Ansprache am Mitarbeiteranlass der Stadt

Rede am Mitarbeiteranlass im Stadttheater vom 02.12.2009

Liebe Mitarbeitende

Das 1. Jahr im Stadtrat ist vergangen wie im Fluge. Ich habe es als äusserst spannend und interessant, aber auch sehr intensiv erlebt, vor allem weil ich daneben noch einen zweiten Job zu versehen habe.
Ich wurde sehr gut aufgenommen und fühle mich an meiner neuen Wirkungsstätte pudelwohl. Das hat sicher mit den vielen motivierten Menschen zu tun, die mich bei meiner Aufgabe unterstützen.
Ich hatte bisher viele positive persönliche Begegnungen mit Mitarbeitenden, die sich mit Herzblut engagieren, damit der Service Public in unserer Stadt gut funktioniert. Das ist für mich jeden Tag ein Aufsteller. Ich bin darum auch stolz, für diese Menschen, für Euch liebe Mitarbeitende, als Personalreferent Verantwortung tragen zu dürfen.
Natürlich gibt es auch in der Verwaltung noch Einiges zu tun. Es gibt verschiedene Dinge, man noch besser machen könnte. Zum Glück, sonst brauchte es uns vom Stadtrat ja gar nicht mehr.
Neben der Kommunikation, die der SR als bereichsübergreifendes Legislaturziel festgelegt hat, sehe ich vor allem einen Punkt, den wir künftig zusammen verbessern müssen: Es geht um das "Gartenhäglidenken" das noch in zu vielen Köpfen unserer Verwaltung herumgeistert und das bis in die obersten Führungsetagen. Diese Geister wollen wir austreiben. Das Selbstverständnis der Bereiche, Abteilungen und Betriebe, ein Teil eines Ganzen zu sein, das Stadt heisst, muss weiter wachsen und gestärkt werden. Es braucht einen einheitlicheren Auftritt nach innen wie nach aussen. Daran müssen wir arbeiten. Gemäss Legislaturziel Ziff. 7.5 geht es dabei auch um die Stärkung des "Wir-Gefühls" beim Personal. Ein wichtiger Baustein bildet dabei die dieses Jahr eingeführten Einführungsanlässe für Neueintretende, welche auf sehr positives Echo gestossen sind.

Wir haben dieses Jahr zahlreiche, anspruchsvolle Projekte angeschoben, welche die Stadt vorwärts bringen sollen, auch in meinem Referat.

Ich mache gerne noch ein paar Bemerkungen dazu, insbesondere zu wichtigen Neuerungen im Personalwesen.
Im Personalbereich läuft zur Zeit extrem viel. Das ist unter anderem auch Ausfluss unserer Legislaturziele, Ziff. 7.6: Die Stadt will eine vorbildliche, attraktive Arbeitgeberin und wichtige Ausbildnerin von beruflichem Nachwuchs sein.
Nicht zuletzt auch dank einem äusserst engagierten, sehr professionell arbeitenden Personaldienst, der für die Umsetzung der anspruchsvollen Vorgaben des Stadtrats verantwortlich ist, sind wir im ablaufenden Jahr unserem vorgenannten Legislaturziel wieder einen Schritt näher gekommen.
Ich greife nur 5 Projekte heraus, welche für die Stadt als Arbeitgeberin und für Sie alle als Mitarbeitende von erheblicher Bedeutung sind:

Das betriebliche Gesundheitswesen ist Ausfluss

  • aus der Mitarbeiterumfrage 2008
  • der Fürsorgepflicht der Stadt als Arbeitgeberin und
  • zu hohen, gesundheitlich bedingten Krankheitsabsenzen der vergangenen Jahre

Darum wurde das BGM per 01.10.2009 eingeführt.
Es umfasst

  • Absenzerfassung
  • Gesundheitsmanagement
  • Gesundheitsförderung –> 1. Projekt Ergonomie am Arbeitsplatz

Das BGM wird in allen Bereichen und Abteilungen durch die ausgebildeten Mitarbeiterinnen des Personaldienstes vorgestellt.
Was ist die Zielsetzung dieses Projekts?
Mit einer rechtzeitigen und gezielten Betreuung unserer kranken MA durch Vorgesetze und PD sollen schwerwiegendere Folgen für die Betroffenen wie für die Stadt als Arbeitgeberin verhindert werden.

2. Projekt: Einführung des neuen Personal- und Lohnverwaltungssystems xpert -line auf 01.01.2010.
Da handelt es sich um einen Riesenlupf, denn alle massgeblichen Personal- und Lohndaten müssen aus einem völlig veralteten ins neue System überführt werden.
Ziel: Allen Mitarbeitenden werden Ende Januar die korrekten Löhne ausbezahlt. Wir sind darauf angewiesen, dass Sie alle ihre Lohnabrechnung kontrollieren und dem Personaldienst allfällige Fehler zurückmelden.
Das neue System soll nicht nur dem Personaldienst und der Lohnbuchhaltung bei der Erfüllung ihrer Aufgaben grosse Vorteile bringen, sondern auch den Vorgesetzten in allen Abteilungen.

