Unermüdlicher Kampf für den Alpenschutz

(links) Nationalrat Vasco Pedrina, der scheidende Präsident der Alpen-Initiative und (stehend) der neugewählte Präsident Jon Pult, Kantonsrat Graubünden.

gehalten an der Generalversammlung der Alpen-Initiative im Güterhof am 24.05.2014

Liebe Kämpferinnen und Kämpfer für den Alpenschutz

Ich freue mich sehr, Sie im Namen des Stadtrats hier im Güterhof an der Schifflände begrüssen zu dürfen. Toll, dass Sie unsere schöne Stadt als Tagungsort gewählt haben. Es ist ja eine etwas besondere Tagung, nämlich die letzte von Fabio Pedrina in seiner Funktion als langjähriger Präsident. Ich gehe mal davon aus, dass die Wahl des Tagungsorts etwas eine Kompensation dafür ist, dass unser Landesteil im Alpenrat nicht vertreten ist. Wir wissen das natürlich zu schätzen.

Ich hoffe, dass Sie eine angenehme Anreise hatten und ein spannendes und erlebnisreiches Wochenende bei uns verbringen werden. Sie tagen ja hier in einem ganz besonderen Gebäude, das nicht nur historisch eine wichtige Bedeutung hat, sondern auch das aktuelle Schaffhausen gut repräsentiert. Der 1787 erbaute Güterhof liegt am Freien Platz, der erst vor wenigen Tagen ein neues Gesicht bekommen hat und nächstes Wochenende offiziell eingeweiht wird. Hier, direkt an der Schifflände wurde dieses stattliche Gebäude ursprünglich als Lagerhaus für Salz errichtet, das auf dem Rhein transportiert wurde. Die Stadt profitierte seit ihrer Gründung im 11. Jahrhundert davon, dass alle Güter, die auf dem Rhein vom Bodensee nach Basel oder umgekehrt transportiert wurden, wegen der nicht befahrbaren Stromschnellen und des Rheinfalles auf Wagen umgeladen werden mussten. Das ist der wichtigste Grund, weshalb es an dieser Stelle zu einer Besiedelung kam. Hinzu kam, dass der Rhein zu dieser Zeit hier breit und sehr flach war. Es war damit einer der wenigen Orte, wo man ihn mit Pferden überqueren konnte.

1045 verlieh König Heinrich III. in Köln Graf Eberhard VI. von Nellenburg das Münzrecht für Schaffhausen. Im Jahr 1049 gründete er nur wenige Meter von hier das Benediktinerkloster zu Allerheiligen. Darin befindet sich heute das viertgrösste Museum der Schweiz. Ich kann Ihnen einen Besuch dieses spannenden Mehrspartenhaus wärmstens empfehlen. Sie finden dort interessanten Kunstausstellungen, die Sammlung Ebnöther - einer Dauerausstellung über frühe Hochkulturen – wie auch die vor kurzem neu eröffneten historischen Dauerausstellung über unsere Region. Zur Zeit steht aber die grosse Ritterturnierausstellung im Zentrum. Sie dauert noch bis zum 21. September. Sie wird vom 10. bis 20 Juli von grossen Ritterturnieren auf dem Herrenacker umrahmt, dem grössten Platz unserer mittelalterlichen Altstadt. Damit wird ans 15. Jahrhundert angeknüpft, als SH europäisch ein wichtiger Austragungsort für grosse Ritterturniere war. Auf demselben Platz geht übrigens vom 06. – 09.08. das Stars in Town, ein grosses Rock- und Popfestival über die Bühne. Und Liebhaber der klassischen Musik kommen vom 28.05. – 01.06. am 25. Internationalen Bachfest auf ihre Rechnung. Sie sehen, es läuft etwas in SH.

Zurück zum Güterhof: Er war mehrere Jahrzehnte kaum noch genutzt. Seit der Abgabe der Liegenschaft durch die Stadt im Baurecht an die Kornhaus AG hat er dank einer Totalrenovation in den Jahren 2007/2008 zu neuem Glanz gefunden. Im Erdgeschoss befindet sich ein In-Restaurant mit Terrasse zum Rhein hin. In den drei Obergeschossen sind attraktive Büroräume eingebaut, die von renommierten internationalen Firmen besetzt werden.

