Begrüssung Baumeisterverband

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Baumeister

Ich freue mich, dass Sie als Tagungsort unsere Stadt gewählt haben und danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Einladung zur GV. Gerne heisse ich Sie im Namen des Stadtrats willkommen. Neben mir ist heute auch noch unser Baureferent Raphael Rohner hier, was belegt, wie wichtig Sie, Ihre Arbeit und Ihre Unternehmen für uns sind. 

Aus dem Titel des Referats von IVS-Präsident Giorgio Behr, das wir im Anschluss an die GV hören, ist ersichtlich, dass Ihr heutiger Anlass in eine Zeit fällt, in der Wirtschaft wie Politik vor grossen Herausforderungen stehen. Es besteht eine erhebliche Unsicherheit, wie es nach der Frankenaufwertung, der Einführung von Negativzinsen und der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative weiter gehen wird. Verschiedene Indikatoren deuten darauf hin, dass es zu einer Konjunkturabschwächung und schlimmstenfalls zu einer Rezession kommen könnte. Die Baubranche wird da nicht verschont, auch wenn dieser im Gegensatz zu Branchen wie dem Tourismus oder der Exportwirtschaft noch etwas Luft bleibt, sich auf schwierigere Zeiten einzustellen. Ich hoffe, dass Sie, geschätzte Vertreter des Baugewerbes, es schaffen, sich rechtzeitig zu wappnen.

In Schaffhausen sieht es im Vergleich zur Zeit ja noch ganz gut aus. Das zeigt sich in einer weiterhin hohen Bautätigkeit, an Ihrem Arbeitsvorrat und den im Vergleich zur restlichen Schweiz weiterhin ansteigenden Preisen bei neu erstelltem Wohnraum. Prof. Scognamilio vom Institut für Finanzmanagement der Uni Bern hat vor noch nicht allzu langer Zeit in SH darauf hingewiesen, dass sich bei der Preisentwicklung für Wohnbauten schweizweit ein Ende der „Party“ abzeichne, sie in SH aber noch etwas andauern werde. Diese Preisentwicklung hat sicherlich mit dazu geführt, dass bei uns weiter investiert wurde und immer noch investiert wird. 

Wir haben ja verschiedene Schnittstellen zu einander: Einerseits begleiten wir Sie und die Bauherren im Rahmen von privaten Bauprojekten, wenn es um raumplanerische Massnahmen oder Bewilligungen geht. Andererseits ist die Stadt selber auf eine leistungsfähige, qualitativ hochstehende Bauwirtschaft angewiesen, weil sie jedes Jahr Bauinvestitionen im zweistelligen Millionenbereich in ihren grossen Infrastrukturpark tätigt. Davon finanziert der städtische Steuerzahler einen erheblichen Teil für die ganze Region. Eine angemessene Zentrumslastenabgeltung sucht man aber leider vergeblich. Hier einige Zahlen, damit Sie sich ein Bild machen können:

 

Bestand an Hochbauten:

- 16 Schulhäuser
- 34 Kindergartenabteilungen
- 14 Sporthallen
- 1 Hallenbad, 2 Freibäder, 1 Eishalle
- 200 Verwaltungsliegenschaften, davon div. histor. Altstadtgebäude
- 70 Liegenschaften im Finanzvermögen
- 4 Restaurants
- 2 Bibliotheken
- 2 Museen
- 1 Theater
- div. Werkhöfe, die jetzt ja zusammengefasst werden
- 1 Fussballstadion
- 4 Kirchen

Tiefbau:

- 130 km Strassen, Feld-, Flur- und Waldwege
- 142 km Kanalisation, 5500 Schlammsammler, 6000 Kontrollschächte

Das sind doch eindrückliche Zahlen. Der gesamte Gebäudeversicherungswert unserer Hochbauten liegt bei rund 750 Mio. Franken, so dass für den blossen Werterhalt nach SIA jedes Jahr rund Fr. 15 Mio. eingesetzt werden müsste. Das wurde in der Vergangenheit leider nicht immer konsequent gemacht. Davon zeugt unter anderem das verfallende Stadthausgeviert oder das marode Fussballstadion.

Die Stadt baut aber nicht nur selber, sie gibt auch Anstoss zu baulichen Entwicklungen: Im Rahmen der Wohnraumentwicklung sollen städtische Areale freigespielt und verkauft oder im Baurecht abgegeben werden. Der Baureferent wird Ihnen dazu noch Näheres berichten. Als nächstes steht die Baulücke Hohberg an der Stettemerstrasse im Grossen Stadtrat zur Diskussion. Wenn wir mit diesem bestens erschlossenen Bauland politisch jetzt nicht einen Schritt weiterkommen und der Erhalt von fiktiven Schlittelhängen als Vorwand benutzt wird, um eine bauliche Entwicklung zu verhindern, wird es mit unserer Glaubwürdigkeit schwierig. Wie sollen wir da künftig die private Baulandhortung noch glaubwürdig kritisieren? Ich hoffe da immer noch auf die Vernunft des städtischen Parlaments. 

Wir haben uns in den vergangenen 6 Jahren aber nicht nur für die Wohnraumentwicklung eingesetzt, sondern auch einige Parzellen Industrie- und Gewerbeland an SH-Unternehmen abgegeben, die darauf gebaut und Arbeitsplätze geschaffen haben.

Und damit komme ich bereits zum Schluss: Ich möchte Ihnen allen danken für Ihren wichtigen Beitrag, den sie als Unternehmer zur baulichen Entwicklung und zur wirtschaftlichen Prosperität unserer Stadt und Region leisten. Dazu gehören für mich als Personalreferenten der Stadt neben den wichtigen Arbeitsplätzen vor allem auch die wertvollen Lehrstellen, die sie anbieten.

Nun wünsche ich dem Verband ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015, Ihnen allen eine möglichst schwache Abkühlung der Baukonjunktur und einen entspannten weiteren Abend.


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