Noch ist kein Käufer des Stadions in Sicht

Noch im laufenden Jahr will Clubpräsident Aniello Fontana den FC Schaffhausen und den Stadionteil des Lipo-Parks verkaufen. Bislang zeichnet sich in der Region kein Käufer ab: Weder Roberto Di Matteo noch Giorgio Behr sehen sich als neue Besitzer des Fussballclubs.
aniel F. Koch, Daniel Jung und Hans Christoph Steinemann

SCHAFFHAUSEN. Im SN-Interview erklärte Aniello Fontana, Präsident des FC Schaffhausen, vor rund zwei Wochen: «Meine Absicht ist es, für die Stadion Schaffhausen AG und die FCS AG bis Ende Jahr eine Nachfolgeregelung zu finden.» Fontana möchte beide Firmen entweder in eine Partnerschaft einbringen oder über den Verkauf der Aktien neue Besitzer finden. «Im Vordergrund sehe ich eine Schweizer Lösung», sagte Fontana (SN vom 27. März). Der FCS-Patron führt den Club bereits seit 1991.

Die Ankündigung löste ein grosses Echo aus. «FC Schaffhausen zu verschenken!» ­titelte etwa der «Blick» in seinem Bericht zu Fontanas Suche nach einem Nachfolger. Gratis, schuldenfrei und mit dem neuesten Stadion der Schweiz sei der Challenge-League-Club aus Schaffhausen zu haben.

Wir haben bei möglichen Käufern nachgefragt, ob sie Interesse haben, die Verantwortung beim einzigen Profifussballclub der Stadt Schaffhausen zu übernehmen. Klar ist, dass ein möglicher Käufer wirtschaftlich potent sein muss. Das aktuelle Saisonbudget beläuft sich immerhin auf 3,9 Millionen Franken.
Alle winken ab

Die Frage, wer das Stadion und den Club erwerben könnte, beschäftigt die Schaffhauser Öffentlichkeit. Gerüchte machen die Runde, dass ein Trio ehemaliger FCS-Spieler, die heute im Immobilienbereich tätig sind, einsteigen könnte: Mit Roy Pagno, Roger Näf und Champions-League-Gewinner Roberto Di Matteo hat die «Schaffhauser AZ» schon entsprechende Namen genannt. Roy Pagno winkt aber ab. «Da ist absolut nichts dran – eine Zeitungsente», sagt der ehemalige NLB-Abwehrspieler.

Marco Truckenbrod Fontana, Geschäftsführer des FC Schaffhausen, gibt derzeit keine Auskunft: «Zu diesem Thema werde ich mich öffentlich nicht äussern. Auskünfte erteilt ausschliesslich Aniello Fontana.» Der wiederum sagt, dass es jetzt noch zu früh sei, um etwas Konkretes zu berichten.

Der ehemalige Trainer Axel Thoma, der während seiner FCS-Zeit angedeutet hatte, dass er Kontakte zu einem ausländischen Club und dem ein oder anderen Geschäftsmann habe, winkt ebenfalls ab. Thoma, der beim FCS noch bis Sommer 2019 auf der Lohnliste steht, ist ebenfalls wortkarg: «Zu diesem Zeitpunkt möchte ich mich nicht äussern.»
Behr bleibt beim Handball

Nicht infrage kommt ein Kauf des FCS und des Stadions für Giorgio Behr, den Kadettenpräsidenten (im 27. Jahr) und wichtigen Schaffhauser Sportförderer. «Ich bin bei den Kadetten Präsident in einer Sportart, die ich als Spieler und Trainer selbst erfahren habe und die ich in- und auswendig kenne», sagt er. «In einer Region wie Schaffhausen ist der Handball finanzierbar, wenn man wie wir in der Schweiz an der Spitze mitwirken und auch in Europa in den Top 20 dabei sein will.» Das wäre für Giorgio Behr im Fussball nicht realistisch. Er verweist zudem auf den von ihm erbauten Sportkomplex BBC-Arena, «der Jahr für Jahr die Betriebskosten selbst erarbeiten und regelmässig neue Sachen wie LED- oder Lasershows finanzieren kann».

