Eröffnung Lohnmobil

Sehr geehrte Frau Regierungsrätin Ulla Hafner
sehr geehrte Alt-Stadträtinnen Vero Heller und Pearl Pedergnana
sehr geehrte Personalchefin des Kantons Astrid Makowski
liebe Supporterinnen und Supporter vom Frauenstammtisch sowie von den Personalverbänden und Gewerkschaften
verehrte Gäste

«In der Schweiz haben alle Frauen und Männer das Recht auf gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit.»
So steht es seit 1981 in Art. 8 Abs. 3 der Bundesverfassung. Das sind jetzt 35 Jahre und der Grundsatz ist bis heute nicht umgesetzt. Eigentlich ein Skandal, der aber leider nicht mehr die nötige öffentliche Aufmerksamkeit bekommt, die er eigentlich bekommen müsste…

Geschätzte Anwesende
Mit dieser etwas provokativen Feststellung starten wir in den Eröffnungsakt des Lohnmobils. Ich freue mich sehr, die spannende Ausstellung heute mit Ihnen auf dem Herrenacker eröffnen zu können. Sie ist seit März 2015 auf Tournee, wurde von der Konferenz für Chancengleichheit Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein initiiert und wird vom Eidgenössischen Büro für Gleichstellung sowie die ostschweizer Kantone mitgetragen.

Wenn man mich vor ein paar Monaten - also nach der ersten Anfrage der Winterthurer Alt-Stadträtin Pearl Pedergnana - danach gefragt hätte, ob es das Lohnmobil nach Schaffhausen schafft, hätte ich nicht darauf gewettet. Umso erfreulicher ist es, dass es nun doch noch geklappt hat.

Die ersten Reaktionen der von mir angefragten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen in Schaffhausen waren nicht besonders ermutigend. Die Begründung für die Zurückhaltung war immer die gleiche: Lohndiskriminierung gibt es bei uns nicht. Da sind die Andern gefordert. Das scheint mir ziemlich bezeichnend für die Situation in der Schweiz zu sein. Man ist sich auf Arbeitgeber- wie Arbeitnehmerseite zwar einig, dass die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau mit ca. 15% bis 20% immer noch zu hoch sind, zumal mindestens 40 % dieser Differenzen nicht erklärt werden können.
Diese Lohndifferenzen summieren sich immerhin auf ca. 7.7 Mia. Franken pro Jahr. Und dieses Geld fehlt den Frauen, Familien und später den Rentnerinnen. Der Konsens darüber, dass diese Situation eigentlich unhaltbar ist und sie gegen die Bundesverfassung und das Gleichstellungsgesetz verstösst, genügt aber nicht, um den Missstand zum Verschwinden zu bringen. Das hat auch der freiwillige Lohngleichheitsdialog des Bundes mit den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerdachverbänden von 2009 bis 2014 gezeigt.

Sehr geehrte Damen und Herren
In einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft gehen Ungerechtigkeiten alle etwas an. Das gilt auch für Verstösse gegen die Lohngleichheit.
Deshalb braucht es weitere Massnahmen, um das wichtige Ziel zu erreichen. Denn Lohngleichheit stärkt unsere Gesellschaft: Sie macht die Unternehmen als Arbeitgeber attraktiver, sie sorgt für zufriedenere Mitarbeitende, sie hilft dabei, die Frauen der Berufswelt zu erhalten und sie fördert auch neue Rollenmodelle bei der Aufteilung der Familienarbeit.

In diesem Zusammenhang muss auch die wertvolle Funktion des Lohnmobils gesehen werden: Es schaut hin, regt zum Nachdenken an und vermittelt wichtige Informationen.

Der ausgewiesene Handlungsbedarf bei der Lohngleichheit muss weiterhin im öffentlichen Bewusstsein und auf der politischen Agenda bleiben. Dabei sind auch die öffentlichen Arbeitgeber gefordert.

Ich bin froh, dass Kanton und Stadt Schaffhausen als Arbeitgeber ihre Verantwortung ernst nehmen und zusammen mit dem Frauenstammtisch und den unterstützenden Arbeitnehmerorganisationen – Sie finden diese auf dem Flyer aufgelistet - die Ausstellung hier bei uns ermöglicht haben. Dafür gebührt ihnen ein grosser Dank.
Ein besonderer Dank geht an Alt-Stadträtin Veronika Heller sowie Alt-Grossstadträtin Esther Bänziger, die mit ihrem wertvollen Engagement hinter den Kulissen einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben, dass das Lohnmobil seit gestern auf dem Herrenacker stehen kann.

Danken möchte ich auch dem städtischen Personaldienst unter der Leitung von Nicole Wehrli für den engagierten Support.

Ganz besonders gefreut hat mich, dass der Regierungsrat mit der Vorsteherin des Departements des Innern Ulla Hafner und der Kanton als Arbeitgeber mit Personalchefin Astrid Makowski heute Präsenz markieren und mit ihren Beiträgen ein wichtiges Zeichen setzen.

Jetzt wünsche ich dem Lohnmobil noch viel öffentliche Aufmerksamkeit und vor allem viele junge Schaffhauserinnen und Schaffhauser, die sich mit dem wichtigen Anliegen auseinandersetzen werden. Sie sind für mich die Hoffnung, dass das Ziel der Lohngleichheit zwischen Mann und Frau in unserem Land in den nächsten Jahren doch noch mal erreicht werden kann.


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