100 Jahre TCS: Erfolg dank Innovationsgeist

Grusswort der Stadt zum Jubiläum 100 Jahre TCS Schaffhausen vom 14.06.2024 im Stadttheater

Im Namen der Stadt Schaffhausen begrüsse ich Sie in unserem wunderbaren städtischen Gastspieltheater, das vor 157 Jahren zum ersten Mal seine Pforten öffnete. Schön, dass Sie Ihr Jubiläum hier bei uns feiern. Ich habe mich natürlich sehr gefreut, Ihnen – sozusagen als Hausherr – die Grüsse des Stadtrats überbringen und Ihnen zu diesem besonderen Jubiläum gratulieren zu können.

«Damit Sie immer weiterkommen» heisst der Slogan des TCS. Das gilt im übertragenen Sinn auch für die SH Sektion.
Der grosse Erfolg, der sich in der hohen Mitgliederzahl von 14’500 zeigt, ist ein Beleg dafür, dass er als Non-Profit Organisation seine Leistungen für seine Mitglieder immer der Zeit und den Bedürfnissen angepasst hat.
Der TCS ist trotz des hohen Alters ein lebendiger und dynamischer Club geblieben, der sich weiterentwickelt und innovativ neuen Herausforderungen stellt. Seine Stärke liegt in der Gemeinschaft, in der Vielfalt seiner Mitglieder und in deren unermüdlichem Engagement.

Für die städtische Politik ist der TCS bei Verkehrsfragen ein wichtiger Ansprechpartner und nicht mehr wegzudenkender verkehrspolitischer Player. Das hat auch damit zu tun, dass er verkehrspolitisch die aktuellen Entwicklungen und Anforderungen – nicht nur bezogen auf den MIV – aufnimmt und sich offen und konstruktiv damit auseinandersetzt.
Die Mobilitätsakademie des TCS ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich der Verein aktiv mit der Zukunft einer nachhaltigen Mobilität beschäftigt. In Schaffhausen werden gleich zwei innovative Formen nachhaltiger Mobilität der TCS-Mobilitätsakademie angeboten, welche die Stadt mitunterstützt. Einerseits geht es um die elektrischen Lastenvelos «Carvelo», die stunden- oder auch tageweise gemietet werden können. Und andererseits haben wir mit dem nachhaltigen Transporter «Smargo» letztes Jahr ein Projekt der Mobilitätsakademie in unser Smart-City-Projekt «Sharehausen» eingebunden. Hier wollen wir das Potenzial der Sharing-Mobilität, insbesondere für den Gütertransport, testen.

Gemäss eigenen Vorgaben engagiert sich der TCS für «eine sichere, nachhaltige und selbstbestimmte Mobilität».
Da gibt es wichtige Schnittstellen zu den Zielen des Stadtrats. Denn der Mobilität und dem Verkehr stellen sich gerade in einem urbanen Umfeld, wo der Platz knapp und die Dichte beim Wohnen und Arbeiten hoch ist, besonders grosse Herausforderungen. Dazu gehören auch unsere anspruchsvollen, aber alternativlosen Klimaziele und unsere Bestrebungen für eine Energiewende. Gemäss den LSP 2021 – 2024 strebt der SR im Rahmen der räumlichen Entwicklung eine stadtverträgliche Mobilität an. Das Verkehrssystem soll effizient, sicher und umweltfreundlich sein.
Hierzu wurde 2021 das behördenverbindliche Instrument des Gesamtverkehrskonzepts verabschiedet, das es in den nächsten Jahren umzusetzen gilt. Dabei sind wir auf die konstruktive Mitarbeit des TCS angewiesen. Und diese Zusammenarbeit funktioniert ja zum Glück sehr gut. Wie mit anderen Verkehrsverbänden steht die Stadt mit Ihnen im Austausch, wenn es um grössere Infrastrukturprojekte geht.

