Kulturelle Vielfalt ist kein Selbstläufer

Begrüssung zur Jubiläumsfeier vom 02.09.2017 in der Kammgarn

Ich freue mich riesig, Euch heute Abend im Namen der Stadt, also quasi als Hausherr dieser Hallen, aber auch als langjähriges Contempo-Mitglied zu diesem schönen Jubiläum begrüssen zu dürfen.

Viele von Euch sind ja "Überzeugungstäter" und schon dabei gewesen, als sich am 17.10.1992 unter der Federführung von Dani Leu engagierte und weitsichtige Schaffhauserinnen und Schaffhauser zur Gründung des Contempo zusammen gefunden haben.

Ziel war es damals, das vielfältige, zeitgenössische Kulturangebot in der Kammgarn mittels finanzieller Unterstützungsbeiträge zu fördern, ohne Einfluss auf das Programm zu nehmen. In den vergangenen 24 Jahren sind so insgesamt Fr. 970'000 für die KiK zusammengekommen. Und mit dem diesjährigen Beitrag wird die Millionengrenze geknackt!
Die Stadt ist sich bewusst, dass es ohne diese finanziellen Mittel hier niemals ein so tolles kulturelles Angebot möglich geworden wäre.

Mit der Vereinsgründung 1992 sollte zudem bei breiten Bevölkerungskreisen Goodwill für die Kammgarn als Kulturzentrum geschaffen werden.
Dieses Ziel ist rückblickend sicherlich erreicht worden, auch wenn die Volksabstimmung von 1994 über die Sanierung der städtischen Liegenschaft und ihrer Nutzung als Kulturzentrum wegen 7'109 "Schafseckeln" (Zitat Matthias Gnädinger) knapp negativ ausgegangen ist.
Es macht mich als Stadtpräsidenten stolz, dass unsere Kammgarn als attraktives Kulturzentrum heute nicht mehr aus Schaffhausen wegzudenken ist. Sie ist eine feste Grösse geworden, um die uns ganz viele andere Städte beneiden.
Trotzdem ist es leider bis heute politisch anspruchsvoll geblieben, bei der öffentlichen Hand die nötigen Mittel dafür zu erwirken. Das hat zuletzt auch die Budgetdebatte 2016 im Grossen Stadtrat gezeigt. Leider ist die Erkenntnis, dass Städte mit kulturellem Reichtum auch erfolgreiche Unternehmen und qualifizierte Arbeitskräfte anziehen, noch nicht bei allen angekommen. Wir arbeiten daran…

Für viele Schaffhauserinnen und Schaffhauser, welche die Geschichte der Kammgarn nicht kennen, ist das tolle Angebot hier einfach viel zu selbstverständlich geworden.
Ich sehe das bei meinen eigenen Kindern.
Neben der materiellen Förderung des Kulturbetriebs hat der Verein Contempo da also immer noch eine wichtige Aufgabe. Ich bin froh, dass das die Vereinsführung auch so sieht und getreu dem Vereinsnamen immer wieder neue, zeitgemässe Instrumente sucht, um die Vereinsziele auch in Zukunft erreichen zu können.

Nicht vergessen darf man im Zusammenhang mit dem Jubiläum natürlich der Contempo-Preis, der in den vergangenen 25 Jahren schon 24 Mal vergeben werden konnte. Auch heute freuen wir uns auf die Verleihung der begehrten Auszeichnung an eine von drei talentierten Nachwuchsschauspielerinnen aus unserer Region.
Mit dem Contempo-Preis haben wir alle zusammen im letzten Vierteljahrhundert das Schaffen herausragender SH-Künstlerinnen und Künstlern mit insgesamt Fr. 120'000 gefördert und gewürdigt. Das ist doch auch ein Grund, uns heute selber etwas zu feiern.

Zum Schluss ist es an mir, Euch allen im Namen der Stadt einen grossen Dank auszusprechen. Ihr habt in den vergangenen 25 Jahren mit Euerm ideellen und materiellen Einsatz für ein reichhaltiges Kulturangebot in der Kammgarn einen enorm wichtigen Beitrag an die Attraktivität unserer Stadt geleistet. Das ist nicht selbstverständlich und verlangt nach einem Zeichen der Wertschätzung des Gemeinwesens, das ich heute gerne überbringe.

Den Contempo wird es aber auch in Zukunft brauchen, weil kulturelle Vielfalt kein Selbstläufer ist. Ich hoffe deshalb, auch weiterhin auf Euer wertvolles Engagement zählen zu können, insbesondere auch dann, wenn es in ein paar Monaten um die Vorlage zur Entwicklung der Kammgarn West gehen wird, wo der Kultur auch wieder einen wichtigen Stellenwert zukommen soll.  
Den Verantwortlichen des Vereins wünsche ich für die Zukunft viel Mut, Elan und Erfolg, damit wir auch beim nächsten Jubiläum wieder Grund zum Feiern haben werden.


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