Waldbenutzer mischen sich zu oft ein

Schaffhauser Nachrichten vom 14.09.2013

Der Waldboden ist noch etwas feucht vom nächtlichen Regen. Einzelne Sonnenstrahlen durchdringen den grünen Blätterhimmel und kündigen einen recht freundlichen Tag an. Der rund 100 Hektar grosse Buchthalerwald zeigte sich am Freitagmorgen von seiner schönsten Seite. Kein Wunder, dass er von Spaziergängern, Hundebesitzern und Joggern rege als Erholungswald genutzt wird.
Doch so idyllisch das Bild auch ist, beim Thema Buchthalerwald geht es nicht immer friedlich zu. Der Bereich Wald und Landschaft der Stadt Schaffhausen, der den Wald pflegt, hat in den letzten Jahren vermehrt Kritik einstecken müssen. So viel Kritik, dass Bereichsleiter Walter Vogelsanger nun mit dem Thema an die Öffentlichkeit geht und die örtliche Presse zu einer Waldbegehung eingeladen hat. «Es ist eskaliert», begründet der Stadtforstmeister diesen Schritt. So werde immer wieder das Aussehen des Waldes kritisiert. Mancher Waldbenutzer hätte zum Beispiel lieber eine Kopie des Schwarzwaldes vor der Türe anstelle des momentanen natürlichen, artenreichen Waldes, berichtet Stadtforstmeister. Ein weiterer Vorwurf, den man wiederholt zu hören bekomme, betreffe das Fällen von Bäumen. «Ihr wollt einfach nur Geld machen», heisse es. Der Stadtforstmeister will diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen. Wenn Bäume gefällt werden, geschehe dies nicht aus finanziellen Gründen, sagt er. Auf der einen Seite sei die Ausdünnung eine Massnahme, um die Artenvielfalt und die Naturverjüngung zu fördern. Manche Baumsorten – zum Beispiel die Lärche – bräuchten viel Licht zum Wachsen, sonst würden sie von anderen Bäumen verdrängt. Diesen Sorten könne man nur durch entsprechende Eingriffe Wachstumsmöglichkeiten verschaffen. Auf der anderen Seite müssten hie und da Bäume gefällt werden, weil sie ein Sicherheitsrisiko darstellten, vor allem an Waldwegen, Parkplätzen und Spielplätzen, wo sich viele Menschen aufhielten. «In Winterthur gab es einen Fall, wo eine Frau von einem Buchenast erschlagen wurde», macht Vogelsanger die Gefahren deutlich. Um solche Vorfälle zu verhindern, müsse demnächst auch eine rund 150 Jahre alte Buche beim Vita-Parcours-Parkplatz beseitigt werden. Möglicherweise werde es dann wieder Beschwerden geben. Wie so manches Mal, wenn die Förster und Mitarbeiter im Wald unterwegs seien. «Manche sagen: Euch braucht es nicht, ihr müsst hier gar nichts machen», so Vogelsanger. Stadtrat Peter Neukomm, der als Finanzreferent den Bereich Wald und Landschaft betreut, sagt dazu: «Was auf den ersten Blick wie ein Stück ursprüngliche Natur aussieht, ist in Wirklichkeit das Ergebnis von Planung und harter Arbeit.» Die Stadt Schaffhausen wendet jedes Jahr bis zu 150 000 Franken auf, um ihre Erholungswälder zu pflegen. Unter die Arbeiten fallen laut Vogelsanger neben der Sicherheitsholzerei und der Förderung der Artenvielfalt auch der Unterhalt der Spielplätze, Grillstellen, Wanderwege sowie die Abfallbeseitigung. Vor allem am Spielplatz Warthau, wo sich an den Wochenenden regelmässig 30 bis 40 Jugendliche treffen und sich betrinken, werde immer viel Müll hinterlassen, teilweise auch die Anlage zerstört. Aufräumen ist auch Aufgabe von Vogelsanger und seinem Team. Aber der Aufwand sei es wert, sagt der Stadtforstmeister, denn «der Buchthalerwald ist ein spezielles Juwel, das es zu pflegen lohnt».


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