Ähnliches gilt für das Projekt der flächendeckenden Zeiterfassung und Personaleinsatzplanung. Diese wird ein Philosophiewandel in unserer Verwaltung bringen, weil alle ab 01.01.2010 ihre Arbeitszeit erfassen müssen, die meisten von uns am PC. Die Daten der Zeiterfassung werden mit der neuen Personal- und Lohnverwaltung elektronisch verknüpft. Damit machen wir auf dieser Ebene einen Quantensprung.
Die Schulung des Personals in allen Abteilungen sollte bis Ende Dezember abgeschlossen sein.

4. Projekt: Ablösung des GLAZ und Umstellung auf die Jahresarbeitszeit per 01.01.2010.
Die wichtigste Auswirkung ist sicher eine Flexibilisierung der Arbeitszeit, welche sich für Mitarbeitende wie für die Stadt als Arbeitgeberin positiv auswirken soll.  

Und zum Schluss darf ich auch noch auf den Abschluss der Krankentaggeldversicherung hinweisen. Dabei handelt es sich um eine alte Forderung der Personalkommission.
Für das erste Jahr, in dem gemäss Personalgesetz eine Lohnfortzahlungspflicht der öffentlichen Hand besteht, übernimmt die Stadt die Versicherungsprämie. Für das zweite Jahr können wir allen Mitarbeitenden sehr günstig einen freiwillige Versicherung anbieten. Erfreulicherweise haben bereits zahlreiche Mitarbeitende von dieser Gelegenheit Gebraucht gemacht.

Erlauben Sie mir als Finanzreferent noch ein paar Bemerkungen zur Finanzlage der Stadt zu machen. In den vergangenen Monaten fuhren gewisse politische Exponenten und Jungpolitiker eine ziemlich aggressive Kampagne gegen den Stadtrat und die Stadt. Dabei wurden immer wieder unwahre Behauptungen über unsere finanzielle Situation verbreitet. Darum hier ein paar Klarstellungen, die auch Ihrer Beruhigung dienen sollen:

Vorweg: Die Stadt hat ihre Finanzen im Griff. Wir verfügen bei den Banken über ein sehr gutes Rating, was sich in sehr vorteilhaften Konditionen bei der Fremdgeldaufnahme auswirkt.
Das Budget 2010 ist fast ausgeglichen, obwohl es analog zum Kanton eine Lohnsummensteigerung von 0,7% enthält. Ich werde im Namen des SR am nächsten Dienstag im Stadtparlament dafür kämpfen, dass dies so bleibt.
Das Budget konnte nicht zuletzt auch dank den Sparanstrengungen aller Bereiche und Abteilungen beinahe ausgeglichen gestaltet werden. Dafür auch an dieser Stelle ein grosser Dank.
Unsere Schulden von 50 Mio. Franken sind im inner- wie interkantonalen Vergleich auf einem bescheidenen Level. Ihnen stehen massgebliche Werte von mehreren hundert Millionen entgegen.
Auch sind wir weit von einer Steuerhölle entfernt. Mit 98 Punkten liegt unser Steuerfuss klar unter dem kant. Schnitt von 105 Punkten. 2001 lag er noch bei 112. Diese Steuersenkungen und die Steuergesetzrevisionen des Kantons sind aber nicht spurlos an uns vorbei gegangen. Ohne diese Entlastungen der Steuerzahlenden hätten wir heute rund 30 Mio. Franken mehr in der Kasse!

Und ganz zum Schluss noch der Ausblick:
Mit dem Finanzplan 2010 – 13 zeigt der SR auf, wohin die Reise in den nächsten 3 Jahren gehen soll. Wir möchten in die Attraktivität unserer Stadt als Wohn- und Wirtschaftsstandort investieren, um 2013, wenn der Halbstundentakt nach Zürich kommt, bereit zu sein und vor allem mehr attraktiven Wohnraum für Neuzuzüger anbieten zu können. Damit wollen wir unser Steuersubstrat nachhaltig verbessern. Das brauchen wir unter anderem, um auch langfristig unsere Leistungen – die Sie zugunsten der Bevölkerung erbringen - finanzieren zu können.
Der Stadtrat hofft, dass Sie, der Grosse Stadtrat und das Volk unsere Strategie mittragen werden. Wir sind überzeugt, dass sich dieser Weg lohnen wird.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen bereits an dieser Stelle frohe Festtage und nur das Beste zum neuen Jahr. Ich freue mich, auch 2011 zusammen mit Ihnen einen Beitrag dazu leisten zu können, unsere Stadt weiter vorwärts zu bringen.

 


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