20.08.2025
Warum die Kulturhauptstadt für Schaffhausen eine grosse Chance darstellt
Votum vom 19.08.2025 im Grossen Stadtrat zur Vorlage Kulturhauptstadt der Schweiz 2030
Liebe Gegnerinnen und Gegner der Vorlage Kulturhauptstadt Schweiz 2030
Ich danke für die breite Unterstützung und die vielen guten Voten. Wir nehmen Kritik ernst, aber sie muss sachlich sein und nicht polemisch. Lassen Sie mich darum 7 Punkte aus der Debatte aufnehmen und dazu kurz etwas als Stadtpräsident sagen:
- Unsere wunderbare Stadt und Region wird aufgrund der Lage am Rande des Landes und erst noch ennet des Rheins national gerne übersehen und unterschätzt. Zu Unrecht.
Wir sind eben schon lange mehr als «bloss e chlini Stadt», gerade auch was unsere kulturellen Leistungen und Angebote anbelangt. - Das Ziel der Bewerbung als Kulturhauptstadt der Schweiz 2030 ist es, während einem Jahr unser Image markant zu befördern und gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Mehrwert zu generieren.
- Das Risiko ist überschaubar. Wenn wir den Zuschlag nicht erhalten, wird der Betrag nicht gebraucht. Es geht bei dem städtischen Beitrag um 4 Millionen und nicht um 18 Millionen.
- Um eine gute Bewerbung einreichen zu können, braucht es aber professionelle Unterstützung, in allen Städten, die sich bewerben.
Dass wir Sibille Lichtensteiger, eine international anerkannte Kulturkuratorin für die Kandidatur unserer Stadt gewinnen konnten, zeigt, dass unsere Stadt und Region über das Potenzial für eine Kulturhauptstadt verfügt. Unsere Kandidatur ist heiss. - Die Diskreditierung des Vereins Kulturhauptstadt ist unfair.
Immerhin wird er vom Bundesamt für Kultur anerkannt und unterstützt. - Die Unterstellung, die alternative Kulturszene werde sich den Anlass unter den Nagel reissen, widerspricht ganz klar den kommunizierten Absichten des Stadtrats, dem Projektkonzept und den bisherigen Projektschritten.
Es ist explizit gewünscht, dass möglichst viele Teilnehmenden aus allen Gesellschaftsschichten partizipieren.
Der partizipative Prozess läuft und alle, die Lust haben, können sich einbringen und mitmachen, auch kritische Stimmen. - Und zum Schluss noch dies: Wenn Sie den SR für die Bänkli bestrafen wollen, ist das das falsche Projekt, weil sie damit die ganze Stadt bestrafen, indem sie ihr die Chance nehmen, sich als Standort national attraktiv zu positionieren, auch ganz im Sinne von «next», der Entwicklungsstrategie 2030 des Kantons, die übrigens aus einem SVP-Departement stammt.
Geben Sie sich doch einen Ruck und springen Sie über Ihren Schatten und verhindern Sie nicht ein tolles Projekt, von dem die Stadt lange über 2030 hinaus profitieren kann.