Man lernt nie aus

 

Begrüssungsansprache zum 2. Weiterbildungsforum Hotel Rüden vom 07.04.2016

Man lernt nie aus, heisst ein altes Sprichwort und das trifft auch für die Arbeitswelt zu. Neue Technologien verändern die Tätigkeiten in nahezu allen Branchen und dies schneller denn je. Stichworte wie digitale Revolution, Web 2.0, Ökonomie 3.0 oder Industrie 4.0 zeigen, wohin die Reise geht.

Wer hier den Anschluss verliert, bleibt auf der Strecke. Nie ist das Wissen von gestern so schnell veraltet gewesen wie in unserer heutigen Zeit.

Die Ansprüche an die Arbeitnehmenden wachsen ungebrochen. Vernetzung und Multitasking sind selbstverständlich und die Kommunikation in verschiedenen Fremdsprachen gehört in diversen Berufen zum Standard.

Wer seinen Arbeitsplatz sichern und gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt haben will, kommt um eine gezielte Fortbildung nicht herum. Wer auf seinem Wissensstand stehen bleibt, ist dauerhaft nicht mehr wettbewerbsfähig oder wie es der amerikanische Komponist Benjam Britton einmal so treffen formulierte: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.“

Aus diesem Grund begrüsse ich natürlich solche Initiativen wie das Weiterbildungsforum, das alle wichtigen Player erfolgreich für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren versucht.

In meiner Funktion als Stadtpräsident führe ich neben der Stadtkanzlei, den Städtischen Werken sowie Controlling & Organisation auch das HR, bin also oberster Personalverantwortlicher.

Unser kompetentes und sehr engagiertes Personaldienst-Damenteam betreut alle 5 Referate, inklusive unserer Betriebe SH POWER und VBSH. Der Personaldienst ist für sämtliche Personalprozesse von der Personalgewinnung, zur Personalbetreuung, inkl. Honorierung, über die Personalentwicklung bis zur Personaltrennung zuständig. Eine grosse Herausforderung bei einem so heterogenen Unternehmen mit 1’575>Mitarbeitenden in 1'176 FTE.

Im Januar 2014 genehmigte der Stadtrat auf meinen Antrag hin das Personalentwicklungskonzept. Dieses dient dazu, die Personalentwicklung in der Stadtverwaltung ganzheitlich sicht- und steuerbar zu machen. Die Genehmigung bedeutete den Startschuss für weiterführende Massnahmen, welche in den laufenden Jahren in Angriff genommen werden konnten. Dazu zählen unter anderem

  • das Aus- und Weiterbildungsprogramm "Am Ball bleiben", welches jedes Jahr von den städtischen und kantonalen Mitarbeitenden rege genutzt wird
  • ein einfacher Vorschlag für die "Laufbahn- und/oder Nachfolgeplanung" sowie der dafür notwendige Prozess
  • ein Pilotprojekt zur Nachfolgeplanung der Kaderfunktionen im Bereich Alter.

Die Personalentwicklung ist nichts Statisches. Sie muss immer wieder hinterfragt und an die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden. Stillstand wäre auch hier verheerend, denn sie dient der unerlässlichen Erweiterung und Erhaltung der Mitarbeiter-Qualifikationen.

Grosse Bedeutung für die Stadt und mich als Personalreferenten hat in diesem Zusammenhang auch das Lehrlingswesen.

Ich bin stolz auf die konstant hohe Zahl Lernender in unseren Bereichen und Abteilungen. Wir sind eine der wichtigsten Ausbildnerinnen der Region und möchten das auch bleiben. Aktuell bilden wir über 90 Lernende in rund 20 verschiedenen Berufen aus. Das grosse Angebot von Lehrstellen spiegelt die Vielseitigkeit der Verwaltung, wobei das Potential an Ausbildungsplätzen wohl nie ganz ausgeschöpft ist und es sich immer wieder lohnt, neue Möglichkeiten zu prüfen. Ich versuche da auch mit gutem Beispiel voranzugehen. Zum ersten Mal gibt es seit diesem Jahr auch im Vorzimmer des Stadtpräsidenten einen Arbeitsplatz für einen Lernenden.

Natürlich braucht es für eine gute Lehrlingsbetreuung auch die nötigen Personalressourcen. Die zum Teil sehr dünne Personaldecke erweist sich für uns da immer wieder als eine grosse Herausforderung. Gerade auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel und die Schwierigkeit der öffentlichen Hand mit den Löhnen der Privatwirtschaft mithalten zu können, dürfen Aus- und Weiterbildung nicht durch Sparprogrammen und Personalabbau beeinträchtigt werden. 

Mit einer Grundausbildung schaffen sich die Lernenden die Basis für jegliche Weiterbildungen und die Betriebe übernehmen die Verantwortung in der Entwicklung von zukünftigen Fachkräften.

Aufgrund der neuen Bildungsverordnungen sind die Anforderungen an die Betriebe und die Lernenden nochmals gestiegen. Schlagwörter wie Sozial-, Methoden und Selbstkompetenzen gehören in allen Ausbildungen zum Standard. Die neu konzipierten Attest-Ausbildungen bieten den Jugendlichen, die den Schritt in eine Ausbildung für ein eidg. Fähigkeitszeugnis noch nicht packen, die Chance, den Weg in die Berufswelt zu finden. Wenn immer möglich ist im Anschluss an die Attestausbildung das eidg. Fähigkeitszeugnis anzustreben. Dies erhöht die Chancen auf dem Arbeitsmarkt massgeblich und bringt den Lernenden ein weiteres Erfolgserlebnis.

An diesem Beispiel ist gut zu sehen, wie wichtig es ist, bereits während der Erstausbildung den Lernenden die Vorteile von Weiterbildungen im beruflichen oder persönlichen Zusammenhang aufzuzeigen und ihr Verständnis dafür zu fördern.

Besonders beliebt bei unseren Lehrabgängern ist die Möglichkeit nach dem Lehrabschluss die Berufsmaturität zu erlangen und sich auf diesem Weg Zugang zu einem Fachhochschulabschluss oder sogar zu einer akademischen Ausbildung zu eröffnen.

Auch die von uns angebotene Möglichkeit, mit einem Berufspraktikum im Anschluss an die Lehre mehr Erfahrung sammeln zu können, ist bei den Lehrabgängern beliebt.

Die Ausbildung von Lernenden ist für die Betriebe wertvoll. Wenn selber ausgebildete Fachkräfte nach der Ausbildung übernommen werden können oder sie nach einigen Jahren in der Fremde wieder zurückkehren, können damit auch erheblicher Aufwand und hohe Kosten gespart werden. Zudem ist es immer spannend und befruchtend ihre Entwicklung mit zu verfolgen und die heranwachsenden Berufsleute auf ihrem Weg zu begleiten und zu fördern.

Ich komme zum Schluss: Weiterbildung beginnt also schon bei der Ausbildung. Ich kann es allen Unternehmen nur empfehlen, Jugendliche auszubilden und das eigene Wissen weiterzugeben. Es lohnt sich in mehrfacher Hinsicht.

Ich danke an dieser Stelle allen Beteiligten, die sich für die Aus- und Weiterbildung engagieren und wünsche dem Weiterbildungsforum viel Erfolg.

 

 


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