30 Jahre Energiestadt Schaffhausen

Foto: Übergabe des Goldlabels an die Energiestadt Schaffhausen: (von links) Barbara Schwickert, abtretende Präsidentin Trägerverein Energiestadt, Stadtpräsident Peter Neukomm, Stadträtin Katrin Bernath und Sven Fitz, Projektleiter Energie, Klima, Luft der Stadt Schaffhausen

Rückblick anlässlich der GV des Trägervereins Energiestadt vom 31.08.2021

Es ist ja kein Zufall, dass die Jubiläums-GV des Vereins Energiestadt dieses Jahr bei uns stattfindet.
Schaffhausen gehörte 1990 zu den Vereinsgründern, war erste Energiestadt der Schweiz und eine der ersten mit dem Goldlabel.
Deshalb werden nun meine Stadtratskollegin Katrin Bernath und ich zu 30 Jahre Energiestadt Schaffhausen einen kurzen Rück- und Ausblick präsentieren.
Katrin Bernath und ich teilen uns die Zuständigkeiten im Bereich Energie- und Umwelt.

Es überrascht nicht, dass Schaffhausen 1990 zu den Vereinsgründern gehörte, denn unsere Stadt hatte im Bereich der Energie- und Umweltpolitik sehr früh die Zeichen der Zeit erkannt und eine Pionierrolle übernommen.
Das erste städtische Energieleitbild entstand bereits 1978.
Schon 1983 wurden für alle Schulen und Kindergärten Energiekennzahlen ermittelt, um gestützt darauf energetische Sanierungen voranzutreiben.
In den 70er und 80er wurde auf politischer Ebene auch in unserer Stadt leider viel Energie ohne spürbare Resultate verschwendet.
Als lokales Beispiel erwähne ich hier die Ablehnung der Volksinitiative zur Förderung des Energiesparens im 1982.
Dass auf politischer Ebene Anfang der 1990-er Jahre dann Fortschritte erzielt werden konnten, hängt stark mit dem Energiefrieden als Folge der erfolgreichen eidg. Volksabstimmung über das Moratorium für Atomkraftwerke und dem danach gestarteten nationalen Programm Energie2000 zusammen.

Dass es Anfang der 90er Jahre auch in Schaffhausen vorwärtsging, verdanken wir auf politischer Ebene und in der Verwaltung einigen besonders engagierten Personen, die mit Herzblut und grossem Einsatz viel erreicht haben und deshalb heute auch namentlich genannt werden müssen.
Als Erster natürlich der damalige Bau- und Werkreferent sowie spätere Stadtpräsidente Marcel Wenger. Er war ein Vorkämpfer und Treiber einer zukunftsweisenden Energie- und Umweltpolitik.
Ihm ist das Licht sprichwörtlich schon früh aufgegangen, in welche Richtung eine nachhaltige Energiepolitik gehen muss.
An seiner Seite haben der damalige Stadtpräsident Max Hess und auf Fachebene Stadtbaumeister Ueli Witzig, Stadtökologe Urs Capaul und als externer Energieberater Ernst A. Müller, Gründer und ehemaliger Geschäftsführer des Vereins InfraWatt, wichtige Rollen gespielt. Dieser Aufbruch zeitigte Folgen bis heute.
Dazu gehörte unter anderem 1991 die Gründung der kommunalen Energiefachgruppe KOMENG als strategischem Organ des Stadtrats,
1992 das erste energiepolitische Leitbild, welche die Einführung der Ökobilanz mit einer umfassenden Energiebilanz der Stadt brachte oder 1996 die Gründung der Etawatt AG als Energiedienstleistungsunternehmen mit der Stadt als Hauptaktionärin.
Dazu gehört sicher auch 1998 die Einrichtung des Energiepunkts mitten in der Altstadt als öffentliche Energieberatungsstelle und natürlich – wie bereits erwähnt – die Beteiligung an der Gründung des Vereins Energiestadt.
Legendär erweist sich im Rückblick das sogenannte 2. Gemeindeseminar «Die Energiestadt» vom 25.04.1991 in der Stadt Schaffhausen.
Bundesrat Adolf Ogi stellte an dieser Tagung Energie2000 als Chance für die Energiepolitik vor.
Als Vertreter der Energiestadt-Gründer überreichten ihm Stefan Frey, der damalige WWF-Geschäftsführer und Conrad U. Brunner von der Schweizerischen Energie-Stiftung eine „Energie-Friedenstaube“ aus Lebkuchen.
Der damalige Stadtrat Marcel Wenger begründete den energiepolitischen Wandel in seiner Rede «Schaffhausen – die Energiestadt» wie folgt:
«Es brauchte wohl so etwas wie eine Kombination von Luftreinhaltung, Knappheit der Rohstoffe und einige deutliche Fingerzeige auf Grossrisiken, um der Politik klar zu machen, dass statt ewiger Disput und Grabenkämpfe vielleicht Synergie die bessere Lösung wäre».

