UBS hat Standortvorteile Schaffhausens erkannt

Begrüssung am UBS-Wirtschaftsforum vom 07.06.2017 im Stadttheater 

Ich freue mich, Sie im Namen des Stadtrats und von 36'261 Schaffhauserinnen und Schaffhausern hier in unserem schönen Stadttheater, das vor kurzem seinen 150 Geburtstag feiern konnte, herzlich willkommen zu heissen und danke für die freundliche Einladung.

Traditionellerweise stellen wir dieses ehrwürdige Gastspieltheater, das einen wichtigen Eckpunkt unserer Kulturpolitik darstellt, auch gerne für Anlässe Dritter wie das UBS-Wirtschaftsforum zur Verfügung.

Kunst und Wirtschaft können sich ja nicht nur gegenseitig befruchten, sondern weisen auch Gemeinsamkeiten auf: Jean-Daniel Gerber, ehemaliger Staatssekretär und Direktor des SECO hat dazu einmal festgehalten: «Sowohl die Kunst als auch die Wirtschaft sollten in erster Linie der Gesellschaft dienen.» Das kann ich als Vertreter der öffentlichen Hand natürlich nur unterschreiben.

Deshalb sehe ich als Ziel unserer Wirtschaftspolitik - und das gilt im Grossen wie im Kleinen - die Schaffung von Rahmenbedingungen, die ein langfristiges und nachhaltiges Wirtschaften fördern. Die Kunst besteht darin, das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, gesellschaftlicher Solidarität und ökologischer Verantwortung zu wahren.

Dass wir diesen Balanceakt hier in Schaffhausen nicht so schlecht machen, zeigt sich in verschiedenen Bereichen:

Zu unseren Assets, denen wir unseren Erfolg als Wohn- und Wirtschaftsstandort verdanken, gehört einerseits die hohe Lebensqualität, für die wir als erste Energiestadt Europas mit Goldlabel seit vielen Jahren Einiges unternehmen.

Andererseits wirkt unsere Stadt als wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, kultureller und sportlicher Motor der ganzen Region.

Kaum eine andere Stadt der Schweiz unserer Grösse verfügt über ein ähnlich vielseitiges und reichhaltiges Freizeit-, Kultur- und Sportangebot.

Auch finanziell sind wir aktuell zum Glück so gut aufgestellt wie seit langem nicht mehr: Die Rechnung 2016 schliesst mit einem historischen Rekordüber­schuss von über Fr. 35 Mio. und das bei einem Haushalt von rund Fr. 250 Mio. Verantwortlich dafür sind vor allem einmalig hohe Unternehmenssteuern von fast Fr. 50 Mio.

Das ermöglicht es uns, in die wichtigen Infrastrukturen und die wertvollen Dienstleistungen zugunsten unserer Bevölkerung und Wirtschaft zu investieren, um unsere hohe Standortqualität zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Das war leider nicht immer so. Wir haben aber nach der Industriekrise der 90-er Jahre, bei der in unserer Region gegen 10'000 Arbeitsplätze verloren gingen, den wirtschaftlich Turnaround geschafft, vor allem auch dank einer erfolgreichen Ansiedlungspolitik, die Schaffhausen zu einem wichtigen Standort internationaler Unternehmen gemacht hat.

Geschätzt werden vor allem die kurzen Wege und die unkomplizierten Kontakte zu den Behörden, die verkehrsmässig gute Anbindung an den Flughafen ZH und an die Wirtschaftsräume ZH, Basel, Stuttgart und den Bodensee sowie der Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften im süddeutschen Raum, von denen über 6'000 als Grenzgänger jeden Tag in unseren Kanton pendeln.

Der deutsche Theologe Detlev Fleischhammel soll zur Frage, wer eigentlich für eine florierende Wirtschaft verantwortlich ist, einmal gesagt haben:
Komisch: wenn die Wirtschaft floriert, dann führt die Regierung das auf ihre Politik zurück; wenn nicht, dann hat das selbstverständlich andere Gründe.“

Helmut Kohl sah die Rollen genau umgekehrt, als er meinte: „In den Jahren, in denen die Unternehmen hohe Gewinne machten, stellte man dies als Leistung des Vorstandes oder auch der Belegschaft (…) dar. In wirtschaftlich weniger günstigen Zeiten, werden die Schwierigkeiten der Politik angelastet.“ Nun, vielleicht haben ja beide ein bisschen Recht.

Auf jeden Fall sind die Vorzüge unserer Stadt und Region sowie unsere positive Entwicklung auch der UBS nicht verborgen geblieben. Das hat ja auch das Interview mit Herrn Blessing in den heutigen SN gezeigt.

Mit grosser Freude durften wir letztes Jahr erfahren, dass die sie ab diesem Herbst mit dem Umzug von insgesamt 400 - 500 Arbeitsplätzen nach SH ins Solar 5 beginnen werden. Natürlich wissen wir, dass diese Verlagerung der "Shared Service Centers" weg aus Zürich in mittelgrosse Städte der Peripherie einer Regionalisierungsstrategie folgt, bei der es dank tieferen Immobilienpreisen und Löhnen auch um Kosteneinsparungen geht. Ich bin aber überzeugt, dass dieser erfreuliche Unternehmensentscheid zu einer klassischen Win-Win Situation führen wird, weil die UBS, die Stadt und unsere ganzen Region davon profitieren werden.

Wir, und damit meine ich nicht nur die Stadtregierung, sondern schliesse ungefragt auch die anwesenden Mitglieder der Kantonsregierung mit ein - sind uns bewusst, dass eine florierende Wirtschaft und ein gutes Verhältnis zu unseren Unternehmen für uns von grosser Bedeutung sind, denn wir brauchen ihre Wertschöpfung, ihre Arbeits- und Ausbildungsplätze und ihre Steuern, damit SH auch weiterhin erfolgreich unterwegs sein kann.

Das Fazit meiner kurzen Begrüssung könnte man also wie folgt zusammenfassen: Die Beziehungen zwischen Politik und Wirtschaft sind zwar manchmal komplex und anspruchsvoll, aber in Schaffhausen sind sie traditionell sehr konstruktiv und gut.

Ich hoffe – und werde mich weiterhin dafür einsetzen – dass das auch in Zukunft so bleiben wird und bin deshalb auch überzeugt, dass Sie, geschätzte Vertreterinnen und Vertreter der UBS, Ihren Entscheid, nach SH zu kommen nicht bereuen und Ihre Mitarbeitenden sich bei uns wohlfühlen werden. Jetzt wünsche ich Ihnen weiterhin einen spannenden Abend und freue mich auf das weitere Programm.

 


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