Lassen Sie uns also gemeinsam positiv nach vorne blicken. Lassen Sie uns weiterhin innovative Lösungen finden und nachhaltige Konzepte entwickeln, um die Mobilität der Zukunft zu gestalten. Bewahren Sie den Geist Ihrer Gründer, die sich vor hundert Jahren zusammengeschlossen haben, um ihn mit modernen Visionen und mit nachhaltigen Technologien zu verbinden.
Im Namen der Stadt gratuliere ich Ihnen ganz herzlich zum Jubiläum und freue ich mich, anschliessend mit Ihnen auf die nächsten 100 Jahre TCS Schaffhausen anstossen zu können.

Thomas Silvestri mit Kulturpreis geehrt

Einleitung als Stiftungsratspräsident anlässlich der Übergabe des Georg Fischer Kulturpreises der Stadt Schaffhausen vom 12.06.2024 im Haberhauskeller

Foto: Der Jazzlehrer und Künstler Thomas Silvestri (M.) wurde mit dem Georg-Fischer-Kulturpreis geehrt. Dieser wurde ihm vom Bereichsleiter Kultur Jens Lampater (l.) sowie Stadtpräsident Peter Neukomm überreicht. BILD SELWYN HOFFMANN/SN

Ich freue mich, Sie im Namen der Stadt und als Präsident der Stiftung des Georg Fischer Kulturpreises der Stadt Schaffhausen hier im Haberhauskeller begrüssen zu können. Wir sind heute hier, um den wichtigsten Kulturpreis der Stadt Schaffhausen zu verleihen, der mit Fr. 25’000 dotiert ist. Er wird vom Stiftungsrat der Stiftung Georg Fischer Preis seit 1952 in der Regel alle zwei bis drei Jahre an Kulturschaffende mit Wirkungs- oder Herkunftsort Schaffhausen verliehen. Der Stiftungsrat, der vom Stadtpräsidenten präsidiert wird, setzt sich aktuell aus folgenden Personen zusammen:

–   unser Vizepräsident Roland Gröbli, Generalsekretär VR Georg Fischer AG
–   Ursula Stamm-Keiser, Buchhändlerin und Mitorganisatorin der Schaffhauser Buchwochen
–   Bea Schäfli, Unternehmerin und Vizepräsidentin Kunstverein
–   Dr. Daniel Leu, Bio-Chemiker/Coach/Mitbegründer Kulturzentrum Kammgarn
–   Jens Lampater, Leiter städtischer Kulturdienst und Quästor des Stiftungsrats.

Sie erinnern sich vielleicht: Die letzten Preisträgerinnen waren:

– 2016 die Musikerin und Komponistin Helena Winkelmann
– 2018 die Konzept- und Installationskünstlerin Daniela Keiser
– 2020 Theaterpädagoge und Regisseur Jürg Schneckenburger und
– 2022 die Autorin Ursula Fricker.

Heute ehren wir mit Thomas Silvestri einen Mann, der aus der Schaffhauser Musik- und Theaterszene nicht mehr wegzudenken ist. Er ist eine richtige Institution, was von der Öffentlichkeit viel zu wenig wahrgenommen wird, weil er aufgrund seiner sympathischen Bescheidenheit immer etwas unter dem Radar der Öffentlichkeit durchfliegt. Umso wichtiger ist dieser Preis. Entsprechend fiel dem Stiftungsrat die Wahl leicht: An seiner Sitzung vom 27. Oktober 2023 hat er mit Überzeugung beschlossen, Thomas Silvestri den Preis 2024 zu verleihen.
Mit der Preisvergabe bringt der Stiftungsrat dem Preisträger seine Anerkennung und Wertschätzung zum Ausdruck für sein langjähriges, vielfältiges musikalisches Schaffen und sein fortwährendes Engagement für die Schaffhauser Musik- und Theaterszene.
Thomas Silvestri ist studierter Mathematiker. Das ist nicht überraschend, denn der Zusammenhang zwischen Musik und Mathematik war schon den Gelehrten im antiken Griechenland bewusst.
Danill Charms, ein russischer Schriftsteller der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, 1905 – 1942, hat das einmal schön umschrieben: «Mathematik ist Musik des Geistes, Musik ist Mathematik der Seele».