In der Folge führte die Stadt 1996 die ersten bauökologischen Richtlinien sowie die erste echte Energiebuchhaltung für sämtliche städtischen Gebäude ein. 1997 folgte der erste Energierichtplan und die erste Zertifizierung als Energiestadt.
Ein Jahr später waren die Städtischen Werke an der Gründung der Swisspower AG, dem Zusammenschluss der Stadtwerke, beteiligt, die sich mit dem Masterplan 2050 in eine nachhaltige Energiezukunft aufmachten.
2003 wurde unser Flusskraftwerk naturmade zertifiziert und produziert seither wertvollen Ökostrom. Mit einem Teil des Mehrerlöses daraus finanzieren wir jedes Jahr wertvolle Renaturierungen am Rhein.
Und 2012 bewilligten die städtischen Stimmberechtigten deutlich einen Rahmenkredit über 25 Mio. Franken zur Erhöhung des Anteils erneuerbaren Stroms, um mit der Stadtverwaltung aus der Atomenergie auszusteigen.

Die Anstrengungen für die Energiewende blieben aber nicht von Rückschlägen verschont:
2014 stimmte der Grosse Stadtrat zwar in Umsetzung einer überwiesenen Motion von mir – damals noch als Parlamentarier – für ein Energie- und Klimaschutzkonzept, das ein Bekenntnis zu erneuerbaren Energien, den Ausstieg der Stadt aus der Kernenergie und die beschleunigte energetische Sanierung der städtischen Gebäude beinhaltete.
Die gleichzeitig anvisierte Ergänzung der Stadtverfassung mit dem Ziel einer 2000-Watt Gesellschaft fiel bei den Stimmberechtigten hingegen durch. Die Abstimmungskampagne der bürgerlichen Parteien fokussierte erfolgreich nur auf Suffizienz und Verzicht, was uns doch sehr an die Volksabstimmung über das CO2-Gesetz erinnert.
Die damaligen, äusserst kreativen Parolen können Sie aus dem Foto vom Abstimmungskampf ersehen.
Die Gegner der Vorlage – bekleidet mit Schaffellen – stellten der Bevölkerung einen Rückfall ins Steinzeitalter in Aussicht.
Aus Rückschlägen lernt man ja auch und es können sich daraus neue Chancen ergeben.
Und weil es keine echte Alternative zur Energiewende gibt und die Vorgaben resp. Rahmenbedingungen der übergeordneten Staatsebenen nach der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens und der Annahme der Energiestrategie 2050 durch die Stimmberechtigten klar sind, hat die Stadt ihren Kurs für mehr erneuerbare Energien, mehr Energieeffizienz und Klimaschutz nie verlassen.
Stadträtin Katrin Bernath wird Ihnen nun aufzeigen, wie sich das heute manifestiert und was das für die Zukunft Schaffhausens aus Sicht des Stadtrats heisst.