Bei der Stadt Schaffhausen verfolgt man die Diskussion um den FCS und das Stadion interessiert. «Es lässt uns überhaupt nicht kalt, was mit dieser Anlage passiert», sagt Stadtpräsident Peter Neukomm. Es liege im Interesse der Stadt, dass die attraktive Infrastruktur im Herblingertal weiterbetrieben werde. «Es wäre natürlich nicht in unserem Sinn, wenn das Stadion leer stehen würde», sagt der Stadtpräsident. «Insofern haben wir ein grosses Interesse daran, dass Fontana private Investoren findet, die hier einsteigen und sich ­engagieren möchten.»

Überraschend kommen die Verkaufs­absichten für Neukomm nicht. «Dass sich die Familie Fontana hier zurückziehen will, hat sich schon länger abgezeichnet.» Direkten Kontakt mit der Stadt hat Fontana in dieser Frage aber nicht aufgenommen.
Aktuell kein Plan B bei der Stadt

Die Stadt hat aktuell keinen Plan B, falls Fontana keinen Interessenten für den Verein und das Stadion finden sollte. «Damit haben wir uns bisher nicht befasst», sagt der Stadtpräsident. «Wir haben die Hoffnung und die Erwartung, dass hier eine ­Lösung auf privater Ebene gefunden wird.» Man drücke Aniello Fontana die Daumen. «Es ist sicher anspruchsvoll, diese Infrastruktur kommerziell erfolgreich zu vermarkten und zu betreiben», sagt Neukomm.

Der Stadtpräsident bedauert es bis heute, dass die Beiträge der Stadt an den Bau und den Unterhalt des Fussballstadions im März 2015 vom Volk abgelehnt wurden. «Das tut mir bis heute leid für den Fussball», sagt er. Der Entscheid sei aber zu ­respektieren – und habe die Situation beim Stadion sicher etwas erschwert.

Wie die Stadt auch vor Kurzem im neuen Fussballkonzept betont hat, sieht sie die Aufgabe der öffentlichen Hand primär beim Jugend- und Breitensport (siehe SN vom 8. März). «Wir wissen aber auch, dass der Leistungssport einen wichtigen Anreiz und eine wichtige Motivation bildet und deshalb ebenfalls von grosser Bedeutung ist», sagt Neukomm. Auch als Fussballfan fände er es höchst bedauerlich, wenn es in Schaffhausen keinen Profifussball mehr zu erleben gäbe. Zudem trage der FCS den ­Namen der Stadt regelmässig in die ganze Schweiz hinaus.
Methabau will Kopfbau verkaufen

Ebenfalls nicht als Käufer des Stadionteils infrage kommt die Firma Methabau, die das ganze Stadion erstellt hat und Besitzerin des Kopfbaus ist. «Wir sind keine Immobiliengesellschaft», sagt Finanzchef Marcel Abbt. «Für uns ist es nicht denkbar, den Stadionteil von Fontana Invest zu ­erwerben.»

Wie schon länger angekündigt, möchte die Methabau den Kopfbau des Stadions mit den Gewerberäumlichkeiten veräus­sern. Methabau hatte nie beabsichtigt, langfristig Eigentümerin der Geschäftsliegenschaft Lipo-Park zu bleiben. «Wir haben uns im Jahre 2015 dazu entschlossen, als Investor einzusteigen, da sich damals der Co-Investor der Fontana Invest unerwartet zurückgezogen hat und die Realisierung des Lipo-Parks gefährdet war», erklärt Abbt. Die Firma Methabau verhandle derzeit mit verschiedenen potenziellen Käufern. «Unser Kerngeschäft ist das Bauen, und wir möchten die im Lipo-Park gebundenen Eigenmittel dafür einsetzen.»

Lasst den Frühling beginnen

Beilage der Schaffhauser Nachrichten zur Frühlingsshow vom 07./08.04.2018 im Herblingertal.

Meine Hauptstadt

Beitrag SRF „Glanz & Gloria“ vom 28.03.2018 – Peter Neukomm stellt seine Hauptstadt vor

Stadt will Kammgarn West und Innenhof für 35 Millionen umnutzen

Die Freihandbibliothek kommt ins Erdgeschoss, den zweiten Stock kauft die Sturzenegger-Stiftung für das Museum, und aus dem Parkplatz wird ein Park: Der Stadtrat hat bekannt gegeben, wie er die Kammgarn West umnutzen will. Offen bleibt, was in den oberen Stockwerken passiert.