Der Preisträger kann auf eine mehr als 30 Jahre reichhaltiges Musikschaffen als Jazzpianist, Komponist und Bandleader zurückblicken. Er unterrichtet an der Musikschule MKS Schaffhausen sowie an der Kantonsschule Schaffhausen und ist Berufsausbildner im Hauptfach Jazzpiano bei der Kalaidos Musikhochschule. Bei diesem Engagement ist es ihm eine Herzensangelegenheit, die Begeisterung für das Fach Jazzpiano auf allen Niveaus zu vermitteln.

Als Komponist und Arrangeur von Bühnenmusik war er für die musikalische Leitung und Komposition bei zahlreichen Theaterproduktionen tätig, insbesondere sechsmal für das Schaffhauser Sommertheater. Es gibt also viele gute Gründe, weshalb der Ausgezeichnete heute diesen Preis erhält. Diese wird uns Klavierlehrer Werner Schraff in seiner Laudatio sicher noch vertiefter erläutern. Besonders freuen dürfen wir uns, dass er zusammen mit seinem Sohn Joscha auch noch einen musikalischen Beitrag zu diesem Anlass leisten wird. Nach der Preisübergabe wird auch der Preisträger selber noch ans Klavier sitzen und uns in Begleitung von Carles Peris und Barbara Balzan ein paar wunderbare Eigenkompositionen präsentieren.

Bevor ich das Wort dem Laudator Werner Schraff weitergebe, möchte ich unserem Quästor Jens Lampater und Nina Diggelmann vom städt. Kulturdienst sowie Andrea Morgenthaler vom Haberhaus für die professionelle Organisation des heutigen Anlasses danken. Ein weiterer Dank geht an meine Kolleginnen und Kollegen vom Stiftungsrat sowie an alle, welche die heutige Preisverleihung mit einem Beitrag bereichern. Damit gebe ich die Bühne frei und wünsche Ihnen allen noch einen unterhaltsamen Abend.

Lieber Thomas,
Wir hoffen, dass Du noch lange kreativ und engagiert bleibst, denn ohne Dich würde eine tragende Figur im Kulturbetrieb unserer Region fehlen. Geniesse es heute Abend, Du hast es mehr als verdient!

Ausbau Wärmeverbünde beschleunigen

Stadt will Fahrplan für den Ausbau von Wärmeverbünden überarbeiten und mit Privaten zusammenarbeiten

Beitrag Radio Munot vom 11.04.2024 (Audiodatei abspielen)

Für die Stadt schreitet der Ausbau der Wärmeverbünde in Schaffhausen zu langsam voran. Deshalb hat sie eine Taskforce eingesetzt, welche einen schnelleren Fahrplan ausarbeiten wird. Ausserdem soll die Zusammenarbeit mit Privaten verstärkt werden. Die Kontrolle über die kritische Infrastruktur soll in öffentlicher Hand bleiben (Foto: Radio Munot)

Angesichts verschiedener Rückmeldungen aus der Bevölkerung zum Thema «Wärmeverbünde» hat die Stadt eine Standortbestimmung zum Ausbau der Wärmeverbünde in Schaffhausen vorgenommen. Eine zentrale Rolle spielt der städtische Versorger SH POWER, welcher für die Umsetzung der Strategie verantwortlich ist.

Verstärkte Zusammenarbeit mit Privaten
Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung bestärken die Stadt in ihrer Überzeugung, dass dem Ausbau der Wärmeverbünde eine grosse Bedeutung zukommt. Die Analyse der Stadt hat allerdings auch ergeben, dass der Ausbau der Wärmeverbünde in Schaffhausen zwar voranschreitet, angesichts der neuen politischen Klimaziele jedoch zu langsam. Die Stadt hat deshalb eine Taskforce «Wärmeverbünde» eingesetzt. Diese wird der Öffentlichkeit Ende Mai 2024 einen neuen, schnelleren Fahrplan zum Ausbau der Wärmeverbünde in der Stadt Schaffhausen präsentieren.