Wärmeverbünde statt fossile Heizungen

Stellungnahme des Stadtrats vom 24.08.2021 im Grossen Stadtrat zur Vorlage 30 Mio. Rahmenkredit für Wärmeverbünde

Gestatten Sie mir eine Vorbemerkung zur Frage, warum es diese Vorlage braucht.

Wir stehen mitten in einem Wettlauf gegen die Zeit.

Und wir müssen uns beeilen, sonst verlieren wir ihn.

Das wird für unsere Kinder und Kindeskinder nicht nur extrem teuer, sondern auch deren Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Sie vermuten richtig, ich spreche über den Kampf gegen den Klimawandel.

Die Erde wird sich in zehn Jahren um 1,5 Grad erwärmen, das ist leider kaum mehr umkehrbar.

Das Beklemmende an dieser Erkenntnis des vor kurzem publizierten 6. Klimaberichts des Weltklimarats ist, dass dies dasselbe Gremium bereits vor 30 Jahren vorausgesagt hat. Wir wissen also schon lange, dass es höchste Zeit ist, den CO2-Ausstoss schnell und massiv zu senken.

Aber: Die Emissionen sind in den letzten 30 Jahren weiter gestiegen und sie steigen immer noch.

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre wächst weiter, der Treibhauseffekt wird weiter verstärkt.

Extreme Hitzeereignisse wie in Kanada, massive Überschwemmungen wie in Deutschland, Riesenfeuer wie in Russland, den USA oder in Südeuropa werden häufiger – überall auf der Erde, auch bei uns im Randental.

Nun zeichnet der IPCC wieder die Klimazukunft vor.

Die neuen Zahlen geben uns im Gegensatz zu den früheren Daten nicht mehr viel Zeit, um unter der für viele Ökosysteme gefährlichen Erderwärmung von 2 Grad zu bleiben.

Weshalb erzähle ich Ihnen das alles?

Weil wir heute mit der Vorlage des SR einen wichtigen Schritt zu einer massiven Verminderung des CO2-Ausstosses in unserer Stadt machen können, eine Chance, die wir unbedingt nutzen müssen.

Es geht dabei um den neben dem Verkehr grössten CO2-Emittenten, dem Wärme- und Kältebedarf von Gebäuden, der immer noch zu über 80% fossil gedeckt wird.

Darum fordern Bund und Kantone die Gemeinden auf, das grosse Potenzial im urbanen Raum, das auf ca. 10 TWh geschätzt wird, mit dem Ausbau der Wärmenetze schnellstmöglich zu nutzen.

Zitat BFE: «Der Ausbau der Wärmenetze ist eine zentrale Massnahme für eine CO2-freie Wärmeversorgung».

Und weiter: «Für eine spürbare Reduktion der CO2-Belastung und eine Substituierung der fossilen Energieträger im Gebäudebereich im urbanen Raum braucht es rasch Wärme- und Kälteverbünde».
Deshalb wird der Ausbau auch finanziell gefördert.

Die städtische und kantonale Förderung ist gesichert (zusätzlich fördert die Stadt den Anschluss an Wärmeverbunde von Privaten mit weiteren 50%).

Ich verweise hierzu auf Art. 42e des kant. Baugesetzes.

Viele andere Städte unseres Landes sind auf dem gleichen Pfad:

So will Aarau bis 2030 durch den Ausbau des Fernwärmenetzes doppelt so viele Gigawattstunden Wärme absetzen als heute.

Bis 2040 sollen Wärmeverbünde die Gebäude auf 60% der besiedelten Fläche in der Stadt Zürich heizen können.

Die Frauenfelder Stimmbevölkerung wird Anfang nächsten Jahres über einen Rahmenkredit über 25 Millionen Franken für den Aufbau eines Wärmeverbundes in Frauenfeld-West abstimmen.

Baden will bis 2030 alle Quartiere in der Stadt erneuerbar beheizen und kühlen.

Service Biel will 22 Wärmeverbünde aus See- und Grundwasser bauen und sie untereinander verbinden.

Auch das St. Galler Energiekonzept 2050 sieht einen massiven Ausbau der regenerativen Wärmeversorgung durch die Stadtwerke vor.

