Ein wichtiger Botschafter für die Stadt geht von Bord

Lieber Walter, liebe Ruth, sehr geehrter Herr Regierungsrat Dubach, liebe Stadtratskollegen, geschätzte Gäste

Wir sind heute von WV zu seinem Abschied aus dem städtischen Dienst eingeladen worden. Dafür danke ich ganz herzlich.

Nach 32 Jahren ist das ja ein ganz besonderer Abschied. Es ist Anlass für uns, zusammen mit Walter noch einmal zurückzuschauen und das festzustellen, was oftmals bei solchen Anlässen zu konstatieren ist: „Was er ist und was er war, das wird uns erst beim Abschied klar.“

Mir war das schon vorher klar. Und damit möchte ich als Stadtpräsident den Reigen der Würdigungen beginnen und zwar mit einer kurzen persönlichen Note, auch als ehemaliger politischer Vorgesetzter von Walter.

Auf die Meilensteine seines langjährigen Wirkens im städtischen Dienst wird dann Baureferent Raphael Rohner, sein aktueller Vorgesetzter, eingehen.

Da Walter auch für den Kanton wichtige Aufgaben übernommen hat, wird heute auch der Forstdirektor einen Beitrag zu seinem Abschied liefern.

Geschätzte Damen und Herren

Den Bereich W+L durfte ich in den vergangenen zwei Jahren als Stadtrat betreuen, denn nach den Gesamterneuerungswahlen 2012 wechselte der Bereich einmal mehr vom Baureferat ins Finanzreferat. Walter hat diesen Wechsel nicht zum ersten Mal miterlebt…

Ich habe diesen Bereich sehr gerne übernommen. Einerseits bin ich da ja etwas familiär vorbelastet. Andererseits ist es kein Geheimnis, dass W+L in der Ära Vogelsanger so vorbildlich geführt war, dass sich die Belastung der politisch Verantwortlichen mit diesem Bereich in Grenzen hielt. Walter involvierte seine Chefs nur dann, wenn es wirklich nötig war. Und er wusste sehr genau, wenn es soweit war. Da kam ihm sicher seine politische Erfahrung und sein politisches Sensorium zu Gute. Und wenn er seinen Vorgesetzten involvierte, hat er das jeweils sehr professionell vor- und aufbereitet, so wie man sich das als Chef eben wünscht.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen an dieser Stelle auch die engsten Mitarbeitenden von Walter - Andi Moritz, Doris Müri, Karin Heydecker - ein tolles Team im Haus zum Eckstein, das ihm für die professionelle Bewältigung seiner zahlreichen Funktionen den Rücken frei hielt.

Die kurze Zeit als Forst-, Güter-, Rebbau-, Jagd-, Naturschutz und Hirsch­koloniereferent habe ich sehr genossen, denn ich konnte von Walter sehr viel lernen über unsere Stadt und Region, deren Geschichte, deren Fauna und Flora, aber auch über deren Menschen. Seine Menschenkenntnisse und sein Verhandlungsgeschick waren gerade bei flurpolizeilichen Aufgaben oder bei Verhandlungen mit Landwirten, Jägern, Naturschützern oder Holzhändlern Gold wert. Das habe ich selber erlebt. Walter hat mich immer so gut vorbereitet, dass ich wusste, wie zu verhandeln war und mit welchen Finten ich zu rechnen hatte.

Lieber Walter

Was habe ich an Dir besonders geschätzt? Ich habe mir 5 Punkte notiert:

  1. Deine Professionalität, die immer gepaart war mit viel Herzblut, wofür Du Dich eingesetzt hast, nicht nur für die Natur, sondern auch für deine Mitarbeitenden, was mir als Personalreferent besonders gefallen hat.

  2. Deine anerkannten Fähigkeiten als Krisenmanager in schwierigen
    Situationen.

  3. Deine Loyalität gegenüber Deinen Vorgesetzten, auch wenn Du nicht immer über alle deren Entscheide erfreut gewesen bist, vor allem wenn sie mit mehr Bürokratie verbunden waren.

  4. Deine Umgänglichkeit und Bescheidenheit im Auftritt, was sich z.B. darin zeigte, dass du es nie nötig hattest, mit Deinem Doktortitel zu weibeln.

  5. Deine besondere Erdung. Du bist immer mit beiden Beinen auf dem Boden gestanden, bist ein Genussmensch mit Humor und hast die Fähigkeit, die Dinge ihrer Gewichtigkeit nach richtig einzuordnen, auch die politischen Themen. Vielleicht hat das unterdessen mit Deiner Altersweisheit zu tun…

All dies machte Dich nicht nur zu einem wichtigen Bereichsleiter, sondern zu einem hervorragenden Botschafter unserer Stadt und zwar bis über die Landesgrenzen hinaus. Die Stadt ist für Dich eben mehr als nur eine Arbeitgeberin gewesen.

Wir hoffen, dass diese Botschafterfunktion über Deine Pensionierung hinaus anhält und Du z.B. als Stiftungsrat der Carl Oechslin Stiftung ab und zu auch ein gutes Wort für Deine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen einlegen wirst, vor allem wenn in den SN wieder einmal ein „Stadtbashing“ angesagt ist…

Aber ich habe da keine Zweifel, denn Du wirst uns ja noch in ein paar wertvollen Sonderfunktionen erhalten bleiben. Und das macht den Schmerz des Abschieds für beide Seiten heute erträglicher. Denn mit einem solchen Abschied ist ja immer auch etwas Wehmut verbunden, auch wenn man sich schon lange auf ihn freut.

Der französische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Anatole France (1844 – 1924) hat einmal gesagt: „Alle Veränderungen, sogar die meistersehnten, haben ihre Melancholie. Denn was wir hinter uns lassen, ist ein Teil unserer selbst. Wir müssen einem Leben Lebewohl sagen, bevor wir in ein anderes eintreten können.

Wir sind heute zusammen gekommen, um Walter zu würdigen und ihm Lebewohl zu sagen. Wir hoffen, dass Du Dich nicht bereits wieder mit zu vielen neuen Aufgaben und Jöbchen eindecken wirst, so dass Dir künftig mehr Zeit für Dich, Deine Frau und Deine Nächsten bleiben wird.

Lieber Walter

Ich danke Dir von Herzen für Deinen langjährigen, grossartigen Einsatz im Dienste der Bevölkerung unserer Stadt und unserer Region. Ich wünsche Dir im Namen des Stadtrats nur das Beste für die neue Lebensphase, vor allem natürlich gute Gesundheit, damit Du es zusammen mit Ruth noch lange geniessen kannst. Du hast es mehr als verdient!


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