Isabel Heusser und Mark Liebenberg

SCHAFFHAUSEN. Eine Fläche von 7500 Quadratmetern an attraktiver Lage – ungenutzt: Der Westflügel der Kammgarn ist seit dem Auszug der Hallen für Neue Kunst im Jahr 2014 ein Politikum. Gestern hat nun der Schaffhauser Stadtrat erklärt, wie er den Westflügel in Zukunft nutzen möchte: möglichst vielfältig. Im Erdgeschoss und im ersten Stock sollen die heutige Stadtbibliothek Agnesenschütte und die Ludothek einziehen; vorgesehen sind ausserdem ein gastronomisches Angebot sowie Räume für eingemietete «kreative und innovative» Nutzer. Den zweiten Stock will die Sturzenegger-Stiftung für 4,9 Millionen Franken kaufen und darin unter anderem Ausstellungsflächen für das Museum zu Allerheiligen schaffen.

«Eine seltene Chance»

Nicht nur den Westflügel, auch den Kammgarnhof will der Stadtrat weiterentwickeln. Vorgesehen ist ein grüner Park, die Parkplätze sollen in einer unterirdischen Tiefgarage verschwinden. Die auf dem Kammgarngelände benachbarte Uhrenmanufaktur IWC will die Hälfte der Parkplätze für sich nutzen und beteiligt sich auch zur Hälfte an den Baukosten von gesamthaft rund 5,8 Millionen Franken.

Wie viel die Arealentwicklung insgesamt kosten wird, ist noch nicht klar. «Wir rechnen mit Bruttoinvestitionen von gegen 35 Millionen Franken», sagt Stadtpräsident Peter Neukomm. Das Projekt kommt nun als Erstes vor den Grossen Stadtrat: Dieser entscheidet im Frühling über einen Kredit von 300 000 Franken. Mit diesem soll der Stadtrat weitere Abklärungen für die Rahmenkreditvorlage treffen. Bis das Projekt umgesetzt ist, wird es noch Jahre dauern. «Das Areal soll zum Hot-spot in der südlichen Altstadt werden», sagte Bildungs- und Kulturreferent Raphaël Rohner gestern. «Eine solche Weichenstellung bietet sich für eine kleine Stadt wie unsere nur selten. Diese Chance müssen wir nutzen.»

Wie der dritte und der vierte Stock der Kammgarn West genutzt werden sollen, ist noch offen: Vielleicht werden die Räume an Unternehmen aus dem Design- oder Kommunikationsbereich vermietet. Offen hält sich die Stadt aber weiterhin auch die Option «Bildungseinrichtung». Nach den gescheiterten Plänen mit einer privaten Hochschule hat nämlich die Idee, die Pädagogische Hochschule Schaffhausen in der Kammgarn West einzuquartieren, wieder politische Hochkonjunktur. Ein entsprechendes Postulat wurde gestern im Schaffhauser Kantonsparlament mit grosser Mehrheit überwiesen. Die Kantonsregierung muss diese Variante nun vertieft abklären.

 

Kammgarn-Projekt soll der «Entvölkerung» in der Altstadt entgegenwirken

Die Stadt plant, den brachliegenden Kammgarn-Westflügel und den Hof vielfältig zu beleben. Private wollen das Projekt mitfinanzieren.

Isabel Heusser

SCHAFFHAUSEN. Es ist die grösste Überraschung in diesem Projekt: Die Sturzenegger-Stiftung beabsichtigt, das zweite Geschoss im Kammgarn-Westflügel für 4,9  Millionen Franken zu kaufen. Damit will die Stiftung dem Museum zur Allerheiligen mehr Platz verschaffen und eine Erweiterung der Naturkundlichen Abteilung ermöglichen. «Ich bin eigentlich kein Freund vom Verkauf städteeigener Immobilien», räumte Stadtpräsident Peter Neukomm gestern an der Medienkonferenz zur Nutzungsplanung des Westflügels ein. «Aber wir können davon ausgehen, dass diese Nutzung im Sinne der Stadt ist.» Und sie helfe, das Volumen des Gesamtkredits für die Umnutzung zu verringern. Zusätzlich zum Kauf des Geschosses wird die Stiftung eine Million Franken zum Ausbau beitragen. «Für das Museum wäre der zusätzliche Raum ein enormer Gewinn», sagte Corinna Peyer, Präsidentin der Sturzenegger Stiftung. Die Sanierung der Naturabteilung sei längst hinfällig, doch am jetzigen Standort im abgeschrägten Dachgeschoss sei eine attraktive Neuausrichtung kaum möglich. Mit einer etwas grösseren Grundfläche könne die Ausstellung auch effizienter betrieben werden.

