Kammgarn - wo die Zukunft der Stadt stattfindet

gehalten am 25.08.2016 am Städtetag 2016 im Kulturzentrum Kammgarn

Wie ich Ihnen heute Morgen bei der Begrüssung in Aussicht gestellt habe, können wir nun das Gala-Diner in einem alten, umgenutzten Zeitzeugen aus der Industrieära unserer Stadt geniessen, zu dem ich gerne noch ein paar Erläuterungen anbringe:

Eingebettet zwischen der Uhrenmanufaktur der IWC, dem Kloster Allerheiligen mit unserem grossen 4-Sparten Museum und dem Rheinufer ist hier eine dynamische Kulturszene zuhause, die weit über unsere Stadtgrenzen hinaus strahlt. Neben einem Restaurant, einem Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst und einem Musik-Clubraum stellt die Veranstaltungshalle das Herzstück dieses Kulturzentrums dar.

Die Stadt als Eigentümerin vermietet die Liegenschaft an die IG Kammgarn. Die jährlichen Unterstützungsbeiträge von Stadt und Kanton sind an Leistungsvereinbarungen geknüpft.

Die Kultur im Kammgarn veranstaltet hier seit über 25 Jahren Konzerte, Partys, ein Filmfestival, Theateraufführungen oder die legendären Irish Nights. Seit 1989 geht hier auch das Schaffhauser Jazzfestival, die wichtigste Werkschau der nationalen Jazz-Szene, über die Bühne.

Sie werden sich jetzt fragen, wie hier ein Kulturzentrum entstehen konnte. Deshalb noch ganz kurz etwas zur Entstehungsgeschichte: Wir befinden uns hier in den ehemaligen Hallen der 1866 erstellen, ersten Garnspinnerei der Schweiz. Die Nähe zum im gleichen Jahr eingeweihten Moserdamm im Rhein – dem damals grössten Flusskraftwerk mit Drahtseiltransmission - dürfte die Standortwahl massgeblich beeinflusst haben. 1889 hatte sich die Kammgarnspinnerei mit 409 Mitarbeitenden bereits zur grössten Arbeitgeberin der Stadt entwickelt.

1979, also 90 Jahre später, wurde der Spinnereibetrieb eingestellt, im Gleichschritt mit dem Niedergang der Textilindustrie in unserem Land.
1982 übernahm die Stadt für Fr. 5 Mio. das 10'000 m2 umfassende Kammgarnareal inklusive Bauten. Im selben Jahr wurden im Westflügel die weltbekannten Hallen für Neue Kunst eröffnet.

Nachdem 1990 das Stadtparlament beschlossen hatte, die beiden Fabriktrakte kulturell zu nutzen, scheiterte 1994 eine Vorlage über Fr. 5.5 Mio. für eine bauliche Sanierung an der Urne knapp. Der legendäre, unterdessen verstorbene Schaffhauser Schauspieler Matthias Gnädinger sorgte mit seinem Abstimmungskommentar schweizweit für Aufsehen. Vor laufenden Kameras meinte er in seiner unnachahmlichen Art und vielleicht in Anspielung auf unser Stadtwappen, den Ausschlag für die Ablehnung des Kredits hätten «7‘109 Schafseckel» gegeben.
Die Initianten gaben aber nicht klein bei und gründeten eine Genossenschaft, die IG Kammgarn, die sich für ein Modell mit einem zu grossen Teilen privat getragenen Kulturbetrieb einsetzte. Aufgrund einer grossen Solidaritätswelle kamen über Fr. 600‘000 zusammen, die hier im Ostflügel investiert werden konnten.

2014, nach 30 Jahren in Schaffhausen, stellten die Hallen für Neue Kunst den Betrieb im Westflügel leider ein: Die Gründer verlegten ihre Collection nach Basel.

Beim Westflügel sind wir als politisch Verantwortliche nun wieder gefordert. Wir evaluieren zurzeit neue Nutzungen. Nach dem Modell des Stadtrats sollen dort neben Kultur, Freihandbibliothek und Bildung künftig auch innovative Arbeitsplätze angesiedelt werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, den Kammgarnhof mit einer Tiefgarage von den Autos freizuspielen, um eine attraktive Aufenthaltsqualität zum Rhein hin zu erreichen. Die Vorlage soll diesen Herbst präsentiert werden.
Sie sehen, wir befinden uns hier an einem äusserst passenden Ort für unser Tagungsmotto, denn hier findet die Zukunft unserer Stadt statt.

Nun gebe ich das Wort für eine Grussbotschaft des Kantons gerne weiter an Dr. Reto Dubach, den aktuellen Regierungspräsidenten. Ich möchte ihm bereits an dieser Stelle im Namen der Stadt und von Ihnen allen dafür danken, dass der Kanton die Organisation des Städtetags 2016 mit einem wertvollen finanziellen Beitrag unterstützt hat.

 


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