40 Jahre Kindertheater Sgaramusch – 25 Jahre Nora Vonder Mühll und Stefan Colombo

Gratulationsrede im Namen der Stadt vom 01.06.2022 im Theater Bachturnhalle

Es ist für mich eine grosse Freude, heute die Gratulation der Stadt zum 40. Geburtstag des professionellen, freien Kindertheaters Sgaramusch, das seit 25 Jahren unter der Leitung von Nora Vonder Mühll und Stefan Colombo steht, zu überbringen.

Für eine solche Institution ist das fast schon ein biblisches Alter, vor allem, wenn man weiss wieviel Energie, Kreativität und Beharrlichkeit es für eine solche Erfolgsgeschichte braucht.

In dieser unglaublich langen Zeit sind über 40 Produktionen für Kinder und Erwachsene entstanden. Derzeit sind 10 Stücke im Repertoire. Und es sind ja nicht nur Theatervorstellungen, kreatives Erzähltheater, es sind auch altersgerechte Workshops oder Theaterkurse für Schulklassen, in denen sie Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich mit wichtigen Themen der Kindheit, des Erwachsenwerdens, des Lebens auseinanderzusetzen.

Nora und Stefan engagieren sich seit vielen Jahren für ein intelligentes, differenziertes und innovatives Kindertheater, das über das blosse Märli-Erzählen hinausgeht.

Es nimmt die Kinder mit ihren Sorgen und Wünschen ernst. Es traut Kindern und Erwachsenen für ihre Lebensrealität relevante Themen zu.

Und die Wichtigkeit von Theater für Kinder hat Gunhild Hamer, die Leiterin der Fachstelle Kulturvermittlung des Kantons Aargau, Präsidentin des Vereins Kulturvermittlung Schweiz und Präsidentin des Jugend Theater Fesitvals fanfaluca einmal wie folgt treffend festgehalten:

«Theater ist ein Raum, der Debatten anstösst und uns in Erinnerung ruft, dass wir in einer Gemeinschaft leben. Wir sitzen gemeinsam in einer Aufführung, lassen uns gemeinsam zum Nachdenken anregen und versuchen gemeinsam zu verstehen, was auf der Bühne passiert. Wenn wir uns mit Kultur in all ihren Ausprägungen auseinandersetzen, dann reflektieren wir auch unsere gesellschaftlichen Werte und führen eine Auseinandersetzung, die heute wichtiger ist denn je. Dafür brauchen Kinder Theater, dafür brauchen wir Theater».

Die wertvolle Arbeit von Nora und Stefan ist leider – nicht nur in Schaffhausen – zu oft unterschätzt oder nicht genügend wertgeschätzt worden. Umso grösser war unsere Freude, dass die beiden 2018 mit dem höchsten Schweizer Theaterpreis, dem Reinhard Ring ausgezeichnet worden sind. Das Bundesamt für Kultur würdigte das langjährige Engagement des Theaters Sgaramusch u.a. wie folgt:

«Die beiden künstlerischen Leiter und Schauspieler bringen anregende Stücke ohne didaktischen Zeigefinger auf die Bühne, die auch für Erwachsene sehenswert sind. Beharrlichkeit und Kontinuität zeigen sie in immer neuen Ideen und haben gleichzeitig den Mut, Stücke gegen den Mainstream zu kreieren».

Diese Beharrlichkeit und damit das wichtige Engagement des Theaters Sgaramusch unterstützen Stadt und Kanton seit Jahrzehnten über Leistungsvereinbarungen.
Zuletzt wurden die Beiträge erhöht, um den Missstand auszuräumen, dass Sgaramusch häufiger und einfacher für Kinder und Schulklassen ausserhalb des unseres Kantons zu sehen gewesen ist, als in Schaffhausen: Seit 2021 finanzieren Stadt und Kanton deshalb jährlich 15 kostenlose Vorstellungen für Schulen aus der Stadt und dem Kanton.

Mit der Schaffung der mittleren Bühne in diesem Haus durch die Stadt verfügt das Sgaramusch endlich auch über die erforderlichen professionelleren Produktions- und Aufführungsbedingungen, die es für diese wichtige Arbeit braucht.

Liebe Nora, lieber Stefan

Ich hoffe, dass Ihr noch lange motiviert bleibt, Eurer grossen Passion nachzuleben und damit auch nachfolgenden Generationen in den Genuss Eures wertvollen Angebots kommen. Ich wünsche Euch für die Zukunft Erfolg in Form von vielen begeisterten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und für Euch persönlich nur das Beste.