Und die Industriellen Werke  Basel wollen bis 2035 rund 460 Millionen Franken in den Ausbau der Wärmenetze investieren.

Die Beispiele könnten noch beliebig erweitert werden.

Ich verzichte aus Zeitgründen darauf. Aber Sie sehen, wir sind in bester Gesellschaft. 

Mit unserer Vorlage werden wir in den kommenden Jahren den Ausstoss von hunderten, wenn nicht gar tausenden Tonnen CO2 auf unserem Stadtgebiet reduzieren.

Dies gelingt uns aber nur, wenn wir so schnell als möglich Alternativen zu fossilen Heizungen schaffen.

Wirtschaft und Bevölkerung brauchen schnell Klarheit, damit  sie ihre Investitionsentscheide bei der Wärme- resp. Kälteversorgung darauf abstützen können.
Bei der Planung des Wärmverbunds Altstadt Nord, die schon weit fortgeschritten ist, haben wir festgestellt, dass viele Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer, deren fossile Heizungen in die Jahre gekommen sind, dringend auf dieses Angebot warten.

Darum hoffen wir, dass wir Ende November die Volksabstimmung über den Rahmenkredit durchführen können.

Das ist aber nur möglich, wenn Sie heute die zur Diskussion stehende Rahmenkreditvorlage vom 13.04.2021 beschliessen.

Wie kam es zu dieser Vorlage? Sie ist die Folge
– der Festsetzung des behördenverbindlichen Energierichtplans durch den SR 2019

– der im gleichen Jahr durch den Grossen Sadtrat (nachfolgend GSR) verabschiedete Eignerstrategie für SHP 
– und dem von Ihnen 2020 ohne Gegenstimme verabschiedeten Versorgungsauftrag für Wärme- und Kältenetze für SHP.
Der Rahmenkredit bildet also die konsequente Umsetzung der bisherigen politischen Weichenstellungen, an denen Sie alle beteiligt waren.

Mit diesen wurde bereits über das «Ob» entschieden.

Heute geht es nur noch um das «Wie» der Umsetzung.

Der Rahmenkredit ist das richtige Instrument, den Ausbau der Wärmeverbünde sinnvoll und zeitnah sicherzustellen.

Es wird darum in fast allen Städten der Schweiz dafür eingesetzt.

Denn Wärmeverbünde sind dynamische Projekte, welche auch immer wieder einmal vergrössert oder zusammengeschlossen werden.

Der Rahmenkredit gibt die Flexibilität, schnell und unbürokratisch neue Opportunitäten zu nutzen.

Müsste für jeden Wärmeverbund, dessen Vergrösserung oder Zusammenschluss mit einem anderen Verbund ein separater politischer Prozess lanciert werden, entsteht Planungsunsicherheit sowohl für SHP als auch für die potenziellen Bezügerinnen und Bezüger und die involvierten Unternehmen.

Projekte würden sich dadurch deutlich verzögern. Das schadet unserem Klima.

Deshalb haben wir uns am 25 Mio.-Rahmenkredit für die erneuerbaren Energien von 2011 orientiert.

Es gibt keine überzeugenden Gründe, weshalb wir von diesem Modell, das von den städtischen Stimmberechtigten mit grossem Mehr angenommen worden ist, jetzt abweichen sollen, zumal es bei jenem nicht nur um Investitionen in unserer Stadt ging.

Mit dem gewählten Vorgehen wird die demokratische Kontrolle und Transparenz gewährleistet: Der Rahmenkredit wird von SR, GSR und Stimmberechtigten beschlossen.
Die einzelnen Tranchen bis Fr. 2 Mio. (Grenze obligatorisches Referendum) sollen durch die Verwaltungskommission (VK) SHP und darüber zusätzlich noch durch den SR freigegeben werden.