Grosse Probleme wegen Grenznähe

Platzprobleme hat auch die Stadtbibliothek, und zwar in der Agnesenschütte. Der Stadtrat will sie darum ins Erdgeschoss und in den ersten Stock des Westflügels ­holen. Rund 85 000 Besucher werden jährlich verzeichnet. Damit stosse die Bibliothek an ihre Grenzen, sagte Bildungs­referent Raphaël Rohner. «Eine Bibliothek ist längst nicht mehr nur ein Ort, wo man Bücher ausleiht. Viele Leute nutzen sie, um dort zu arbeiten.» Durch die hohe ­Besucherfrequenz könne die Bibliothek dazu beitragen, das Kammgarn-Areal zu beleben, so Rohner. Im Erdgeschoss ist ein weiteres gastronomisches Angebot als Ergänzung zur jetzigen Kammgarn-Beiz vorgesehen. Und die verbleibenden Flächen will der Stadtrat an Start-ups, Pop-up-Stores, Ateliers oder Kleingewerbe vergeben. Auch Zwischennutzungen sollen möglich sein.

«Wir streben im ganzen Westflügel eine möglichst vielfältige Nutzung an», sagte Rohner. Dafür habe sich auch die Öffentlichkeit an einem Mitwirkungsanlass im Mai 2014 ausgesprochen. Man könne gar nicht genug betonen, wie wichtig diese Arealentwicklung sei: «Wir haben grosse Probleme wegen der Nähe zu Deutschland, in der Altstadt findet eine Entvölkerung statt.»

Damit die Kammgarn auch für Besucher attraktiver wird, soll aus dem Parkplatz im Hof ein Platz mitsamt Grünfläche werden. Ausserdem ist ein direkter Durchgang von der Klosterstrasse zum Kammgarnhof vorgesehen. Die Parkplätze verschwinden in eine Tiefgarage. Dafür hat die Stadt die IWC als Partner gefunden: Sie will die Hälfte der Kosten für die Garage übernehmen und im Gegenzug die Hälfte der Parkplätze ihren Mitarbeitern und Kunden zur Verfügung stellen. Die öffentlichen Parkplätze werden kompensiert.

Was genau mit dem dritten und vierten Stockwerk passiert, steht noch nicht fest. Möglich ist eine Vermietung an eine Hochschule (siehe Box unten). Im Jahr 2016 scheiterten die Verhandlungen zur Ansiedlung der Hochschule IUN in Schaffhausen, doch man sei nach wie vor interessiert daran, den Bildungsstandtort Schaffhausen zu stärken, sagt Neukomm. Alternativ denkt die Stadt auch darüber nach, die Flächen im Westflügel an Unternehmen zu vermieten – und zwar an solche, die zum Nutzungskonzept der Kammgarn passen.

Zwischennutzung startet bald

Wie viel die Arealentwicklung kosten wird, lässt sich laut Stadtpräsident Neukomm noch nicht genau sagen. Eine Grobkostenschätzung geht von rund 34 Millionen Franken aus. Der Betrag setzt sich aus 24 Millionen Franken Investitionskosten für das Gebäude und 10 Millionen Franken für Tiefgarage, Hofgestaltung sowie archäologische Grabungen und Sicherstellungen zusammen. Abzüglich der Anteile von IWC und Sturzenegger Stiftung verbleiben für die Stadt Nettoinvestitionskosten von 25 Millionen Franken. Ein solches Projekt umzusetzen, sei nicht ganz einfach, sagte Neukomm. «Aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Die Stadt steht finanziell gut da.»

Vier Jahre standen die Räume im Westflügel nun leer. Bis die Stadt ihre Pläne realisieren kann, vermietet sie die Hallen temporär an diverse Akteure – Künstler, Architekten, Gewerbler oder Gastronomen. Bald können sich die Schaffhauser ein Bild von dieser Zwischennutzung machen: Am 6.  April ist Eröffnungsfeier.