Nun freue ich mich, Euch für Euer grossartiges Jubiläum ein kleines Geschenk der Stadt und zusammen mit Roland Hofer als Vertreter des Kantons einein Augen- und Gaumenschmaus überreichen zu können.

Erfolgreiche Hallenrad EM in Schaffhausen

Bericht Schaffhauser Nachrichten vom 30.05.2022 (Daniel Koch)

Besser als erwartet verlief die Junioren-EM im Kunstradsport. Die Favoriten siegten zwar vornehmlich, doch die Organisation und die Stimmung bei den Aktiven und den Zuschauern war beeindruckend. Die Region Schaffhausen machte Werbung in eigener Sache.
Wer das Radball-Duell zwischen den ewigen Rivalen Schweiz und Deutschland miterlebt hat in der BBC-Arena, war tief beeindruckt. Welche Stimmung die Zuschauer in der vollen Halle erzeugten, war einmalig. Man verstand sein eigenes Wort nicht mehr. Auch wenn am Ende der Favorit aus Deutschland, der aus Gärtringen im Schwäbischen angereist kam und einen Car mit Fans dabei hatte, mit 6:3 siegte. Die Gastgeber erhielten ebenfalls frenetischen Applaus und durften am Ende die Bronzemedaille in Empfang nehmen. «Die Halle hatte die richtige Grösse, sodass wir die Hexenkessel-Stimmung hinbekamen», freute sich Sarah Walter, die Präsidentin des Vereins Freie Radler vom Klettgau Löhningen, die die Junioren-EM organisierte.
Ein Erfolgsmodul war sicher auch, dass der kleine Verein Freunde und Leute aus anderen Radsport-Vereinen zur Mithilfe gewann. «Ausserdem hatten wir mit Schaffhausen auch geografisch einen guten Standort, weil wir für die Kunstradfahr-Nationen Deutschland, Österreich und Schweiz in der Mitte liegen.» Und so durfte auch OK-Präsident Peter Neukomm bei seiner Begrüssungsrede für die Ehrengäste aus Wirtschaft und Politik festhalten, dass diese Grossveranstaltung in einer Randsportart über die Grenzen der Stadt und des Kantons hinaus strahlt. «Wir haben viele Bekanntschaften gemacht», so Neukomm, der einst selber Kunstradfahrer war. Heute ist er froh, dass es gelang, die Veranstaltung, deren Budget bei 100’000 Franken lag, dank dem gelungenen Zusammenspiel aller Helferinnen und Helfer, den Supportern aus den Behörden und der Wirtschaft stemmen konnte.
Nathalie Walter war im OK zusammen mit Irina Christinger für den Sport verantwortlich. Ihr Fazit: «Das Niveau war sehr hoch an dieser Junioren-EM. Sportlich war die Überlegenheit der Deutschen zu erwarten. Insgesamt wurde sehr guter Kunstradsport geboten. Die Schweizer zeigten das, was man erwarten konnte und fuhren ihre Küren sauber.» Immerhin konnte Mirina Hotz (Baar) eine Bronzemedaille erkämpfen, ebenso wie die Radballer Julian Manser und Robin Hedley. Der Juniorinnen-Vierer holte Silber wie auch in den Zweier-Wettbewerben. Fünf Medaillen sind eine gute Ausbeute. Die Spitzenplätze waren umkämpft, oft siegten die mit den besten Nerven – unabhängig von den Einreichnoten. Neben dem Imagegewinn für die Freien Radler hoffen die Organisatoren auch, neue Talente für sich oder Indoor Cycling Schaffhausen, den zweiten Club in der Region, zu gewinnen. Das übergeordnete Ziel wurde sicherlich erreicht. «Wir wollten auf unsere Sportart aufmerksam machen und einer breiten Öffentlichkeit präsentieren», so Sarah Walter.

