Begrüssung der Juso Schweiz Delegierten in Schaffhausen

Als ehemaliger Präsident der Juso Schaffhausen und langjähriges Mitglied im Juso-Schweiz Vorstand – das war in den 80-er Jahren - freut es mich natürlich sehr, dass ich Euch im Namen der Stadt Schaffhausen in unserem kleinen Paradies zwischen Randen und Rhein begrüssen darf. Gleichzeitig überbringe ich gerne auch die Grüsse der SP des Kantons Schaffhausen, deren Präsidentin Martina Munz, Kantons- und Nationalrätin, heute auch hier zu Gast ist.
Mit der Wahl Eures Tagungsortes zeigt Ihr Eure Wertschätzung für die Juso SH, die es wirklich verdient hat. Sie macht seit ein paar Jahren wieder einen tollen Job und ist deshalb vor zwei Jahren zu Recht auch in das kantonale und städtische Parlament eingezogen. Auch ich habe bei meiner Wahl zum Stadtpräsidenten im August auf die tatkräftige Unterstützung der Juso zählen können. Sie hat sich grossartig eingesetzt und mitgeholfen, dass wir es trotz schwieriger Ausgangslage geschafft haben, das Stadtpräsidium nach 18 Jahren zurückzuerobern.
Ich freue mich aber auch aus einem anderen Grund, dass Ihr Schaffhausen als Euern Tagungsort gewählt habt. Denn Schaffhausen wird vom Rest der Schweiz leider immer etwas vergessen. Man hat das Gefühl, wir seien weit weg an der Peripherie. Dabei ist man bei uns mit dem Halbstundentakt auf der Bahn unterdessen in 30 Minuten in Zürich.
Und Schaffhausen hat viel zu bieten: Mit seiner einmaligen mittelalterlichen, autofreien Altstadt und einer grossartigen Naturlandschaft zwischen Randen und Rhein bekommt man hier zu noch zahlbaren Preisen viel Lebensqualität. Trotzdem muss man nicht auf Urbanität verzichten: So findet man bei uns auch ein reichhaltiges Kultur-, Sport- und Freizeitangebot sowie einen toll ausgebauten öffentlichen Verkehr.
Unsere Stadt war noch selten so gut aufgestellt wie heute. Ihr seid also zu einem guten Zeitpunkt hierhin gekommen. Das war nicht immer so. Nach der Krise in den 90-er Jahren hat Schaffhausen durch den Zusammenbruch seiner einst mächtigen Industrie tausende Arbeitsplätze und Einwohner verloren. Die Bevölkerungszahl fiel von über 38‘000 auf etwa 33‘000. Unterdessen ist uns der Turnaround geglückt, nicht zuletzt dank einer geschickten Ansiedlungspolitik, die auch mit einer Niedrigsteuerstrategie für Unternehmen verbunden war, an welcher der Kanton heute finanziell zu beissen hat.
Dank zahlbaren Land- und Mietpreisen, guter Anbindung an ZH und der Nähe zum Flughafen sowie zum süddeutschen Raum mit einem grossen Arbeitskräfte-Reservoir, gelang es, zahlreiche internationale Konzernzentralen nach Schaffhausen zu bringen. Das hat mitgeholfen, dass es in den vergangenen Jahren wieder kontinuierlich bergauf gegangen. Bald haben wir wieder die Einwohnerzahl von 36‘000 erreicht und in Schaffhausen wird wieder investiert.
Diese Entwicklung von einem Industriestandort zu einem Dienstleistungsstandort hat sich aber auch politisch ausgewirkt, nicht zu unserem Vorteil. Die Blütezeit der Arbeiterbewegung, welche Schaffhausen bis in die 80-er Jahre politisch geprägt hat, ist endgültig vorbei. Bis zur EWR-Abstimmung gehörte Schaffhausen zusammen mit Basel und Jura regelmässig zu den fortschrittlich stimmenden Kantonen. Das hat sich ziemlich stark verändert. Heute ist unser Kanton stark SVP-geprägt. In der Stadt halten sich Mitte-Links und die Bürgerlichen kräftemässig in etwa die Waage. Als ich Anfang 90-er Jahre ins städtische Parlament gewählt worden bin, gab es eigentlich nur zwei starke Parteien: Die SP als klar wählerstärkste und die FDP. Heute haben wir eine viel stärkere Aufsplitterung, auch bei den Linken. Die Alternative Liste hat viele Junge abgeholt, für die es jetzt zum Glück mit der Juso wieder eine echte Alternative gibt. Die SP ist zusammen mit der Juso zwar noch knapp wählerstärkste Partei, aber die SVP ist unterdessen fast gleich stark.
Wenn ich aber heute die Jusos sehe, bin ich zuversichtlich, dass da wieder eine neue Generation von politisierten Jungen heranwächst, welche sich mit Herzblut für unseren Ideale von Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Solidarität mit den Schwächeren und mit der Natur einsetzt. Diese Werte haben ihre Wichtigkeit und Bedeutung nicht eingebüsst. Im Gegenteil: Das Verteilungsproblem hat sich auch mit der Globalisierung nicht verbessert, sondern zum Teil noch akzentuiert, auch bei uns. Darum lohnt es sich, für diese Ideale zu kämpfen heute und in Zukunft.
Ich wünsche Euch eine kreative und erfolgreiche Tagung und anschliessend eine tolle Party. Zur Einstimmung auf den geselligen Teil spendieren Euch Stadt und Kanton gemeinsam den Apéro. Denn wir haben ein grosses Interesse daran, dass unsere Demokratie lebt und sich auch möglichst viele junge Leute um Politik interessieren und sich engagieren. Denn es geht schlussendlich um ihre - um Eure Zukunft!

 


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