Blumenschmuck für Johann Conrad Fischer

Berichterstattung Schaffhauser Nachrichten zum Jubiläum 250 Jahre Johann Conrad Fischer vom 13.09.2023

Fischer-Kenner (von links): Peter Neukomm, Andreas Müller, Matthias Wipf, Iwan Stössel. BILD SELWYN HOFFMANN Andreas Schiendorfer

Was für eine unterhaltsame und gerade darum würdevolle Geburtstagsfeier gestern Abend im Pavillon im Park für den Gründer des Weltkonzerns Georg Fischer, den Mitbegründer der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen und unseren ersten Stadtpräsidenten.

SCHAFFHAUSEN UND DIE WELT. Wer gestern die Vordersteig aufsuchte, um Johann Conrad Fischer zu seinem 250. Geburtstag zu gratulieren, freute sich darüber, dass das Denkmal wieder sauber geputzt und erst noch mit Blumenschmuck von Grün Schaffhausen versehen worden war. Die Gratulanten waren mit ihren Glückwünschen keineswegs zu früh, obwohl man gemeinhin den 14. September 1773 als Geburtstag annimmt. Fischer selbst war nämlich überzeugt, Glockenschlag um Mitternacht auf die Welt gekommen zu sein, und hat darum stets den 13. und 14. September als Geburtstag angegeben, beide Daten gehören übrigens zu den «glücklichen Tagen» gemäss dem türkisch-islamischen Kalender.

Dies erfuhr man im humorvoll-informativen Festvortrag von Franziska Eggimann, Konzernarchivarin und Leiterin der Eisenbibliothek (siehe Artikel unten). Zuvor aber hatte Regierungsrat Patrick Strasser Johann Conrad Fischer als «Vorbild für die heutige Zeit und für uns alle» gewürdigt und dem von ihm gegründeten Weltkonzern für seine Standorttreue und sein gesellschaftlich-kulturelles Engagement gedankt. Visionärer Glockenschlag

Der fischersche Glockenschlag inspirierte Musiklehrer Andreas Stahel und sechs Schülerinnen und Schüler des Musikkonservatoriums Winterthur zu einer innovativen Improvisation, die man, versucht man sie mit Worten zu beschreiben, als visionären Beitrag zur Entschleunigung der Zeit im Heute und gleichzeitig als Ausdruck des Zeitalters der Nervosität bezeichnen könnte.

Das mag irgendwie widersprüchlich klingen, entspricht aber der Ambivalenz der Zeit des politischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Übergangs, in der sich Johann Conrad Fischer so meisterhaft bewegte.

Dass man aus der Geschichte eben doch lernen oder zumindest Motivation für heute ziehen kann, bewiesen im Gespräch auf und neben dem roten Sofa Fischer-Nachnachfolger Peter Neukomm, Stadtpräsident, Fischer-Nachnachfolger Andreas Müller, CEO Georg Fischer, und Fischer-«Nachnachfolger» Iwan Stössel, ehemaliger Präsident der Naturforschenden Gesellschaft (die Anführungszeichen rühren daher, dass Fischer den Naturwissenschaftlichen Verein zwar mitbegründet, aber nicht präsidiert hat). In einem dank Moderator Matthias Wipf sehr unterhaltsamen Gespräch boten sie – bei einem nicht einfachen Thema – manch eine rhetorische Pointe und zogen erstaunlich viele Parallelen zwischen dem Wirken Fischers und ihrer eigenen Tätigkeit. Am meisten staunten sie, wie denn Fischer «dies alles unter einen Hut brachte» – er war ja nicht nur Politiker im Halbamt, wie er selbst, meinte Neukomm, sondern hatte ja auch noch eine Familie mit sieben Kindern.

Sie betonten mit je eigenen Worten die auch heute wichtigen internationalen Beziehungen bei einer starken lokalen Verankerung. Um innovativ und pionierhaft zu sein, brauche es Weltoffenheit, müsse man über den Tellerrand hinausschauen, nicht in einem Silo arbeiten und «out of the box» denken. Die wichtigste Botschaft Fischers aber war für Andreas Müller: «Seine Zuversicht, sein Glaube an die Zukunft.»

