Park Casino – Geschichte eines bedeutenden Veranstaltungsorts

Dem Gastgeber Wolfgang Schmidke danke ich für die freundliche Einladung und die Initiative für diesen Anlass ganz herzlich. Ich habe mich sehr gefreut, Ihnen die Grüsse des Stadtrats überbringen zu können.

Auf Wunsch des Gastgebers habe ich es als Vertreter der Eigentümerschaft des Park Casinos, also quasi als zweiter Hausherr, gerne die Aufgabe übernommen, ein paar Worte über die Historie der Liegenschaft zu verlieren.

Lukas Wallimann von der Denkmalpflege hat mir dafür die Grundlagen aufbereitet, wofür ich an dieser Stelle ganz herzlich danke.

Wo lag also der Ursprung des Park Casinos?

1802 beschloss die „Gesellschaft der Freunde“, eine Vereinigung fortschrittlich gesinnter Burger der Stadt, für 8’000 Gulden das Landgut des Junkers Peyer im Fäsenstaub anzukaufen.

Auf dem durch zusätzlichem Erwerb von Rebland erweiterten Grundstück wurde zwischen 1802 und 1805 – nach Plänen von Hans Caspar Escher – ein Sommerhaus im Empire-Stil für die „Gesellschaft der Freunde“ erbaut.

1803 wurde die Fäsenstaubpromenade, nach einem Gestaltungskonzept des markgräflich-badischen Hofgärtners Johann Michael Zeyher in Schwetzingen, erstellt.

Aufgrund einer Petition der Bewohner des Steigquartiers für eine neue Strasse wurde der Park 1842 geteilt. Die „Gesellschaft der Freunde“ trat den Boden für den Bau der Steigstrasse (1844— 1846) unentgeltlich an die Stadt ab. Für Anpassungen am Parkrand erhielt die Gesellschaft 300 Gulden.

1863 wurde der Casinogarten durch den Bau der Bahnlinie und die Anpassung der Steigstrasse nochmals beschnitten. Der südöstliche Teil mit dem Weiher fiel weg und die Wegeführung musste den neuen Gegebenheiten angepasst werden.

1873 verkaufte die Casino-Gesellschaft den Parkteil südlich der Steigstrasse – die heutige Fäsenstaubpromenade – der Stadt. Damit wurde die Trennung der ursprünglich durchgehenden Anlage in den Casinogarten und die Fäsenstaubpromenade besiegelt.

1910 erfolgte ein umfassender Umbau des Gesellschaftshauses im Casinogarten.

1945 verkaufte die Eigentümerin das Areal samt Gebäude an die Stadt. Diese verpflichtete sich, das Casino und die Grünanlage der Öffentlichkeit zur Verfügung zu halten.

In der Folge wurde das Gesellschaftshaus von Stadtbaumeister Gottlob Haug umgebaut und neu „Casino“ genannt.

Gleichzeitig erfolgte die Umgestaltung des Gartens durch Stadtgärtner Paul Amsler.

1950 erfolgte die Einrichtung eines Stadtkellers im Nebengebäude.

1978 wurde das Trottoir entlang des Casinogartens aufgehoben und ins Innere der Anlage verlegt.

1980 erfolgte der letzte Umbau des Casinos. Der Vorbereich und der Zugang von der Steigstrasse her wurden umgestaltet.

Das Park Casino ist und war immer ein wichtiger Veranstaltungsort in unserer Stadt. Das hat sicher auch mit seiner flexiblen Grösse und seiner zentralen Lage mit dem attraktiven Aussenraum im Park zu tun.

Der Stadtrat hat sich in den vergangenen Jahren auch immer mal wieder mit der Liegenschaft beschäftigt und nutzt den Ort auch gerne für eigene Veranstaltungen.

Als das Arcona Living mit den neuen Versammlungsmöglichkeiten erbaut wurde, befürchtete man, dass sich der Bedarf für das Park Casino als Veranstaltungsort stark reduzieren würde und die Stadt sich Gedanken machen müsste, die Liegenschaft einer neuen Nutzung zuzuführen. Diese Einschätzung erwies sich als falsch. Das Park Casino ist nach wie vor ein geschätzter Veranstaltungsort, nicht nur für Vereine, die sich die Räumlichkeiten des Arcona Living nicht leisten können. Zudem fehlt dort eine Bühne.