Ein Element des neuen Fahrplans wird auch eine Erweiterung der Zusammenarbeit mit privaten Anbietern sein. Die Stadt ist bereit, weitere Gebiete für die Erschliessung durch private Wärmeverbünde zu öffnen oder als Vertragspartnerin für weitere Zusammenarbeitsmodelle zur Verfügung zu stehen. Die Stadt steht diesbezüglich bereits in Verhandlungen mit der Energieverbund AG Schaffhausen.

Wärmeversorgung ist kritische Infrastruktur
Im Zuge der verstärkten Zusammenarbeit mit Privaten ist es zentral, dass die Stadt die Kontrolle und die Koordination des Ausbaus der Wärmeverbünde in den eigenen Händen behält. Denn ohne Wärme kann der Mensch nicht leben. Wenn die Wärmeversorgung im Winter ausfällt, wird die Stadt innert Tagen zum Krisengebiet. Bei der Wärmeversorgung handelt es sich deshalb um eine kritische Infrastruktur.

Auch eine Koordination des Ausbaus ist wichtig, damit die öffentlichen Strassen nicht für jede Leitung erneut aufgebrochen werden. Und schliesslich sind aus Sicht der Stadt auch finanzpolitische Überlegungen einzubeziehen: Die Erschliessung mit Warmeverbünden ist in einigen Gebieten ein lukratives Geschäft – in anderen sehr aufwändig. Es muss vermieden werden, dass Private die rentablen Gebiete erschliessen und die Allgemeinheit auf den Kosten sitzen bleibt.

Die Taskforce «Wärmeverbünde» wird der Öffentlichkeit Ende Mai 2024 die angepassten Planungen der Stadt Schaffhausen vorstellen. Auch über den Stand der Verhandlungen mit der Energieverbund AG Schaffhausen werden die Verhandlungspartner in den nächsten Monaten informieren.

Pflege freundnachbarschaftlicher Kontakte

Berichterstattung des Wochenblatts des Landkreises Konstanz zum Neujahrsempfang der SPD Singen vom 07.01.2023 in der Färbe

Singen/Bernhard Grunewald. Ein herzliches Willkommen konnte Singens SPD-Ortsvereinsvorsitzender Berthold Jörke zahlreichen Mitgliedern, Freundinnen und Freunden sowie politischen Weggefährten zum traditionellen, erneut gut besuchten SPD-Neujahrsempfang am Sonntagabend im Theater „Die Färbe“ entbieten. Sein besonderer Gruß „in der Stadt unterm Vulkan“ galt Sascha Binder, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Stuttgarter Landtag und Hauptredner des Abends.

Jörke zitierte eingangs Albert Einstein „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“ und sieht als gemeinsame Aufgabe der Zeit im Wahljahr 2024: „Demokratie wieder stärken und leben!“ Auch Singens OB Bernd Häusler blickte in Richtung Kommunalwahl 2024: „Kandidatenlisten und Wahlvorschläge sind wichtig – wir brauchen wieder einen guten, in der Sache harten, aber harmonischen Gemeinderat.“ Sein Dank gilt den Fraktionen, auch der SPD-Fraktion, welche in der Stadt „außerordentlich produktiv“ arbeiteten und immer wieder auch zusammenfänden.

Jedoch: „Die Welt ist aus den Fugen geraten“, skizziert der OB die Lage, zu der die Ukraine im zweiten Jahr des Krieges und die aktuelle Situation in Nahost und im Gaza-Streifen gehöre – wohingegen vom Massaker zu Weihnachten an Christen in Nigeria bislang kaum Notiz genommen wurde.

„Was passiert grad außenrum?“, müsse gefragt werden. Aber für Häusler stand fest: „Wir sind froh und dankbar, dass wir unsere Meinung sagen können.“ Und natürlich müsse um Demokratie gerungen werden – „auch mit Streit, Buh-Rufen, das geht alles“, so der OB. „Aber was nicht geht, sind persönliche Angriffe gegen Personen, die auch das Beste für das Land wollen“ – was mit Beifall quittiert wurde. Abschließend ging Häusler auf die Schlüsselthemen Scheffelhalle und Krankenhaus-Neubau für den Landkreis in Singens Nordstadt ein, beides große Herausforderungen über 2024 hinaus, um die Stadt voranzubringen – er freue sich dabei auf eine weiterhin positive und konstruktive Zusammenarbeit.