29. Internationales Bachfest Schaffhausen

Eröffnungsrede vom 25.05.2022 in der Konzertkirche St. Johann

Im Namen der Stadt Schaffhausen und des Stadtrats begrüsse ich Sie alle ganz herzlich in unserer wunderbaren Konzertkirche St. Johann zum Auftakt des 29. Internationalen Bachfestes.
Schön, dass Sie heute dabei sind! Schön, dass solche Anlässe nach zwei Jahren Durststrecke wieder möglich sind.
Die Pandemie hat uns vor Augen geführt, dass vieles, das unser Leben bereichert, nicht selbstverständlich ist.
Dazu zählen auch solche wertvollen gemeinsamen Kulturerlebnisse wie das Bachfest.
Darum geniessen wir es doch heute zusammen umso mehr. Und ich kann Ihnen versprechen, dass Sie ein Eröffnungskonzert erleben werden, das dem diesjährigen Motto «Bach grenzenlos» vollumfänglich gerecht wird.
Verehrte Damen und Herren
Als unsere politischen Vorgänger 1946 die Idee für das Internationale Bachfest geboren haben, ging es darum, die Wunden des 2. Weltkriegs zu heilen und zur Versöhnung die Hand über die Grenze auszustrecken.
Die Musik des genialen Komponisten Johann Sebastian Bach sollte die vom Krieg gebeutelten Menschen glücklich machen und grenzüberschreitend einander wieder näherbringen.
Damals war allen klar: Es sollte nie mehr Krieg geben auf unserem Kontinent.
Seit dem 24. Februar dieses Jahres sind diese Einsicht und Hoffnung zu Makulatur geworden und die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann hat mit ihrem bekannten Satz leider recht erhalten:
«Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler».
Wir alle sind erschüttert, wütend und traurig darüber, was in der Ukraine passiert und wir sind in Gedanken bei den Menschen, die unter diesem Angriffskrieg Putins leiden müssen.
Es ist wichtig, dass wir uns solidarisch mit den Ukrainerinnen und Ukrainern zeigen.
Die wunderbare Musik, die an unserem Barockmusikfestival während den nächsten 5 Tagen an 12 hochkarätigen Konzerten und 5 Kantatengottesdiensten gespielt werden wird, soll uns Trost spenden und Hoffnung geben, Hoffnung auch auf Frieden in der Ukraine, ganz im Sinne des «dona nobis pacem», das traditionell zum Abschluss des Bachfestes bei der H-Moll Messe hier im St. Johann erklingen wird.
Verehrte Damen und Herren
Am diesjährigen Festival werden getreu dem Motto «Bach grenzenlos» musikalische, kulturelle und historische Grenzen überschritten.
Alte Musik trifft auf moderne Komponisten, junge Generationen auf etablierte Künstlerinnen und Künstler.
Und das Bachfest ermöglicht nicht nur internationalen Stars, sondern auch der lokalen und regionale Chor- und Klassikszene eine tolle Plattform.
Dass das wieder möglich geworden ist, verdanken wir dem grossartigen Einsatz unseres Organisationsteams unter der Leitung von Jens Lampater, dem städtischen Kulturbeauftragten und Intendanten dieses Festivals.
Einen besonderen Dank richte ich an unsere treuen Sponsoren, deren Beiträge für das Bachfest essentiell sind.
Es sind dies die Jakob und Emma Windler-Stiftung, der Kanton SH, die Schaffhauser Kantonalbank, die SIG Gemeinnützige Stiftung, die RHL Foundation, die Schaffhauser Nachrichten, das Magazin Musik & Theater, Radio SRF sowie der Deutschlandfunk Kultur.
Und zuguterletzt geht ein grosser Dank an die internationale Bachgesellschaft unter dem Co-Präsidium Wolfram Kötter und Andreas Bohrer-Peyer für ihren stets wertvollen und kollegialen Support.
Jetzt wünsche ich Ihnen, geschätztes Publikum, viel Vergnügen bei unserem Eröffnungskonzert, das unter der Leitung von Marco Amherd steht.
Dabei wird die Musik von Bach mit Unerwartetem verbunden, mit Improvisationen, Saxophonklängen und Poetry Slam.
Auftreten werden das Schweizerische Vokalconsort mit 3 Schaffhauser Chören, dem Cardinal Complex und dem Sibja Saxophon Quartett sowie die Bühnenpoetin und Kabarettistin Patty Basler.
Geniessen Sie es, ganz im Sinne des in der Ukraine geborene Violonisten Isaac Stern der einmal sagte: «Musik macht wachsam. Musik weckt die Fantasie. Sie tröstet dich, wenn du traurig bist, sie bringt dich zum Lachen, wenn du dir Sorgen machst, und sie macht deinen Kopf klar, wenn alles drunter und drüber geht».

