Unsoziale Familienpolitik

Was das Bundesparlament uns als Familienförderung auftischt, ist bei genauerem Hinsehen ein Steuergeschenk für Topverdiener-Familien. Die 6% reichsten Familien dürfen sich freuen. Alle anderen schauen in die Röhre oder werden kaum spürbar entlastet. Und dieses Steuergeschenk kostet den Bund 370 Millionen Franken. Gerade jetzt, wo dieser Milliarden investieren muss, um Arbeitsplätze und Kleinunternehmen zu retten, sind solche Steuergeschenke für die Reichsten falsch und schädlich. Darum hat sich auch der Bundesrat in der Person von Finanzminister Ueli Maurer gegen das unsoziale Paket gewehrt. Leider vergeblich. Darum müssen es jetzt die Stimmberechtigten am 27. September mit einem überzeugten Nein gegen die Vorlage richten.

Vaterschaftsurlaub stärkt Familienfreundlichkeit

Die Schweiz weist punkto Familienfreundlichkeit im Vergleich mit dem europäischen Umland immer noch einen erheblichen Rückstand auf. Es erstaunt darum nicht, dass die Geburtenrate bei uns zu tief ist, was uns spürbare demografische Nachteile bringt. Ein Baustein bei der nötigen Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bildet der Vaterschaftsurlaub. Der kleine Schritt in die richtige Richtung, der mit der Bundesvorlage vollzogen werden kann, ist wirtschaftlich tragbar, auch für KMUs. Deshalb stimme ich am 27. September mit Überzeugung Ja zu einem Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen für alle.

Smart City Schaffhausen

Zerstörerische Initiative schadet der Wirtschaft

Georg Fischer, Unilever oder IWC: Das sind nur drei von vielen renommierten Unternehmen, die ihren Sitz in Schaffhausen haben. Seit jeher gilt unser Kanton als wichtiger Industriestandort, der Spitzenprodukte herstellt und ins nahe und ferne Ausland exportiert. Damit dies auch in Zukunft möglich ist, sind unsere Firmen auf gute Rahmenbedingungen angewiesen. Von grosser Bedeutung sind dabei die bilateralen Verträge. Sie stellen sicher, dass unsere Firmen einen barrierefreien Zugang zur EU und damit zur wichtigsten Handelspartnerin haben.

Am 27. September könnte damit Schluss sein. Dann nämlich stimmt die Schweiz über die Kündigungsinitiative der SVP ab. Bei der Vorlage handelt es sich um einen direkten Angriff auf den bilateralen Weg. Denn klar ist: Sollte die zerstörerische Initiative angenommen werden, verlieren wir nicht nur die Personenfreizügigkeit, sondern zahlreiche weitere wirtschaftliche Vorteile.

Gerade in Krisenzeiten wie jetzt sind unsere Unternehmen besonders auf stabile Wirtschaftsbeziehungen angewiesen. Die planlose Kündigung der Bilateralen hingegen bringt Unsicherheit und Destabilisierung. Wer das nicht will, sagt am 27. September überzeugt NEIN zur radikalen Kündigungsinitiative. Das hilft unseren Unternehmen und sichert Arbeits- und Ausbildungsplätze in unserem Kanton.

Ein Fest mit Preisen wie vor 50 Jahren

Foto: Jeanette Vogel/SN

Schaffhauser Nachrichten vom 07.09.2020

Mit den Jubiläumsfestlichkeiten machte die Pro City auf sich aufmerksam und setzte mit dem Anlass ein Zeichen für mehr Solidarität mit dem regionalen Gewerbe.

Jurga Wüger

Die Schaffhauser Vereinigung Pro City, eine Organisation der Detaillisten, Dienstleistungsfirmen, Hotels, Restaurants und Cafés in der Stadt Schaffhausen, ist 50 Jahre alt geworden. Der Vorstand feierte dieses halbe Jahrhundert Nachhaltigkeit am Samstag mit der Bevölkerung. Der mit zwei Pagodenzelten überdachte Bereich mitten auf dem Fronwagplatz wurde für die Gäste zum gemütlichen Treffpunkt. Ein Info- und Begegnungsbereich mit Bar, Stehtischen und einer Info-Wand zur Geschichte der Vereinigung rundeten das Angebot ab. Die beliebteste Attraktion auf dem Platz war allerdings das Glücksrad mit einer Gewinnchance von 50 Prozent. Hier zahlte man drei Franken für ein Los. 230 Preise im Gesamtwert von 13 000 Franken waren zu gewinnen. Gesponsert wurden sie alle vom lokalen Gewerbe. Gleich daneben testeten die Besucherinnen und Besucher beim unterhaltsamen City-Ballspiel die eigene Geschicklichkeit. Und damit das Jubiläum gebührend gefeiert werden konnte, wurden an der Pro-City-Bar Mineralwasser, Falken-Bier, regionale Weine und Sekt zu Preisen wie vor 50 Jahren angeboten. Die Altstadt als pulsierendes Herz

Der Anlass, so der Pro-City-Vorstand, soll «positive Signale für das Gewerbe, die Gastronomie und die Dienstleister aussenden». Gerade jetzt, in einer für das Gewerbe schwierigen Zeit, sei ein solcher Anlass ein Zeichen der Solidarität und hilfreich für die Belebung der Schaffhauser Altstadt. Am 20. Juni 1969 wurde die Pro City gegründet. Sie löste den Detaillistenverband der Stadt Schaffhausen ab. Der erste Präsident war Hans Glarner, der damals das Kaufhaus Glarner führte – dort, wo sich heute das Einrichtungshaus «Depot» befindet. Mit der Einführung der Fussgängerzone 1972 war der Grundstein für eine weiterhin lebendige und attraktive Schaffhauser Altstadt gelegt.

Neben dem City-Märkt, der die Schaffhauser Altstadt immer wieder mit Attraktionen, Beizen und originellen Verkaufsständen belebt, wird seit 2014 jedes Jahr auch die Eröffnung der städtischen Weihnachtsbeleuchtung mit einem Nightshopping gefeiert.

Auch die Pro-City-Gutscheine sind kaum wegzudenken. Stadtpräsident Peter Neukomm betonte bei seiner Festansprache: «Unsere Altstadt ist das pulsierende Herz des Kantons. Wenn dieses stottert, hat das spürbar negative Auswirkungen auf die ganze Region. Darum sind wir alle gefordert.» Die Schaffhauserinnen und Schaffhauser, so Neukomm, hätten es in der Hand, die Verantwortlichen beim gemeinsamen Kampf für die Attraktivität der Innenstadt zu unterstützen.