SP-Ständerätin Pascal Bruderer besucht Schaffhausen

Empfang von SP-Ständerätin Pascal Bruderer bei ihrer Ankunft auf dem Bahnhof Schaffhausen


Berichterstattung Schaffhauser Nachrichten vom 15.08.2012:


Die Informationsveranstaltung der SP des Kantons Schaffhausen zum Thema Familienpolitik gestern Abend in der Rathauslaube hatte Pioniercharakter: Wohl erstmals an einem solchen Anlass wurden Referate und Voten von einer Dolmetscherin in Gebärdensprache übersetzt. Die Hörbehinderten im Saal wussten es zu schätzen und mischten sich sogar lebhaft in die Diskussion ein. Diese klang bereits langsam aus, als es ein Teilnehmer auf den Punkt brachte: In Wahlzeiten wie jetzt in Schaffhausen geben viele Politiker als eines ihrer Hobbys «die Familie» an. Hobby? Vielleicht fristet deshalb die Familienpolitik ein Mauerblümchendasein, wie Pascale Bruderer in ihrem Referat festgestellt hatte. Sie, die selbst Beruf (als Politikerin) und Familie mit Ehemann und Kleinkind unter einen Hut bringt, einst jüngste Nationalrätin war, noch immer den «Rekord» als jüngste Nationalratspräsidentin hält und heute ihren Kanton Aargau als Ständerätin vertritt, weiss, wovon sie spricht. Allerdings nicht wehklagend: «Es ist einiges gegangen in den letzten Jahren, aber es ist eine Politik der kleinen Schritte.»

Schwangerschaftsberatung, Familienzulage, Mutterschaftsversicherung, die Reform der Familienbesteuerung, der Kündigungsschutz für Schwangere oder die Krankenkassen-Prämienvergünstigungen für Kinder gehören zu den Erfolgen. Aber ebenso gibt es Missstände: das Fehlen flexibler Arbeitszeitmodelle, die fehlende Harmonisierung der von Kanton zu Kanton höchst unterschiedlich geregelten Alimentenbevorschussung oder die ungenügende Unterstützung der Väter, wenn sich diese nur hobbymässig, nicht aber bei reduzierter Erwerbstätigkeit als gleichberechtigte Partner der Kindererziehung widmen. Und natürlich ist die Fremdbetreuung der Kinder ein zentrales Politikum für Pascale Bruderer: Nicht, dass sie das Familienmodell mit zwei erwerbstätigen Eltern als das einzig Richtige betrachtet, aber jede Frau sollte die freie Wahl haben zwischen Mutterrolle zu Hause und Erwerbstätigkeit. Diese freie Wahl sei aber nur dort gewährleistet, wo Strukturen für die familienergänzende Kinderbetreuung vorhanden seien. Der geplante Verfassungsartikel, der die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit postuliere, gehe deshalb in die richtige Richtung. Die Schaffhauser Regierungsrätin Ursula Hafner-Wipf konnte dem nur zustimmen. Sie kündigte an, dass die Regierung demnächst eine Vorlage zur Einführung von Tagesstrukturen an den Schaffhauser Schulen präsentieren werde … auch wenn das Schul- gesetz, das solches vorgesehen habe, vom Volk abgelehnt worden sei. «Wir müssen Gas geben, sonst verlieren wir den Anschluss», meinte auch SP-Regierungsratskandidat Werner Bächtold, der als Moderator der abschliessen-den Publikumsdiskussion davor warnte, «dass Schaffhausen bald keine Fa- milienpolitik mehr braucht, wenn der Kanton wegen fehlender Familienfreundlichkeit immer stärker überaltert».

SN/Martin Edlin

 


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