Schaffhausens Stadtpräsident Peter Neukomm (SP) ermutigte die Anwesenden zum gemeinsamen Engagement „für Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Solidarität“. Denn „wer, wenn nicht wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen aufgrund unserer Geschichte und unserer Ideale in der Verantwortung, dafür zu kämpfen, dass sich unsere Welt nicht in eine völlig falsche Richtung entwickelt“? Neukomm begrüßte in diesem Zusammenhang das jüngste Mandat des Schweizer Bundesrates für neue Gespräche mit der Europäischen Union – „es ist höchste Zeit, dass die Beziehungen der Schweiz zur EU wieder ins Lot kommen, auch zugunsten der Menschen in unserer Grenzregion“.

Er dankte allen Beteiligten, insbesondere OB Bernd Häusler, welche sich „für freundnachbarschaftliche Kontakte, Austausch und Zusammenarbeit einsetzen“ und sieht bei der SPD Singen „bekannte und geschätzte Exponentinnen und Exponenten, die eng mit der Region verbunden sind, über ein großes Kämpferherz verfügen und die Menschen hier in Singen überzeugen können“, was ihn für die kommenden Wahlen „hoffnungsfroh und zuversichtlich stimme“.

Hans-Peter Storz, SPD-Landtagsabgeordneter, unterstrich in seinem Grußwort die Verantwortung der Bundes- und Landesregierung für die Kommunen und Landkreise, diese nicht auf Kosten sitzen zu lassen, wenn es beispielsweise um Verkehr, Infrastruktur, Flüchtlinge, Bildung und Schule ginge – hier halte man das Land Geld zurück, obgleich Rücklagen vorhanden seien. Storz kündigte eine Klausur der SPD-Landtagsfraktion „Wir machen gute Arbeit!“ zum Schwerpunkt „Kommunen“ in Heidelberg an: „Das Land muss den Kommunen Luft lassen“, so der Landtagsabgeordnete und langjährige Singener Gemeinderat.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Co-Kreisvorsitzende Dr. Lina Seitzl blickte „mit Hochachtung“ auf Singen und den hiesigen Zusammenhalt, wenn es gilt, die Stadt gemeinsam voranzubringen. Aber selbst langjährige Bundestagsabgeordnete bestätigten ihr, dass wir uns gerade in solchermaßen herausfordernden Zeiten befinden, wie es sie lange nicht gab. Vieles mache den Menschen Angst, Fehler in der Politik dürften deshalb nicht schöngeredet werden, sondern harte, schwierige Diskussionen seien nötig, um das Land voranzubringen.

Aber: „Die SPD war nie eine Partei der Angsthasen“, so Seitzl unter Beifall. Es gelte, den Investitionsstau abzubauen, der Industrie bei der Transformation zu helfen, Rekordsummen in die Bahn zu investieren, den Deutschlandpakt und die Digitalisierung zu befördern, denn „es gibt nichts Schlimmeres als eine abgebrochene Transformation“, zitiert Seitzl die EnBW. Es ginge politisch aktuell nicht darum, „die Schuldenbremse abzuschaffen, aber“, so Seitzl, „wir belasten künftige Generationen auch, wenn wir ihnen eine marode Infrastruktur hinterlassen, statt zu investieren“.

Seitzl hob die Energiepauschale und das Bürgergeld hervor und plädierte für eine gerechte, solidarische Gestaltung unserer Gesellschaft und deren Zusammenhalt. Sie kündigte in diesem Zusammenhang die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken als Hauptrednerin zum Neujahrsempfang des SPD-Kreises Konstanz am 21. Januar an.

