Munotsilvester: Nach dem 12. Glockenschlag waren das Jahr und der Stadtpräsident neu

Schaffhauser Nachrichten vom 03.01.2015

von Martin Edlin

Für einmal war die Munotzinne nicht nur der traditionelle Ort, wo (diesmal an die tausend) Schaffhauserinnen und Schaffhauser das neue Jahr willkommen hiessen, sondern auch Schauplatz eines über das Kalendarium hinaus- gehenden Wechsels: Kaum hatte das Munotglöcklein zwölf geschlagen und war das Jahr 2015 lautstark und mit viel «Prosit Neujahr!» begrüsst worden, stiegen Thomas Feurer, seit wenigen Augenblicken alt Stadtpräsident, und sein Nachfolger Peter Neukomm – begleitet von Stadtweibel André Haus in vollem Ornat – auf die Bühne für eine geradezu improvisiert wirkende und deshalb zur Stimmung passende Zeremonie der «Machtübergabe». «Ich bin Vergangenheit», verkündete Feurer, um gleich allfällige Missverständnisse auszuräumen: «… als Stadtpräsident.» Peter Neukomm, in gleicher Perspektive personifizierte Zukunft («Jetzt geht es los für mich und meine Mitarbeitenden»), erhielt von seinem Vorgänger eine Plüschsau, die ihn im neuen Amt als Glücksbringer begleiten soll. Dass das Tier seine Fähigkeit, einen Elvis-Song von sich zu geben, nicht unter Beweis stellen konnte (Ob der Batterie in seinem Inneren die Aussentemperatur von minus zwei Grad nicht bekommen war?), mochte ganz gut sein – das vom alten und vom neuen Stadtpräsidenten einander und «allem Volk» gewünschte «Es guets Neus» und ihre herzliche Umarmung waren sinniger. Besinnlichkeit, jedenfalls im Vergleich zum Trubel in den Gassen und in den Lokalen, gehört zum Munotsilvester, zu dem jeweils der Munotverein und die Stadt einladen: Ausschank von Glühwein und Bouillon; aber kein Feuerwerk auf der Zinne (striktes Verbot, das nur einige Male von Wunderkerzen oder bengalischen Streichhölzern durchlöchert wurde); der Zugang durch die Kasematten, die von einem Meer aus Kerzen beleuchtet wurden, die an einer Stelle die Jahreszahl 2015 bildeten; auf der Zinne, seit Langem wieder einmal, ein Wintermärchen mit tief verschneiten Tischen und Bänken; da und dort lugte eine Champagnerflasche hervor, die zur Kühlung im Weiss vergraben worden war; von nah und fern aufsteigendes Feuerwerk, milde beobachtet vom aus dem dunklen Himmel leuchtenden Halbmond; Blick hinunter auf die weihnachtlich beleuchtete Stadt und die langsam aufsteigenden Nebel; Begrüssen von Freunden und Bekannten; viel Stimmengewirr, sodass die das alte Jahr aus- und das neue Jahr einläutenden Kirchenglocken kaum vernehmbar waren, aber: «Es guets Neus» ganz eigener Art, das auf dem winterlichen Heimweg nach-geklungen hat.


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