Mit Spitzenergebnis in den Kantonsrat gewählt

Schaffhauser Nachrichten vom 24.09.2012

Zu den Verlierern im Wahlkreis Schaffhausen gehören die SP, die FDP, die ÖBS und die Jungfreisinnigen, die je einen Sitz abgeben müssen.

Die Kräfteverhältnisse zwischen Links und Rechts haben sich, was den Kantonsrat angeht, in der Stadt Schaffhausen nicht gross verschoben, sehr wohl aber die prozentualen Anteile der einzelnen Parteien. Diese Entwicklung wurde noch verstärkt durch zwei Parteien, die SVP-Senioren und die Jungsozialisten, die vor vier Jahren nicht an der Wahl teilgenommen hatten und die prompt je einen Sitz gewannen. Obwohl mit Alfred Tappolet (SVP) nur ein Bisheriger nicht mehr zur Wahl antrat und mit Andreas Gnädinger (SVP) ein Bisheriger nicht mehr im Wahlkreis Stadt, sondern im Wahlkreis Klettgau kandidierte (und dort auch gewählt wurde), gab es doch einige Wechsel in der Delegation, die die Stadt in der kommenden Legislatur in den Kantonsrat schickt: Sieben Kantonsrätinnen und Kantonsräte wurden neu ins Parlament gewählt.

Grosse Wahlsiegerin ist die Alternative Liste (AL). Sie konnte ihren Wähleranteil um 6,15 auf 11,82 Prozent steigern und ist jetzt, nachdem sie die ÖBS überflügelt hat, in der Stadt Schaffhausen die viertstärkste Partei. An der Spitze stehen nach wie vor die Sozialdemokraten (SP), die zwar gegenüber 2008 2,22 Prozent abgeben mussten und dieses Mal auf 24,06 Prozent kamen. An zweiter Stelle ist die SVP mit 18,99 Prozent (–0,58), vor der FDP mit 15,85 Prozent (–3,13). Die Ökoliberalen sind mit 9,25 Prozent (–1,92) noch fünftstärkste Kraft. Es folgen die kleineren Parteien, nämlich die CVP mit 4,28 (–0,47), die Jungfreisinnigen mit 3,78 (+0,14), die EDU mit 3,13 (+0,31), die Junge SVP mit 2,79 (–1,34), die EVP mit 2,44 (–0,56), die Jungsozialisten mit 1,91 und die SVP-Senioren mit 1,71 Prozent; die beiden letzten Parteien nahmen 2008 nicht an der Wahl teil.

Zwei SP-Frauen abgewählt
Werfen wir einen Blick auf die einzelnen Parteien und die Gewählten. Die SP verlor einen ihrer bisher sieben Sitze. Nicht unerwartet wurde Peter Neukomm, der schon bei der Wahl in den Stadtrat das Spitzenresultat erzielt hatte, mit dem besten Ergebnis der SP-Liste gewählt, und zwar nicht als Bisheriger, sondern als neu Kandidierender. Er kam auf 6090 Stimmen. Weiter wurden gewählt Werner Bächtold mit 5691, Matthias Freivogel mit 5657, Peter Käppler mit 5121, Daniel Fischer mit 5052 sowie Jürg Tanner mit 4994 Stimmen. Um 180 Stimmen verpasste die Bisherige Sabine Spross die Wiederwahl; sie ist mit 4814 Stimmen erste Ersatzfrau. Ebenfalls nicht mehr gewählt – sie kam auf 4665 Stimmen – wurde die Bisherige Ursula Leu. Die FDP musste, obwohl sie nur einen Sitz verlor, gleich zwei abgewählte Bisherige verkraften. Der Grund: FDP-Parteipräsident Nihat Tektas, der vor vier Jahren auf der Liste der Jungfreisinnigen gewählt worden war, kandidierte dieses Mal bei der Mutterpartei, wo er aber mit 3298 Stimmen zu wenig Zuspruch fand und jetzt erster Ersatzmann ist. Ebenfalls abgewählt wurde der in Neuhausen am Rheinfall wohnhafte Arzt und Verleger Richard Altorfer, der trotz (oder wegen) seiner wöchentlichen Kolumne in einer Gratiszeitung nur auf 3240 Stimmen kam, was nicht mehr für eine Wahl reichte. Wiedergewählt wurden Jeanette Storrer (4066 Stimmen), Thomas Hauser (3662), Urs Hunziker (3595) und Christian Heydecker (3305), der mit einem Vorsprung von 7 Stimmen auf Tektas seine Abwahl verhindern konnte.

FDP-Dissident als SVP-Kantonsrat
Bei der SVP tauchen zwei neue Gesichter auf, die trotzdem bestens bekannt sind. Da ist zum einen Daniel Preisig, der ehemalige SVP-Stadtratskandidat, der dem Kantonsrat auch schon angehörte; er kam auf 2613 Stimmen. Der andere ist der FDP-Dissident Walter Hotz, der auf Anhieb mit 2334 Stimmen auf Platz 3 kam und jetzt zusammen mit seinem Sohn Florian, der bei den Jungfreisinnigen wiedergewählt wurde (1206 Stimmen), im Parlament sitzt. Die anderen SVP-Vertreter sind Thomas Hurter (3361 Stimmen), Samuel Erb (2303) und Peter Scheck (2132). Trotz einer aufwendigen Werbekampagne hat es SVP-Sekretär Mariano Fioretti nicht in den Kantonsrat gereicht. Er ist mit 2058 Stimmen erster Ersatzmann. Die AL kann ihre Abordnung aus der Stadt verdoppeln: Neben den Bisherigen Florian Keller (3440 Stimmen) und Jonas Schönberger (2446) ziehen neu Susi Stühlinger (3016) sowie Till Aders (2636) in den Kantonsrat ein. Erster Ersatzmann ist der neue Stadtrat Simon Stocker (2414). Die ÖBS verliert ihren Fraktionspräsidenten Bernhard Egli, dem 2650 Stimmen nicht zur Wiederwahl reichten; er ist erster Ersatzmann. Gewählt wurden Urs Capaul (3017) sowie Iren Eichenberger (2929).

Verlust für Jungfreisinn
Und das sind die weiteren gewählten: CVP: Theresia Derksen (1587); erste Ersatzfrau ist Nathalie Zumstein (1170), die in der Stadt Schaffhausen die Wiederwahl in den Schulrat schaffte. Junge SVP: Christian Ritzmann konnte seinen Sitz mit 581 Stimmen verteidigen; erster Ersatzmann ist Pascal Gurtner (394). Bei der EVP wurde Rainer Schmidig mit 1257 Stimmen wiedergewählt, erster Ersatzmann ist Thomas Stamm (613). Bei der EDU behielt Erwin Sutter mit 945 Stimmen seinen Sitz, erster Ersatzmann ist Beat Brunner (796). Die Jungfreisinnigen konnten den Sitz von Nihat Tektas nicht halten und sind nur noch mitFlorian Hotz im Kantonsrat vertreten, erster Ersatzmann ist Till Hardmeier (1041). Die SVP-Senioren waren neu zur Wahl angetreten und machten einen Sitz. Dieser geht an Nelly Dalpiaz, die auf 405 Stimmen kam und damit äusserst knapp, mit 10 Stimmen, das Rennen vor Werner Schöni machte, der mit 395 Stimmen erster Ersatzmann ist. Die Jungsozialisten, ebenfalls zum ersten Mal dabei, machten mit Seraina Fürer (663) einen Sitz; erster Ersatzmann ist Mirza Michael Hodel mit 547 Stimmen.

Erwin Küenzi


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