Unter Beifall wurde anschließend das Ehepaar Martin Ruf und Christine Klein-Ruf von Jörke für 10-jährige SPD-Mitgliedschaft geehrt. Immerhin 40 Jahre ist Claudia Rehling „das SPD-Gesicht in Schlatt“, wie Laudatorin Regina Brütsch voller Anerkennung unterstrich. Gar 50 Jahre hält Hinrich Michaelsen der SPD die Treue – die langjährige Gemeinderätin Claudia Weber skizzierte den Jubilar, der aus gesundheitlichen Gründen nun erst im Nachgang geehrt werden wird.

Hauptredner Sascha Binder erinnerte zunächst an jene Zeit, als alle befürchteten, im Winter frieren zu müssen. Dies sei jedoch durch kluge Politik verhindert worden. Er sei froh, einen Kanzler Olaf Scholz zu haben, der erst denke, bevor er handele. Die SPD habe eine besondere Verantwortung, Antworten auf komplexe Probleme zu finden. Es gäbe oftmals keine scheinbar einfachen Lösungen. Binder zeigte sich überzeugt: „Wir dürfen uns durch Wahlumfragen nicht kirre machen lassen. Wählen ist was Tolles: Wer kann in meiner Heimatstadt, wer kann für Europa kandidieren?“

Er bekannte sich nachdrücklich zum demokratischen Ringen und ist überzeugt: „Ja, es ist die Demokratie, die Probleme löst.“ Es sei an der Zeit, sich auch schwierigen Diskussionen vor Ort zu stellen, denn wer heute gegen Migranten hetze und sprachliche Grenzen verschiebe, der schüre die Gefahr, am Ende auch gegen andere zu hetzen. Es sei aber wie im Privatleben – auch hier ginge nicht alles sofort, es brauche Diskussion, manchmal sogar Streit. Kompromisse, so Binder, haben gute, aber auch schwierige Seiten. Europa zeige gerade, dass es in seiner Demokratie um Lösungen ringen und handeln kann. Durch diese politische Haltung sei auch unsere Wirtschaft gut durch Corona gekommen.

Binder erinnerte an den fatalen Niedergang der einstmals großen Textilindustrie im Land. Nun sei es aber an der Zeit, Unternehmen und Beschäftigte durch Weiterbildung bei der Transformation zu unterstützen: „Wir haben kluge Köpfe im Land und brauchen einen enkelgerechten Staat“, so Binder, „mit Bildung, Wissenschaft, Industrie, Investitionen, Dienstleistung – und guten Tarifverträgen.“ 2024 könne ein gutes Jahr für unsere Demokratie werden – Lösungen kämen schneller als erwartet, dauerten sie länger, seien sie gut überlegt. Trotz allem gelte es, Dinge, die noch nicht funktionieren, besser zu machen, so Binder zum Schluss, mit Beifall unterstützt.

Der gelungene Auftakt der traditionsreichen SPD zum spannenden Wahljahr 2024 wurde musikalisch umrahmt von den „Hegauer Saiten“ mit Erika Güss und Nicole Schwegler an der Zither sowie Berthold Schaffenrath an der Gitarre.

Der Stadtpräsident am Bier-Zapfhahn

Bildlegende: Stadtpräsident Peter Neukomm (links) im Gespräch mit Stefan Balduzzi an der Eröffnung. BILD ROBERTA FELE

Schaffhauser Nachrichten vom 26.10.2023 zur Eröffnung der Herbstmesse

Sandy Hedinger

SCHAFFHAUSEN. In vier Festhallen und darum herum werden bis zum Sonntagabend 160 Ausstellerinnen und Aussteller an der Schaffhauser Herbstmesse auf der Breite ihre Produkte und Dienstleistungen vorstellen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr konnte Karin Spörli erneut die Ausstellerzahl um 19 anheben. «Die Messe hat eine grosse Bedeutung für die Region, sowohl für die Aussteller als auch für die Besucher», sagte Spörli, die als Leiterin der Messe, jetzt wo sie eröffnet sei, wieder durchatmen könne. «Alle Aussteller sind hier, alles ist eingerichtet und bereit für die Besucher.» Die Bedeutung der Messe reduziere sich aber nicht nur auf die Präsentationen an den Ständen. Sie präge auch den gesellschaftlichen Bereich. «Es ist wie ein grosses Klassentreffen», meinte Spörli, man begegne hier Menschen, die man zum Teil nur einmal im Jahr sehe: «Das Wirgefühl wird unterstützt.» Dahin gehend wurde auch das Rahmenprogramm für alle Besucher festgelegt. Mit einem speziellen Familientag oder dem Jass-Turnier finden Aktivitäten für Jung und Alt statt und mit den Abendveranstaltungen werden die Besucher angesprochen, die gerne feiern und tanzen. Solides Gewerbe im Kanton