Die Freigabe erfolgt nur, wenn die im Versorgungsauftrag verlangte Wirtschaftlichkeit absehbar ist.
Die zu beanspruchenden Jahrestranchen finden sich im jährlichen Budget und in der dabei erstellten resp. aktualisierten Finanz- und Investitionsplanung von SHP.

Über die Verwendung der Mittel wird – analog zum Rahmenkredit für Erneuerbare – im Verwaltungsberichts der Stadt jedes Jahr zuhanden des GSR und der Öffentlichkeit Rechenschaft abgelegt.

Und ganz wichtig: SHP wird nicht das ganze im Energierichtplan aufgezeigte Potenzial an Wärmeverbünden allein verwirklichen können.

Wir werden uns auf grössere Verbünde, bei denen die Stadt mit eigenen Gebäuden Wärmebezügerin ist, konzentrieren.

Das sind Verbünde, die aufgrund der Grösse von hiesigen Unternehmen gar nicht gestemmt könnten und die deshalb nicht umgesetzt würden, wenn SHP nicht investiert. Oder sie werden von grossen auswärtigen Unternehmen umgesetzt, was nicht im Sinne des lokalen Gewerbes wäre.

Private Wärmeverbünde, von denen bereits einige in Entstehung sind, wie bei der Steigkirche oder in den Fischerhäusern, bleiben weiterhin möglich.

Wenn SHP Wärmeverbünde erstellt, werden die Arbeiten im Rahmen des Vergaberechts an lokale und regionale Unternehmen vergeben.

So sorgen wir dafür, dass die Wertschöpfung – Arbeitsplätze, Steuererträge, Dividenden – in unserer Stadt oder Region bleibt.

Und nochmals zum Verständnis: Der Rahmenkredit ermöglicht überhaupt erst die Erstellung der Wärmeverbünde.

Die Netze und Energiezentralen dieser Verbünde werden auch bei einer Erstellung durch SHP immer durch Unternehmen der Privatwirtschaft, nicht durch SHP selber gebaut.

Der Rahmenkredit ist deshalb eine grosse Chance für das SH-Gewerbe.

Mit dem Versorgungsauftrag haben Sie letztes Jahr SHP den Auftrag für die Realisierung von Wärme- und Kältenetzen auch deshalb erteilt, weil es als unser wichtiges Verbundunternehmen in der Grundversorgung die Chance erhalten soll, auch weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Denn aufgrund der nötigen Dekarbonisierung der Energieversorgung ist absehbar, dass die Einnahmen aus dem Gasgeschäft wegbrechen werden.

Mit der Erstellung und dem Betrieb von Wärme- und Kälteversorgungen soll es möglich werden, Ertragsausfälle beim Gas über ein anderes Geschäftsfeld zu kompensieren. Dazu braucht es jetzt Vorinvestitionen wie damals beim Bau der Gasnetze.

Diese Investitionen der Stadt muss SHP über die Erlöse aus dem neuen Geschäftsfeld längerfristig refinanzieren.

Weil dieses Geschäftsfeld moderat gewinnorientiert sein soll, dürfen wir längerfristig auch Ablieferungen daraus erwarten.

Zusammen mit unseren bisherigen Anstrengungen nehmen wir mit dem Bau der Wärme- und Kältenetze die Aufträge aus den übergeordneten Staatsebenen auf und leisten in unserem Handlungsbereich einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Zielsetzungen für eine Halbierung des CO2-Ausstosses bis 2030 und für netto Null bis 2050.

Die nötigen Investitionen ermöglichen eine namhafte Wertschöpfung für das lokale und regionale Gewerbe und reduzieren den Mittelabfluss ins Ausland.

Und dank zu erwartenden Förderbeiträgenkommt das im richtigen Moment und wird finanziell für alle interessant. Nutzen wir diese Chance, die zu einer Win-Win-Situation für Klima, Bevölkerung und Gewerbe führen wird.

Zur Frage der Kreditfreigabe

Wir sind uns einig, dass eine zusätzliche Kreditfreigabe durch den GSR keinen Mehrwert bringt bezüglich der Frage, ob und wie ein Wärmeverbund in einem Gebiet geplant und gebaut werden soll.