20 Jahre Uferrenaturierungen am Rhein dank SH POWER Ökostrom

Videobeitrag Tele Top News vom 04.09.2023

Eröffnung der 2. Digitaltage Schaffhausen

Artikel Schaffhauser Nachrichten vom 05.09.2023

Stadtpräsident Peter Neukomm (Mitte) am IWC-Medienstand mit Katharina Doepke Schelling, Manuel Reuter sowie Antonio Balmisano mit der weissen Cyberloupe 2.0 und Jan Baumann mit der schwarzen Cyberloupe 3.0, die ein Uhrmacher bequem einen ganzen Arbeitstag tragen kann. BILD SELWYN HOFFMANN Andreas Schiendorfer

SCHAFFHAUSEN. An der gestrigen Medienkonferenz der zweiten Schaffhauser Digitaltage wurde man in den Räumlichkeiten von Schaffhausen Tourismus standesgemäss von einem Avatar begrüsst, welcher dem Wirtschaftsförderer täuschend ähnlich sieht. Allerdings war man dann, ehrlich gesagt, doch froh, dass Christoph Schärrer auch persönlich auftrat, etwas lebendiger sprach und seine Botschaft – Schaffhausen macht Digitalisierung erlebbar – mit Mimik und Gestik unterstrich. Bald schon liege eine verbesserte Version vor, erklärte Schärrer schmunzelnd, man sei wirklich motiviert, die Digitalisierung als Chance zu nutzen. So lobte er nicht nur die Innovationskraft der Unternehmen und Behörden, sondern dankte auch für deren Bereitschaft, mit der Bevölkerung in einen Dialog zu treten: 19 Partner sind an neun Veranstaltungen mit 30 Referentinnen und Referenten beteiligt.

Nach wie vor ein wichtiges Thema ist die Cybersicherheit, wie Candid Wüst, Vice President Research Acronis, erklärte. Er wird bereits heute Dienstagabend um 18 Uhr an einer Diskussion im Meetingpoint zu diesem Thema teilnehmen. Von Cyberkriminalität sind nicht zuletzt auch kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) betroffen, für die kleinere Erpressungssummen zu einer Existenzfrage werden. Zusammen mit Bojan Laskovic, CTO bei Raqoon, wird er deshalb den Cyber-Security-Verein für KMUs gründen, der KMU zeigen will, wie man sich vor digitalen Angriffen schützt und die Technologie mit der richtigen Strategie für das Geschäftswachstum nutzt. Smart-Hub in der Stahlgiesserei

Der Höhepunkt wird wohl der Donnerstagnachmittag mit dem Smart-Hub ab 14 Uhr in der Stahlgiesserei sein. Man kann sich beispielsweise am selbstfahrenden Transportroboter des Steiner Unternehmens Phoenix Mecano erfreuen, welches, wie Marvin Waldvogel ausführte, mehr und mehr vom Verkauf einzelner Komponenten zu ganzheitlichen Lösungsangeboten übergeht. Armando Cathomas wiederum erläuterte den Medienvertretern die Zukunft einer nachhaltigen Landwirtschaft, unter anderem dank einem innovativen Traktor von GVS Agrar. Die faszinierende Welt des Druckens enthüllt die Thaynger Teca Print, wobei CEO Daniel Fahl als besondere Attraktion einen Schokolade servierenden Roboter in Aussicht stellte. Man kann, wir sind immer noch am Donnerstag in der Stahlgiesserei, einen Sicherheitsparcours der Stadt Schaffhausen auf einem E-Scooter absolvieren. Oder einem interaktiven AI-Bot spezifische Fragen zur Wohn- und Arbeitsregion Schaffhausen stellen.