Und damit bin ich bei der Gegenwart angelangt: SH war ja lange eine wichtige Industriestadt. In der Industriekrise Ende der 80-er, Anfang der 90-er Jahre gingen aber viele Tausend Arbeitsplätze bei Georg Fischer, SIG oder Alusuisse verloren und die Einwohnerzahl sank von über 38‘000 auf unter 34‘000. Erst in den vergangenen 5 Jahren hat unsere Stadt wieder zu neuem Wachstum zurückgefunden. Heute liegt die Einwohnerzahl wieder bei fast 36‘000. Der Wechsel vom Industriestandort zum Standort für Hight Tech und internationale Dienstleister ist gelungen. Jetzt wird er leider durch die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative wieder etwas in Frage gestellt, denn ohne die vielen Grenzgänger wird es künftig für uns ganz schwierig werden…

Unser Erfolg als Wohn- und Wirtschaftsstandort hat neben der guten Verkehrslage, der Nähe zu Zürich und zum Flughafen, vor allem mit unserer hohen Lebensqualität und einem tollen Freizeitangebot zu tun.

Dank einer intakten Natur vor der Haustüre wohnt man bei uns zwar in der Stadt, lebt aber eigentlich auf dem Land. Die Region lädt zum Erholen und Geniessen ein. Sie werden das noch erleben, wenn Sie heute mit dem Schiff eine der schönsten Flusslandschaften Europas befahren oder am Sonntag auf dem Randen wandern gehen.

Und die Schaffhauserinnen und Schaffhauser sind sehr eng verbunden mit ihrer Natur. Das zeigt sich auch auf politischer Ebene, sei dies beim Kampf gegen atomare Endlager oder letztes Wochenende bei der Abstimmung gegen ein Wasserwirtschaftsgesetz, welches eine bessere Nutzung des Rheins und des Rheinfalls für die Energiegewinnung hätte ermöglichen sollen. In den 70-er Jahren wehrten sich die Schaffhauserinnen und Schaffhauser bereits vehement und erfolgreich gegen eine Überquerung des Rheins mit der Stadtumfahrung der N4. Heute führt diese wichtige Nord-Südverbindung A4 unter der Stadt hindurch und droht bald wieder an ihre Kapazitätsgrenzen zu stossen. Es wird deshalb bereits an einer zweiten Röhre geplant. Und damit wären wir ja bei Ihrem Thema gelandet...

Nun, gerade weil wir an einer wichtigen europäischen Schwerverkehrsachse liegen, wissen wir Ihren engagierten Kampf für die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene sehr zu schätzen. Ihr Einsatz für die Umsetzung dieses Ziels, welches das Volk vor 20 Jahren in die Verfassung geschrieben hat, ist ein demokratisches Lehrstück. Es braucht Sie als politisches Gewissen, denn nur zu gerne wird der wichtige Verfassungsauftrag verdrängt, vor allem von Leuten, die sich bei anderen Themen mittels Durchsetzungsinitiativen als grosse Demokraten aufspielen.  

Im Namen des Stadtrats danke ich Ihnen deshalb für Ihr wertvolles Engagement und Ihren unermüdlichen Kampf für den Alpenschutz. Dabei handelt es sich ja auch um Menschenschutz, denn ein weiteres Wachstum des Schwerverkehrs geht nicht nur zu Lasten der Natur…

Als kleines Zeichen unserer Solidarität offeriert Ihnen die Stadt heute gerne Kaffee und Gipfeli.

Wir wünschen Ihnen eine gelungene Tagung, viele positive Eindrücke während Ihres Aufenthalts bei uns und vor allem viel Hartnäckigkeit und Erfolg und bei Ihrem weiteren politischen Einsatz.
Wir hoffen Sie bald wieder in unserer Region als Gäste empfangen zu können. 

 


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