Dafür verfügt der GSR nicht über die nötigen fachlichen Kompetenzen.

Aber für jede Million und damit auch für jede Erweiterung eines Wärmeverbunds oder die Verbindung zweier Verbünde nochmals einen aufwändigen, zeitintensiven und teuren politischen Prozess durchzuführen, ist auch demokratiepolitisch sinnlos.

Warum?

Weil der GSR die massgeblichen politischen Entscheide über die verbindlichen Rahmenbedingungen bereits gefällt hat resp. heute den letzten dazu fällt.

Aufgrund des behördenverbindlichen Energierichtplans aus dem Jahr 2019, weiss der GSR, in welchen Stadtteilen, welche Art der Wärmeversorgung anzustreben ist.

Aufgrund dieser Vorgaben und gestützt auf die Eignerstrategie hat er am 01.09.2020 einstimmig (31:0, bei einer Enthaltung) die Grundsätze zum Bau, Betrieb, Unterhalt und zur Finanzierung der Wärme- und Kälteversorgung in der Stadt beschlossen.

Darin heisst es u.a.: «SHP ist verpflichtet, das Versorgungsgebiet der Stadt im Rahmen der genehmigten Kredite zu erschliessen. Die Wärme oder Kälte kann entweder durch SH POWER selbst oder durch Dritte produziert werden».

Zudem hat der GSR auch die Kriterien festgelegt, nach denen die VK und allenfalls der SR über die einzelnen Kreditfreigaben innerhalb des Rahmenkredits zu entscheiden hat. Im Versorgungsauftrag heisst es dazu: «Ein Ausbau eines Versorgungsnetzes erfolgt nur, wenn dieser für SHP wirtschaftlich ist».

Was heisst das nun?

Der laufende Aufwand für Kapitaldienst, Betrieb und Unterhalt muss längerfristig tiefer sein, als die Erlöse, die daraus erwartet werden.

Um das zu entscheiden, gibt es heute drei Kenngrössen, die zu berücksichtigen sind: Anschlussdichte, Wärmeabsatz und Trassenmeter.

Das sind schweizweit bewährte Parameter.

Zu den klaren, rechtsverbindlichen Rahmenbedingungen im Versorgungsauftrag haben Sie SHP auch noch ein Ziel gesetzt, um wieviel die Erlöse den Aufwand übertreffen dürfen.

Es heisst: «Der Betrieb der Netzte der Wärme- und Kälteversorgung soll moderat gewinnorientiert sein».

Hierauf können VK und SR für jeden Wärmeverbund dann bei der Festlegung der massgeblichen Tarife für die einzelnen Nutzergruppen Einfluss nehmen.

Sie sehen also, dass schon ganz viel vorgegeben ist, wenn SHP den Bau eines Wärmeverbunds startet, wenn ein Wärmeverbund erweitert oder zwei Wärmeverbünde zusammengeschlossen werden.

VK und allenfalls der SR haben diese Vorgaben bei den Kreditfreigaben jeweils zu prüfen.

Und jedes Jahr erhält der GSR Rechenschaft darüber, wie der Versorgungsauftrag umgesetzt worden ist.

Er behält also die Kontrolle darüber, ob SHP das korrekt gemacht hat und, ob VK und SR die Kontrolle darüber richtig ausgeübt haben.

Das ist von der Flughöhe absolut korrekt: Der GSR konzentriert sich auf die Strategie, gibt Vorgaben für die Umsetzung, die Umsetzung erfolgt durch SHP mit Kontrolle durch VK und SR.

Der GSR behält über die jährliche Rechenschaftsablegung die Kontrolle. Das ist stufengerecht.

Diejenigen, die jetzt verlangen, dass jede Ausgabe über 1 Mio. für den Bau oder die Erweiterung eines Wärmeverbunds immer nochmals in den GSR kommen muss, müssen sich schon die Frage gefallen lassen, was sie in diesen Fällen dann noch politisch diskutieren wollen. Oder geht es da einfach darum, die Dekarbonisierung zu verzögern?