Kantonsrat will PHSH-Einquartierung ernsthafter prüfen

Um die Kammgarn West ging es gestern auch im Schaffhauser Kantonsrat. Der sprach sich gestern nämlich deutlich dafür aus, dass der Regierungsrat die Verlegung der Pädago­gischen Hochschule Schaffhau-sen (PHSH) in die beiden obersten Stockwerke des Gebäudes Kammgarn-West mit der Stadtregierung «ernsthaft abklärt», wie es ein Postulat von Kantonsrat René Schmidt (GLP, Schaffhausen) fordert. Die Hochschule stehe in einem Wettbewerb mit anderen Standorten um Studenten und Dozenten, sagte der Postulent. «Andere Kantone haben grosszügig investiert, man denke an die PHZ gleich neben dem Hauptbahnhof Zürich.» Im oberen Teil der Kammgarn könne eine attraktive Campus-Situation entstehen – Zahlen für den Platzbedarf liegen vor. «Es passt wie ein Massanzug», so Schmidt. Der Kanton könnte hierzu Stockwerkeigentum von der Stadt erwerben – etwa im Abtausch für andere, gleichwertige Liegenschaften, auf dem Zeughaus- oder Klosterareal.

Regierung: Tür ein Spalt offen

Regierungsrat Martin Kessler (FDP) bemerkte, der Kanton sei eigentlich nicht auf der Suche nach einem neuen Standort, die heutige Mietlösung auf dem Ebnat (Miete: 640 000 Franken jährlich) sei zufriedenstellend. Und wenn schon, gehöre es zur Immobilienstrategie, kantonale Stellen wenn möglich in eigenen Liegenschaften unterzubringen. Dies wäre mit dem neuen PH-Standort im ehemaligen Pflegezentrum auf dem Geissberg eher erfüllt – eine Idee, die der Kantonsrat allerdings fürs Erste abgeblockt hat (die SN berichteten).

Die Regierung geht davon aus, dass eine Unterbringung in der Kammgarn erhebliche Investitionen zur Folge hätte. «Der Campus-Mehrwert steht in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten», sagte Kessler. Und doch: Die Regierung könne der Idee «nicht jeglichen Reiz absprechen». Deshalb prüfe der Kanton auf Exekutivebene zurzeit das Konzept zusammen mit der Stadt. Schmidt rannte also gegen eine einen Spalt weit offene Tür an. Aus dem Rat gab es viel Unterstützung für das Postulat – sogar die SVP war in zwei Lager gespalten. Keine neue, möglicherweise noch teurere Lösung wollte Markus Müller (SVP, Löhningen). «Flächenabtausch würde bedeuten, Tafelsilber gegen eine Industrieruine zu tauschen.» Peter Neukomm (SP, Schaffhausen) entgegnete, das Gebäude im Edelrohbau sei keine Ruine mehr (siehe Text oben), Kanton und Stadt würden eine Win-win-Situation anstreben. Die Unterbringung der PHSH an diesem Ort bringe Dynamik in die Altstadt.

Die Mehrheit findet die Idee reizvoll genug, um sie vertieft abklären zu lassen. Und hat das Postulat mit 35 zu 15 Stimmen überwiesen. (lbb)

Westflügel soll bis 2023 bereit sein

Bis die Projekte im Kammgarn-Westflügel in Schaffhausen realisiert sind, wird es einige Jahre dauern. Als Erstes ist der Grosse Stadtrat an der Reihe: Er entscheidet noch im Frühling dieses Jahres über einen von der Exekutive ausgearbeiteten Planungskredit von 300 000 Franken.

Sagt das Parlament Ja, folgen die Abklärungen und Ergänzungen zur Grobkostenschätzung, die rund vier Monate dauern werden. Soweit möglich, erarbeitet der Stadtrat parallel dazu eine Rahmenkreditvorlage. Voraussichtlich im ersten Quartal 2019 wird der Stadtrat dem Parlament diese Vorlage unterbreiten. Anschliessend kommt das Projekt vors Volk. Bis im Jahr 2023 soll der Westflügel umgebaut sein. (heu)

Planungsvorlage und Nutzungslayout zur Entwicklung des Kammgarnareals

Tele Top Beitrag zur Medienkonferenz über die Vorlage Entwicklung Kammgarnareal, Planungskredit und Nutzungslayout