Mit Optimismus in ein schwieriges 2011

Ansprache am Mitarbeiteranlass vom 16.12.2010 im Stadttheater

Ich freue mich als Personalreferent, Sie zum heutigen Anlass begrüssen zu dürfen. Mein besonderer Gruss geht an alle, die im ausklingenden Jahr neu zur Stadt gestossen sind, um uns mitzuhelfen, unserer Bevölkerung einen hochwertigen Service public zu bieten. Ein spezieller Gruss geht an die 22 Mitarbeiterinnen des Spitex-Teams Buchthalen, die nun als städtische Angestellte im QDZ Künzle-Heim ihre neue Basis haben werden. Ich habe am letzten Mitarbeiteranlass konstatiert, dass mein erstes Amtsjahr wie im Fluge vergangen sei. Ich kann Ihnen versichern, das zweite Jahr war nicht weniger schnell vorüber. Im Gegenteil: Wegen dem heftigen Abstimmungskampf um die Steuerinitiative erwies sich 2010 als noch einmal eine Stufe intensiver. Zum Glück haben wir - nicht zuletzt auch dank Ihrem persönlichen Einsatz und Ihrer Stimmkraft - diesen Urnengang gewinnen und erheblichen Schaden von der Stadt abwenden können. Ich hoffe, dass die städtische Politik nächstes Jahr wieder mehr von konstruktiver Sachlichkeit statt von destruktivem Populismus geprägt sein wird. Aber vermutlich wird das ein frommer Wunsch bleiben, denn heute misst sich der politische Erfolg leider primär an der Medienpräsenz und nicht mehr daran, wie man ein Gemeinwesen vorwärts bringt. Wer mehr Lärm und auf Konfrontation macht wird wahrgenommen. Wen interessieren schon Erfolgsmeldungen? Und von denen gab es im vergangenen Jahr in der Stadtverwaltung doch einige, auch in meinem Referat. Wie meine Stadtratskollegen nehme ich die Gelegenheit gerne wahr, auf einige Meilensteine dieses Jahres hinzuweisen:
Personalentwicklung
Im städtischen Leitbild steht: „Die Stadt SH fördert das lebenslange Lernen und baut ihre Weiterbildungsangebote gezielt aus.“ Eines unserer Legislaturziele, Ziff. 7.6, heisst: „Die Stadt will eine vorbildliche, attraktive Arbeitgeberin und wichtige Ausbildnerin von beruflichem Nachwuchs sein.“ Um diesen Anforderungen gerecht zu werden und im Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, haben Kanton und Stadt dieses Jahr beschlossen, sich gemeinsam für eine zeitgemässe Personalentwicklung zu engagieren. Durch diese Zusammenarbeit soll das Angebot erweitert und unser organisatorischer Aufwand im Rahmen gehalten werden, analog zur bereits erfolgreichen, gemeinsamen KV-Lehrlingsausbildung. Im November Lohnzettel haben Sie den Flyer zugestellt erhalten, den die kant. Personaldirektorin und ich als städt. Personalreferent unterschrieben haben. Das gemeinsame Bekenntnis zu einer gesamtheitlichen Personalentwicklung kommt vor allem in einem gemeinsamen Weiterbildungsprogramm zum Ausdruck. Liebe Mitarbeitende (MA), es soll dazu dienen, Ihre Qualifikationen zu erhalten und zu erweitern. Wir sind auf das bessere Ausschöpfen unserer internen Ressourcen angewiesen, weil wir gerade bei der Rekrutierung von Fach- und Führungskräften im Markt wegen unseres engeren Lohnkorsetts immer wieder mit Probleme zu kämpfen haben. Zum Glück hat sich unser Einsatz im GSR gegen den Streichungsantrag der GPK-Mehrheit gelohnt: Mit 15 : 14 Stimmen wurden die für die gemeinsame Personalentwicklung mit dem Kanton nötigen Fr. 35'000 im Budget belassen. Personalzeitung (PZ)