Denn die massgeblichen politischen Entscheide sind bereits mit dem Versorgungsauftrag gefällt worden.

Und der GSR ist ein politisches Gremium und nicht wie die VK ein Gremium, das nach fachlichen Kriterien entscheidet.

Mit der Zuwahl von 3 Fachpersonen haben Sie ja vor kurzem die VK für solche Entscheide bewusst verstärkt.

Also haben Sie jetzt doch auch etwas Vertrauen in unsere Fachleute von SHP, in die VK und den SR und geben Sie ihnen auch die nötige Verantwortung dafür, wie beim Rahmenkredit für Erneuerbare im Jahr 2011.

Es braucht eine städtische Unternehmenskultur

Blickpunkt in der Mitarbeiterzeitschrift „Blickfang“ vom August 2021

Wichtigkeit der lokalen und regionalen Wertschöpfung

Begrüssung zur 12. Tischmesse in der IWC-Arena vom 20.08.2021

Ich freue mich, Sie im Namen von 37’120 Schaffhauserinnen und Schaffhausern zur 12. Schaffhauser Tischmesse in der schönen IWC-Arena herzlich begrüssen zu können.

In dieser tollen Halle, welche die städtischen Steuerzahlenden finanziert haben, stehen sonst vor allem sportliche Betätigungen im Zentrum.

Heute erhalten wir wiederum einen sehr interessanten Einblick in das aktuelle Wirtschaftsleben unserer Region, bei dem Sie, liebe Ausstellerinnen und Aussteller, eine wichtige Rolle spielen.

Sie leisten tagtäglich einen wertvollen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung unseres Kantons. Das verdient Respekt und Anerkennung, gerade weil ich weiss, wie wichtig die lokale und regionale Wertschöpfung und die von Ihnen angebotenen Arbeits- und Ausbildungsplätze sind.

Die Tischmesse, die erstmals vor über 20 Jahren stattgefunden hat, ist nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender unserer Stadt und Region wegzudenken.

Auch wenn die Zahl der Aussteller wegen Corona nicht mehr ganz so hoch ist wie früher, sorge ich mich nicht um diesen Anlass, ganz nach dem Sprichwort: «Ein kleiner Fisch auf dem Tisch ist besser als ein grosser im Bach».

Trotz Corona erscheint es jetzt wichtig, die Chance zu nutzen, sich wieder einmal physisch statt digital auszutauschen.

Wiederum haben die Besucherinnen und Besucher, aber auch die Ausstellerinnen und Aussteller die Möglichkeit, den persönlichen Kontakt zu den Menschen, die hinter den lokalen und regionalen Produkten und Dienstleistungen stehen, zu pflegen und vielleicht auch neue Geschäftsbeziehungen einzugehen.

Es freut mich natürlich sehr, dass die öffentliche Hand auch dieses Jahr wieder direkt oder indirekt mit Tischen vertreten ist.

Es sind dies zum Beispiel die kant. Dienststelle für Berufsbildung und Berufsberatung, die sasag Kabelkommunikations AG, die Schifffahrtsgesellschaft URh, die städtischen Werke SH POWER oder das Sozialversicherungsamt SH.

Zum Schluss habe ich auch im Namen der Stadt zu danken.

Der grosse Aufwand, eine solche Messe auf die Beine zu stellen, wird oft unterschätzt. Deshalb geht ein herzlicher Dank an die Organisatoren der Wirtschaftsförderung sowie an die IVS und den Gewerbeverband als Mitorganisatoren.

Ihnen liebe Austellerinnen und Aussteller danke ich herzlich für Ihre Teilnahme und Ihre Treue und wünsche Ihnen eine erfolgreiche Tischmesse 2021 mit vielen spannenden Kontakten.

Zum Jubiläum 125 Jahre FC Schaffhausen

Video-Beitrag auf dem Facebook-Auftritt der Stadt Schaffhausen