Verabschiedung Munotwächter

Werbekampagne Schweiz Tourismus mit Munotwächter Christian Beck

Stadt und Munotvereins verabschieden Christian und Christine Beck als Munotwächter

Wer ist der höchste Schaffhauser? Das ist natürlich eine rhetorische Frage, wenn sie der Stadtpräsident stellt. Bis vor kurzem fiel mir die Antwort auf diese Frage leicht: Christian Alexander Beck. Schliesslich bewohnte er die höchste und spektakulärste Behausung unserer schönen Altstadt. Er hatte den besten Überblick über all das, was unten in der Stadt geschah und war weit herum bekannt und angesehen.

Er war nicht nur Munotwächter, sondern auch ein hervorragender Sympathie- und Werbeträger unserer schönen Stadt. Kein Wunder, hat ihn Schaffhauserland Tourismus als Hauptperson für die Städtekampagne von Schweiz Tourismus benutzt:Während über zehn Jahren war Christian Beck mit Herz und Seele Munotwächter, stets charmant und tatkräftig unterstützt von seiner Frau Christine.

Es ist wohl kein Zufall, dass er seine berufliche Karriere, die ihn in viele Ecken unserer Welt geführt hat, als Munotwächter gekrönt hat. Als entfernter Verwandter von Johann Jakob Beck, dem Retter des Munots und Gründer des Munotvereins, wurde ihm das Munot-Gen wohl schon in seine Wiege gelegt. So genügte nach der Heimkehr in die Schweiz der Besuch eines Zunftbots seiner Metzgerzunft mit einem Vortrag des damaligen Munotvaters Urs Saxer, um ihn zur Bewerbung für das damals ausgeschriebenen Wächteramt zu bewerben. 

Das Amt des Munotwächtes ist eines der ältesten und traditionsreichsten, aber auch entbehrungsreichsten in der Geschichte unserer Stadt. Die Liste der nachweisbaren Hochwächter auf dem Unot beginnt im Jahre 1377, lange vor dem Bau des heutigen Munots, mit einem Mann namens «Claus». Seit 1430 ist die Liste der bis heute 68 Turmwächter lückenlos erhalten. Einen kleinen Eindruck von den Entbehrungen gibt das städtische "Amtsleutebuch", das auch "des Wachters aid uff dem Unot" enthält. Danach hatte der Munotwächter dem Bürgermeister und Rat Treue und Gehorsam zu geloben, musste den Turm tags und nachts behüten, um die Bürger vor Schaden zu warnen und zu bewahren. Verboten war jeglicher Wirtschaftsbesuch. Schon 1554 war festgehalten: «Will er drincken, soll er uff dem Turm mit siner frowe drincken!» Seinen Wachtposten durfte er nur am Sonntag zum Besuch der Messe und alle 14 Tage zum Gang ins öffentliche Bad verlassen. «Und so er also harab gat, so sol die Frow diewil umb sich sehen und den Thurn versehen, dessglichen so er tags notturfthalb sinen schlaff nehmen will.»
Schon im Mittelalter war also - wie noch heute bei Christian und Christine Beck - ein guter Teamgeist gefragt. Das mit dem Baden hat die Stadt mit dem Einbau eines Badezimmers in der Turmwohnung allerdings schon vor Jahrzehnten etwas gemildert. Immer geblieben aber ist das Läuten des Munotglöckleins jeden Abend um 21 Uhr. Selbstverständlich von Hand. Und wehe, das Glöcklein klingt einmal nicht wie gewohnt: Dann lassen die Anrufe aus der Stadt bei Munotwächters, bei der Polizei oder dem Stadtpräsidenten nicht auf sich warten. 

Ich weiss nicht, ob Christian und Christine Beck bei ihrem Amtsantritt vor über 10 Jahren den genau gleichen Eid wie ihre 67 Vorgänger ablegen mussten. Was ich aber in den vergangenen Jahren immer wieder von Einheimischen wie von Besucherinnen und Besuchern unserer Stadt hören konnte, hat mich überzeugt, dass sie ihre Pflichten als Wächter unseres Wahrzeichens und auch als Führer für unzählige Gäste nicht nur pflichtbewusst und kompetent, sondern auch kreativ, phantasievoll und voller Herzblut erfüllt haben.
Dafür danke ich im Namen des Stadtrates und der Bevölkerung ganz herzlich.
Gerne überreiche ich Euch in Anerkennung Eures grossen Einsatzes ein Abschiedsgeschenk der Stadt, das Euch den Start in die neue Freiheit erleichtern und hoffentlich zu manch gemeinsamen Ausflug inspirieren wird.

Herzlichen Dank für Eure treuen Dienste für Bürgermeister und Rat - wie es früher hiess. Wir wünschen Euch von Herzen für Eure Zukunft - gleich neben dem Munot - viel Glück und beste Gesundheit.

 

 


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