Sie erinnern sich: Der Grosse Stadtrat (GSR) hat im Dezember 2009 den Budgetposten für unsere Personalzeitung für das Jahr 2010 um die Hälfte reduziert. Weil wir nicht innert weniger Wochen alles auf den Kopf stellen konnten, hat das Redaktionsteam beschlossen, 2010 eine abgespeckte Version der bisherigen PZ – schwarz/weiss und mit nur 2 statt 3 Ausgaben – zu produzieren. Im Rahmen eines Workshops mit Vertretern aller städt. Bereiche und mit externen Fachleuten wurden die Bedürfnisse der Leserschaft und die Möglichkeiten der künftigen Produktion evaluiert. In den vergangenen Monaten entstand daraus ein neues Konzept unter dem Titel „Blickfang“. Seine wichtigsten Eckpunkte können Sie auf der Folie ersehen. Es war eine Freude, mitzuerleben, mit wie viel Herzblut hier etwas aufgegleist wurde, das hoffentlich positive Aufnahme bei Ihnen allen finden wird. Ich möchte mich an dieser Stelle beim federführenden Personaldienst (PD) und allen MA, welche sich für die neue PZ engagieren, im Namen des SR ganz herzlich bedanken. Ein grosser Dank geht an dieser Stelle auch an alle betroffenen Vorgesetzten: Nur dank Ihrem Verständnis und Entgegenkommen wird es möglich sein, dass wir die neue PZ mit internen Ressourcen produzieren können. Wir sind sehr gespannt auf die erste Nummer, welche gegen Ende März erscheinen wird.
Zeiterfassung / Personaleinsatzplanung
Dieses äusserst anspruchsvolle Projekt Zeiterfassung/Personaleinsatzplanung wurde 2009 gestartet und ist nun in der Endphase der Umsetzung. Auf Anfang 2010 wurde die flächendeckende Zeiterfassung eingeführt. Vor allem aufgrund des enormen Zeitdrucks, unter welchem dieses Projekt durchgezogen werden musste, kam es zu einigen unerwarteten Schwierigkeiten. Zudem mussten sich einzelne MA beim Jahreswechsel zugunsten der Stadt einige Überstunden ans Bein streichen. Besten Dank an dieser Stelle allen Betroffenen für ihr Verständnis. Seit Ende November 2010 läuft nun die wichtige Schnittstelle zur neuen Lohnapplikation für die meisten MA. Der Stadtrat (SR) freut sich, dass wir damit einen Quantensprung gemacht haben, was eine zeitgemässe Personal- und Lohnadministration betrifft. Der Kanton wird nächstes Jahr nachziehen. Die Personaleinsatzplanung, welche ebenfalls eine Schnittstelle zur Lohnapplikation aufweist, soll vor allem auch den Altersheimen eine Erleichterung bringen. Der Umsetzungsplan ist anspruchsvoll. Ich bin überzeugt, dass sich auch hier der von allen Beteiligten geleistet Einsatz lohnen wird.
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
Am letzten MA-Anlass habe ich über die Zielsetzung des BGM, welches per 01.10.2009 eingeführt worden ist, informiert. Das BGM ging als Anliegen aus der MA-Umfrage 2008 hervor. Mittels einer rechtzeitigen und gezielten Betreuung unserer kranken MA durch Vorgesetze und PD sollen schwerwiegendere Folgen für die Betroffenen sowie für die Stadt als Arbeitgeberin verhindert werden. Die ersten Erfahrungen waren durchwegs positiv. Die begleiteten MA haben die wertschätzende Betreuung als wichtige Unterstützung empfunden. Leider ist das BGM noch nicht ganz in allen Abteilungen angekommen. Der SR hofft, dass 2011 alle dabei sein werden. Im nächsten Jahr wird neben kleinen Aktionen zur Gesundheitsförderung vor allem die Fortsetzung des Projekts Ergonomie am Arbeitsplatz im Zentrum stehen.
Einwohnerdienste / Finanzen
Unter den Legislaturschwerpunkt 7.4 „Die Stadt Schaffhausen hat eine moderne bürgerfreundliche Verwaltung mit zeitgemässen Kompetenzen, Strukturen und Prozessen“ können zwei Meilensteine subsumiert werden, welche dieses Jahr aufgegleist worden sind. Es geht einerseits um eine kundenfreundlichere Vereinheitlichung der Öffnungszeiten und Erreichbarkeiten der Verwaltung. Hier wurde zusammen mit Vertretern aus allen Bereichen eine Lösung gefunden, welche nicht nur bürgerfreundlicher ist, sondern auch auf die Bedürfnisse der Verwaltung und Betriebe Rücksicht nimmt. Die Umsetzung wird im Frühling stattfinden, wenn der Info-Schalter im Erdgeschoss des Stadthauses seinen Betrieb aufnehmen kann. Die Information der MA und der Öffentlichkeit wird zeitgerecht erfolgen. Die Zentralverwaltung, welche nach dem Abgang unserer langjährigen, äusserst verdienstvollen Chefbuchhalterin Hanni Theiler 2011 neu organisiert wird, hat auf 2010 hin erfolgreich die Buchhaltung auf die institutionelle Gliederung umgestellt. Damit wird in Budget und Rechnung unsere Organisation besser abgebildet. Besten Dank auch hier allen Abteilungen für die Mitarbeit bei der anspruchsvollen Umsetzung. Es hat sich gelohnt. Wir haben bisher nur positive Reaktionen erhalten - auch im Parlament.