Die Finanz- und Polizeidirektorin des Kantons Schaffhausen, Cornelia Stamm Hurter, lobte das solide Gewerbe im Kanton. Als Anwohnerin kann sie direkt auf das Messegelände blicken und meinte: «Ich sehe, wenn ich während dem Aufbau der Herbstmesse aus dem Fenster blicke, dass das Schaffhauser Gewerbe floriert.» Als das Rückgrat des Kantons bezeichnete die Regierungsrätin die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Ausbildungsplätze schaffen. «Unserem Gewerbe geht es gut und es ist solide.» Als Finanzdirektorin sei sie daher erfreut, dass dieser wichtigen Stütze, den KMU, der kantonale Steuersatz gesenkt werden konnte. Auf die Frage, ob der Standort auf der Breite für die Herbstmesse der richtige sei, meinte sie: «Ich kann ja hier auch als Anwohnerin sprechen, mich stört es überhaupt nicht.» Zudem gehöre die Herbstmesse ihrer Meinung nach ins Zentrum der Stadt und das sei auf der Breite: «Das ist jetzt seit 45 Jahren so und so soll es auch bleiben.» Ein diskutierter neuer Standort im Herblingertal sei nicht das Richtige, so die Regierungsrätin. «Hier ist der richtige Platz für den Zirkus, die Chilbi und die Herbstmesse.» Würde sie an der Messe an einem Stand arbeiten, würde sie sich für einen Aussteller im Dekorationsbereich entscheiden. «In der Handarbeit in der Schule brauchte ich Nachhilfe, aber Dekorieren liegt mir sehr – am liebsten Christbäume.» Idealer Ort für ein Date

Der Schaffhauser Stadtpräsident würde sich, wäre er an einem Stand im Einsatz, bei der Falkenbrauerei am Zapfhahn sehen, teilte er mit. Peter Neukomm ist ein Herbstmessefan der ersten Stunde. «Vor 45 Jahren war das schon ein Highlight bei uns damals noch Jungen, hier konnte man das Neuste auf dem Markt entdecken und ausserdem konnte man Mädchen kennenlernen», erinnerte er sich zurück. In diesem Jahr wird er aber nur Ausschau nach einem neuen Cheminée-Ofen halten, so einen brauche er. «Ich bin immer wieder erstaunt über die Vielfalt und die Resilienz des Gewerbes, das sich hier zeigt.» Mit den Messen vor 45 Jahren sei das nicht mehr zu vergleichen. Lob gab es vom Stadtpräsidenten auch für die drei Spezialausstellungen. Der Astag zeigt, wie wichtig die Transportunternehmen im täglichen Leben sind. Mit einem LKW-Simulator können die Besucher selbst erleben, wie Waren über die Strassen zu den Verbrauchern transportiert werden. Bei der AAA Alpine Air Ambulance, die sich zum dritten Mal an der Herbstmesse präsentiert, gibt es einen Einblick in deren spannenden Alltag. Das Medienprojekt, das dieses Jahr mit fünf Schulklassen an der Messe stattfindet, fand beim Stadtpräsidenten viel Anerkennung: «Medienkompetenzen sind ein wichtiges Thema, nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause.» Die Schülerinnen und Schüler werden die Messe in den sozialen Medien und in einer Sonderausgabe in Printversion festhalten. «Das ist eine lehrreiche Sache, die hier an der Messe geboten wird.» Was Neukomm am meisten freute, war die Tatsache, dass die Messe trotz des Rückschlags durch Corona wieder in alter Beliebtheit stattfindet: «Das Konzept Messe ist nicht tot.»