiterin der Fachstelle Kulturvermittlung des Kantons Aargau, Präsidentin des Vereins Kulturvermittlung Schweiz und Präsidentin des Jugend Theater Fesitvals fanfaluca einmal wie folgt treffend festgehalten:

«Theater ist ein Raum, der Debatten anstösst und uns in Erinnerung ruft, dass wir in einer Gemeinschaft leben. Wir sitzen gemeinsam in einer Aufführung, lassen uns gemeinsam zum Nachdenken anregen und versuchen gemeinsam zu verstehen, was auf der Bühne passiert. Wenn wir uns mit Kultur in all ihren Ausprägungen auseinandersetzen, dann reflektieren wir auch unsere gesellschaftlichen Werte und führen eine Auseinandersetzung, die heute wichtiger ist denn je. Dafür brauchen Kinder Theater, dafür brauchen wir Theater».

Die wertvolle Arbeit von Nora und Stefan ist leider – nicht nur in Schaffhausen – zu oft unterschätzt oder nicht genügend wertgeschätzt worden. Umso grösser war unsere Freude, dass die beiden 2018 mit dem höchsten Schweizer Theaterpreis, dem Reinhard Ring ausgezeichnet worden sind. Das Bundesamt für Kultur würdigte das langjährige Engagement des Theaters Sgaramusch u.a. wie folgt:

«Die beiden künstlerischen Leiter und Schauspieler bringen anregende Stücke ohne didaktischen Zeigefinger auf die Bühne, die auch für Erwachsene sehenswert sind. Beharrlichkeit und Kontinuität zeigen sie in immer neuen Ideen und haben gleichzeitig den Mut, Stücke gegen den Mainstream zu kreieren».

Diese Beharrlichkeit und damit das wichtige Engagement des Theaters Sgaramusch unterstützen Stadt und Kanton seit Jahrzehnten über Leistungsvereinbarungen.
Zuletzt wurden die Beiträge erhöht, um den Missstand auszuräumen, dass Sgaramusch häufiger und einfacher für Kinder und Schulklassen ausserhalb des unseres Kantons zu sehen gewesen ist, als in Schaffhausen: Seit 2021 finanzieren Stadt und Kanton deshalb jährlich 15 kostenlose Vorstellungen für Schulen aus der Stadt und dem Kanton.

Mit der Schaffung der mittleren Bühne in diesem Haus durch die Stadt verfügt das Sgaramusch endlich auch über die erforderlichen professionelleren Produktions- und Aufführungsbedingungen, die es für diese wichtige Arbeit braucht.

Liebe Nora, lieber Stefan

Ich hoffe, dass Ihr noch lange motiviert bleibt, Eurer grossen Passion nachzuleben und damit auch nachfolgenden Generationen in den Genuss Eures wertvollen Angebots kommen. Ich wünsche Euch für die Zukunft Erfolg in Form von vielen begeisterten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und für Euch persönlich nur das Beste.

Nun freue ich mich, Euch für Euer grossartiges Jubiläum ein kleines Geschenk der Stadt und zusammen mit Roland Hofer als Vertreter des Kantons einein Augen- und Gaumenschmaus überreichen zu können.

Erfolgreiche Hallenrad EM in Schaffhausen

Bericht Schaffhauser Nachrichten vom 30.05.2022 (Daniel Koch)

Besser als erwartet verlief die Junioren-EM im Kunstradsport. Die Favoriten siegten zwar vornehmlich, doch die Organisation und die Stimmung bei den Aktiven und den Zuschauern war beeindruckend. Die Region Schaffhausen machte Werbung in eigener Sache.
Wer das Radball-Duell zwischen den ewigen Rivalen Schweiz und Deutschland miterlebt hat in der BBC-Arena, war tief beeindruckt. Welche Stimmung die Zuschauer in der vollen Halle erzeugten, war einmalig. Man verstand sein eigenes Wort nicht mehr. Auch wenn am Ende der Favorit aus Deutschland, der aus Gärtringen im Schwäbischen angereist kam und einen Car mit Fans dabei hatte, mit 6:3 siegte. Die Gastgeber erhielten ebenfalls frenetischen Applaus und durften am Ende die Bronzemedaille in Empfang nehmen. «Die Halle hatte die richtige Grösse, sodass wir die Hexenkessel-Stimmung hinbekamen», freute sich Sarah Walter, die Präsidentin des Vereins Freie Radler vom Klettgau Löhningen, die die Junioren-EM organisierte.
Ein Erfolgsmodul war sicher auch, dass der kleine Verein Freunde und Leute aus anderen Radsport-Vereinen zur Mithilfe gewann. «Ausserdem hatten wir mit Schaffhausen auch geografisch einen guten Standort, weil wir für die Kunstradfahr-Nationen Deutschland, Österreich und Schweiz in der Mitte liegen.» Und so durfte auch OK-Präsident Peter Neukomm bei seiner Begrüssungsrede für die Ehrengäste aus Wirtschaft und Politik festhalten, dass diese Grossveranstaltung in einer Randsportart über die Grenzen der Stadt und des Kantons hinaus strahlt. «Wir haben viele Bekanntschaften gemacht», so Neukomm, der einst selber Kunstradfahrer war. Heute ist er froh, dass es gelang, die Veranstaltung, deren Budget bei 100’000 Franken lag, dank dem gelungenen Zusammenspiel aller Helferinnen und Helfer, den Supportern aus den Behörden und der Wirtschaft stemmen konnte.
Nathalie Walter war im OK zusammen mit Irina Christinger für den Sport verantwortlich. Ihr Fazit: «Das Niveau war sehr hoch an dieser Junioren-EM. Sportlich war die Überlegenheit der Deutschen zu erwarten. Insgesamt wurde sehr guter Kunstradsport geboten. Die Schweizer zeigten das, was man erwarten konnte und fuhren ihre Küren sauber.» Immerhin konnte Mirina Hotz (Baar) eine Bronzemedaille erkämpfen, ebenso wie die Radballer Julian Manser und Robin Hedley. Der Juniorinnen-Vierer holte Silber wie auch in den Zweier-Wettbewerben. Fünf Medaillen sind eine gute Ausbeute. Die Spitzenplätze waren umkämpft, oft siegten die mit den besten Nerven – unabhängig von den Einreichnoten. Neben dem Imagegewinn für die Freien Radler hoffen die Organisatoren auch, neue Talente für sich oder Indoor Cycling Schaffhausen, den zweiten Club in der Region, zu gewinnen. Das übergeordnete Ziel wurde sicherlich erreicht. «Wir wollten auf unsere Sportart aufmerksam machen und einer breiten Öffentlichkeit präsentieren», so Sarah Walter.