Musik von Bach soll Trost spenden und Hoffnung geben

Eröffnungsrede zum 28. Internationalen Bachfest in der Stadtkirche St. Johann vom 12.05.2021

Ich freue mich, Sie im Namen der Stadt Schaffhausen zum 28. Internationalen Bachfest begrüssen zu dürfen.
Heute können wir ein Jubiläum begehen, das eigentlich gar nicht geplant war und aufgrund der Umstände leider auch nicht gefeiert werden kann.
Denn 1946, also vor 75 Jahren, hat die Stadt Schaffhausen gemeinsam mit der Bachgesellschaft erstmals ein Internationales Bachfest veranstaltet.
Damals, nach dem Ende des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte, hat die Musik des grössten deutschen Komponisten aller Zeiten Trost gespendet.
Und Schaffhausen hat unter dem Motto «Dona nobis pacem» aus dem Schlusschoral der h-Moll-Messe symbolisch die Hand über die Grenze ins versehrte Deutschland gestreckt.
Pandemiebedingt hören wir dieses Jahr leider kein «Dona nobis pacem», keine H-Moll Messe, keine Kantatengottesdienste.
Trotz Corona wird uns heute und in den nächsten Tagen die wunderbare Musik von Bach an einmaligen Orten unserer Region beflügeln. Sie soll uns Trost spenden und gleichzeitig Hoffnung wecken.
Das Eröffnungskonzert mit «Entschwindet, entweichet, entfliehet, ihr Sorgen» könnte unsere Gefühlslage nach den Erfahrungen der letzten Monate wohl kaum besser beschreiben.
Unser Anlass soll also auch ein Zeichen dafür sein, dass wir bei diesem Marathon, wie das unser Gesundheitsminister Alain Berset am Anfang der Pandemie so trefflich formuliert hat, auf die Zielstrecke eingebogen sind.
Dank der laufenden Impfkampagne und dem verantwortungsvollen Verhalten des Grossteils der Bevölkerung sehen wir endlich Licht am Ende des Tunnels. 
Dass es nach den Covid-Lockerungen des Bundes vom April so kurzfristig überhaupt möglich geworden ist, das Bachfest 2020 dieses Jahr in reduzierter Form nachzuholen, verdanken wir vor allem dem grossartigen Einsatz unseres Organisationsteams unter der Leitung des städtischen Kulturbeauftragten Jens Lampater.
Ein besonderer Dank gilt auch allen treuen Sponsoren des diesjährigen «Bachfests im Kleinformat», die zu Gunsten von Ihnen, liebe Musikfreunde, auf ihre reservierten Plätze verzichtet haben.
Unsere Sponsoring Partner sind:
– Schaffhauser Kantonalbank
– Gemeinnützige Stiftung SIG
– Jakob und Emma Windler Stiftung
– Clientis BS Bank Schaffhausen
– Georg Fischer AG
– Cilag Janssen AG
– Stiftung Werner Amsler
– RHL Foundation und
– Migros Kulturprozent.

Herzlich danken möchte ich auch der Internationalen Bachgesellschaft unter dem Co-Präsidium Wolfram Kötter und Andreas Bohrer-Peyer für ihren stets wertvollen Support.
Jetzt wünsche ich Ihnen, geschätzte Damen und Herren, viel Vergnügen mit Johann Sebastian Bachs «Schäferkantate» mit der Deutschen Hofmusik unter der Leitung von Alexander Grychtolik.

Geniessen Sie es, Sie haben es nach dieser langen Durststrecke mehr als verdient.

Neuer Platzhirsch Peter

10.05.2021: Neuer Hirschstier im Munotgraben wird willkommen geheissen

Ich freue mich, heute zusammen mit Ihnen den neuen Dammhirsch im Munotgraben, der aus regionaler Produktion im Thurhof Andelfingen stammt, begrüssen zu können. Wir werden ihm heute – nach seiner Quarantäne – den Zugang zu seinen 5 künftigen Haremsdamen öffnen.

Damit ist natürlich die Hoffnung verbunden, dass er bald für stämmigen Nachwuchs sorgen wird.

Ich bin überzeugt, dass Ruedi Büeler und die Munotwächterin, die auch ausgebildete Hirschwärter sind, mit ihrer professionellen und umsichtigen Betreuung dafür sorgen werden, dass sich der neue Platzhirsch in seiner neuen Umgebung wohlfühlen und seinen Aufgaben pflichtbewusst nachkommen wird.

Die Dammhirschkolonie im Munotgraben gibt es ja bereits seit 1905 und aufgrund einer Jahrzehnte langen Tradition trägt der Platzhirsch den Vornamen des Stadtpräsidenten. Man könnte sich jetzt die Frage stellen, für wen das die grössere Ehre ist…

Und weil diese Tradition bei der Wahl einer Frau ins Stadtpräsidentenamt zu einer anspruchsvollen Herausforderung würde, kann ich Sie beruhigen: Ich bleibe der Stadt in dieser Funktion noch etwas erhalten.

Ich freue mich mit Ihnen darauf, heute den Hirsch auf den Platz zu lassen, damit er dann auch wirklich seinen Namen „Platzhirsch“ verdient.