Beim IWC-Stand kann man das Uhrmacherhandwerk durch die Augen eines Uhrmachers erleben – dank der Cyberloupe. Eine lupenreine Schaffhauser Lösung von Antonio Balmisano, Leiter Betriebsentwicklung, unterstützt von Projektleiter Jan Baumann. Nach drei Jahren schafften sie nun mit der dritten Version den Durchbruch innerhalb des Richemont-Konzerns. Und weil man dank der IWC-App eine Uhr künftig auch mit der Augmented-Reality-Technik anprobieren kann, beeilte sich Katharina Doepke Schelling als Chief Digital & Transformation Officer zu betonen: «Die IWC nutzt die digitale Technik, setzt aber bei den Uhren selbst nach wie vor ganz aufs Handwerk.»

Am Mittwoch wird ein Go-tec!-Kurs für Familien durchgeführt; den ganzen Monat läuft die «Future Skills AI Experience» für Oberstufenklassen. Bei Acronis findet eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion «Women in Tech» statt. Auf dem SIG-Areal wird der Skill-Hub eröffnet. Zudem werden KI-Workshops angeboten. Das ganze Programm ist zu finden unter standort.sh.ch/digitaltage.

20 Jahre Uferrenaturierungen dank Naturstrom von SH POWER

Beitrag Tele Top vom 04.09.2023 über den Jubiläumsevent von SH POWER vom 03.09.2023 im St. Katharinental

Planung Vordere Breite im Kantonsrat

Votum im Kantonsrat vom 28.08.2023 zur Interpellation über den aufgelösten Letter of Intent von Kanton und Stadt zum Zeughausareal

Zuerst teile ich die Einschätzungen von KR Heydecker: Der Gegenstand des Vorstosses hat sich erledigt und es ist für den Baudirektor schwierig, auf heute neu gestellte Fragen im Namen des Gesamtregierungsrats antworten zu können.

Ich muss den Interpellanten enttäuschen: Der LOI wurde nicht aus Angst aufgelöst, sondern weil die Diskussionen im Vorfeld des Vorstosses gezeigt haben, dass verschiedene Themen vermischt wurden, was für den weiteren Planungsprozess nicht zielführend ist.

Insofern bin ich froh, dass wir mit der Auflösung des LOI die Diskussionen jetzt entlasten und versachlichen können.

Die Zuständigkeiten für die raumplanerische Entwicklung der Vorderen Breite sind klar.

Ich bin froh, dass Tim Bucher die Diskussion über die massgeblichen Fragen richtig verortet hat.

Die massgeblichen gesetzlichen Grundlagen dazu finden sich im kantonalen Richtplan und im Richtplan Siedlung der Stadt.

Sie können nicht über kantonsrätliche Vorstösse unterlaufen werden.

Gestützt auf die raumplanerischen Grundlagen stehen auf der Vorderen Breite weiterhin das Wohnen und öffentliche Nutzungen im Vordergrund.

Im städtischen Planungsprozess, der – entgegen den Ausführungen des Interpellanten – breit und partizipativ angelegt war und ist, wurde die Synthese der Testplanung unterdessen angepasst und ergänzt:

In Zusammenarbeit mit dem Kanton als Eigentümer des Zeughausareals und unter Einbezug der heutigen Nutzerinnen und Nutzern sowie des QV werden auch Varianten geprüft, bei denen das Museum im Zeughaus in Verbindung mit den vorgesehenen Raumnutzungen erhalten werden könnte.

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen

Die weiteren Planungsschritte orientieren sich an den übergeordneten Zielsetzungen von Kanton und Stadt SH.

Und Kanton und Stadt werden bei der Entwicklung der Vorderen Breite als Schlüsselareal der Wohnraumentwicklung weiterhin konstruktiv zusammenarbeiten.

Und ich kann Sie beruhigen: Stadt wie Kanton sind sich ihrer Verantwortung für die Entwicklung des wichtigen Areals bewusst und werden diese weiterhin sorgfältig und umsichtig vorantreiben.

Deshalb plädiere ich heute dazu, den Ball flach zu halten.