Budget 2011
Als Finanzreferent komme ich nicht umhin, noch etwas zu den Finanzen, insbes. zum Budget 2011 zu sagen - auch wenn es hier nicht viel Positives zu vermelden ist. Sie haben sicher mitbekommen, dass die finanziellen Aussichten für das nächste Jahr wenig erfreulich sind und dies, obwohl in allen Bereichen sehr diszipliniert und zurückhaltend budgetiert worden ist. Die meisten Abteilungen haben für 2011 ihren Aufwand stabilisiert oder sogar reduziert, wofür ich an dieser Stelle allen Beteiligten danke. Und obwohl im Budgetprozess harte Sparvorgaben des SR umgesetzt werden mussten, wir die Investitionen auf einen Tiefststand hinunterfahren und die Abschreibungen auf das absolute Minimum reduziert wurden, soll in der Laufenden Rechnung 2011 voraussichtlich ein Aufwandüberschuss von 4.4 Mio. Franken resultieren. Damit wird unsere Verschuldung von 60 auf über 70 Mio. Franken ansteigen. Sie fragen sich vielleicht wie es zu dieser schlechten Prognose kommen kann? Sie hat vor allem 2 Gründe: Einerseits werden die Steuereinnahmen von den nat. Personen rückläufig sein, andererseits laufen uns die nicht beeinflussbaren, erheblichen Mehrkosten und Mindereinnahmen im Sozialbereich, insbes. bei der Altersbetreuung davon. Und ein Ende dieser Entwicklung ist leider noch nicht in Sicht... Angesichts des negativen Budgetergebnisses kommen wir alle nicht umhin, noch einmal über die Bücher zu gehen und für 2011 zusätzliche Einsparmöglichkeiten zu suchen und umsetzen. Ich habe das anlässlich der Budgetdebatte im Grossen Stadtrat versprochen. Hierzu sind wir auf Sie alle angewiesen. Darüber hinaus werden wir im Rahmen der Systematisierten Leistungsanalyse weitere Massnahmen zu prüfen haben, welche unseren finanziellen Handlungsspielraum vergrössern können.
Lohnentwicklung
Wegen dieses wenig erfreuliche Ergebnisses des Budgets 2011 und weil es keine Teuerung auszugleichen gibt, hat der SR dem GSR ausnahmsweise eine Nullrunde beim Lohnsummenwachstum beantragt. Um gute und sehr gute Leistungen unserer MA im Rahmen des MbO trotzdem honorieren zu können, sollen Fr. 200'000 als Einmalzulage zur Verfügung gestellt werden. Das entspricht etwa 0.45% der Lohnsumme. Die PEKO beantragt dem SR, diese Zulagen über fixe, vom Lohnband unabhängige Beiträge, abgestuft nach Quali 1, 2 und 3, an unsere Festangestellten auszubezahlen. Das gibt pro MA je nach Quali Fr. 270.00 – 370.00. Der SR wird an seiner Sitzung vom nächsten Dienstag darüber entscheiden.
Ich bitte Sie um Verständnis dafür, dass wir 2011 bei der Erhöhung der Lohnsumme nicht mit dem Kanton mithalten können. Sie können mir glauben, es ist uns nicht leicht gefallen. Aber wir müssen hier nicht nur auf die finanziellen, sondern auch auf die politischen Realitäten Rücksicht nehmen. Und eine Stadt, der es finanziell nicht gut geht, ist auch auf die Solidarität der MA angewiesen. Ich bin aber überzeugt, dass wieder bessere Zeiten kommen und ich hoffe, dass wir 2012 wieder mehr Spielraum haben werden, um den Lohnprinzipien des Personalgesetzes nachleben zu können.
Ich komme zum Schluss: Ich freue mich, wenn wir 2011 wieder auf Ihre wertvolle Mitarbeit und ihr tolles Engagement zählen können, um unsere Stadt weiter vorwärts zu bringen. Behalten wir den Optimismus, dass unser eingeschlagener Weg erfolgreich sein wird!
Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen bereits an dieser Stelle frohe Festtage und nur das Beste zum neuen Jahr!

 

 


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