Risikofaktor für Tötungsdelikte und Suizide

30.09.2006 in den Schaffhauser Nachrichten zur Revision des Waffenrechts 

Der häuslichen Aufbewahrungspflicht von Armee und Munition kommt keinerlei militärische Notwendigkeit mehr zu. Dies musste der Bundesrat unterdessen sogar selbst einräumen. Er begründet darum sein Festhalten an diesem alten Zopf ideologisch damit, dass die Weiterführung dieser Tradition den Wehrwillen der Schweizer Bevölkerung gegen innen und aussen demonstriere und das Vertrauensverhältnis zwischen Staat und Bürger manifestiere und fördere. In Anbetracht der gesellschaftlichen Realitäten erweist sich diese Begründung als blanker Zynismus. Wissenschaftliche Untersuchungen und internationale Vergleiche belegen unterdessen klar, dass die jederzeitige Verfügbarkeit von Schuss samt Munition einen hohen Risikofaktor für Tötungsdelikte und Suizide darstellt. Aus Präventionsgründen ist die Erschwerung des Zugangs zu solchen Waffen mit einem grossen Gefährdungspotenzial dringend geboten. Es sollte eigentlich gar keine Zweifel darüber geben, wie eine Güterabwägung ausfallen müsste, wenn es um den Schutz von Leib und Leben geht. Darum ist es völlig unverständlich, dass die bürgerliche Mehrheit der Landesregierung sogar den Kompromissvorschlag, Militärangehörigen wenigstens keine Munition mehr mit nach Hause zu geben, ablehnt. Im Hinblick auf die Beratung dieses Themas im Bundesparlament stimmt die aktuelle Debatte um die Revision des Waffengesetzes im Nationalrat wenig hoffnungsvoll: Waffenlobby und Traditionalisten haben sogar ein Verbot von höchst gefährlichen Repetierschrotflinten (Pump Action) verhindert. Gibt es im Jahr 2006 wirklich keine anderen Möglichkeiten mehr, das Vertrauensverhältnis zwischen Staat und Bürger zu fördern, als durch die Überlassung von Schuss und Munition?


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