Im Rahmen des laufenden Unterhalts haben wir immer wieder ins Park Casino investiert. In den vergangenen Jahren z.B. in die Beleuchtung, die Böden, die Technik oder zuletzt auch in den Gewölbekeller im Nebenhaus, der sich für Veranstaltungen bis zu 20 Personen eignet.

Gute Pächter für solche Anlagen zu finden, ist nicht ganz einfach. Das hat ja auch die Vergangenheit gezeigt. Nach der langen Aera Vecchi waren die Pachtverhältnisse einigen Stürmen ausgesetzt. Wir sind darum sehr froh, im SV-Service unterdessen eine Pächterin gefunden zu haben, die aufgrund ihrer grossen Erfahrung und Professionalität Gewähr für stabile Verhältnisse und eine hoffentlich erfolgreiche Zukunft des Park Casinos bieten kann.

Der heutige Abend soll ja auch ein wenig diesen Aufbruch verkörpern, worüber sich die Stadt als Eigentümerin natürlich sehr freut.

Ich kann Wolfgang Schmidke und seinem Team versichern, dass wir auch weiterhin eine verlässliche Partnerin bleiben werden, weil uns die Bedeutung der Liegenschaft für unsere Stadt bewusst ist.

Jurist mit Blick für das Menschliche und Machbare

Mit Stadtschreiber Christian Schneider geht eine wichtige Person in Pension, welche die Stadt hinter den Kulissen über viele Jahre geprägt hat. Zwar übergab er bereits per 1. Juli 2018 offiziell die Geschäfte an seine Nachfolgerin Sabine Spross, war aber noch bis Ende September im Stadthaus anzutreffen, um seine Nachfolgerin einzuarbeiten und letzte Pendenzen zu erledigen. Bis zum Ende seiner Tätigkeit im Dienste der Öffentlichkeit waren seine juristischen Kenntnisse und seine grosse Erfahrung in allen Belangen der Politik und der öffentlichen Verwaltung gefragt und geschätzt.

Am 1. September 1997 trat Christian Schneider als stellvertretender Stadtschreiber und Rechtsberater des Stadtrates in die Dienste der Stadt. 2001 wurde er zum Stadtschreiber berufen. In seiner Amtszeit übte er zudem weitere verantwortungsvolle Funktionen aus wie als Aktuar des Wahlbüros, als Sekretär des Verwaltungsrats der Kraftwerk Schaffhausen AG, als Vertreter der Stadt in der Verwaltung der KSS sowie im Vorstand von SH Total, als Präsident der Strassenbennungskommission, als Aktuar der Museumskommission oder als stellvertretender Chef des Gemeindeführungsstabs. Als Vorstandsmitglied der Schweizerischen Konferenz der Stadt- und Gemeindeschreiber hat er sich auch schweizweit einen Namen gemacht.

Zusammen mit seinem Team hat er als Verantwortlicher der Stadtkanzlei und des Rechtsdienstes über viele Jahre erfolgreich dafür gesorgt, dass der Stadtrat juristisch professionell beraten war. An vielen grossen Geschäften des Stadtrates war er massgeblich beteiligt wie zum Beispiel an der Erarbeitung des Polizeiorganisationsgesetzes, der Reorganisation der Städtischen Werke, der Fusion von Hemmental und Schaffhausen oder der Totalrevision der Stadtverfassung.

Mit Christian Schneider verliert die Stadt einen hervorragenden Juristen und profunden Kenner des öffentlichen Rechts. Von Nutzen war ihm, dass er vor seinem Stellenantritt in der Stadtkanzlei reichhaltige Erfahrungen unter anderem als wissenschaftlicher Adjunkt beim Bundesamt für Justiz und juristischer Sekretär der Staatskanzlei Schaffhausen sowie Stellvertreter des Staatsschreibers beim Kanton sammeln konnte.

Christian Schneider wurde auch aufgrund seiner menschlichen Qualitäten, wegen seiner grossen Hilfsbereitschaft und seiner vermittelnden Art, weit über die Verwaltung hinaus sehr geschätzt. Er lebte den Begriff des Staatsdieners im allerbesten Sinne und hat dabei seine persönlichen Interessen und Ambitionen immer zurückgestellt. Bei aller juristischen Präzision verlor er nie das Menschliche und Machbare aus dem Auge. Es war ihm stets ein Anliegen, konsensfähige Lösungen zu finden, eine Eigenschaft, die auch von Parlamentarierinnen und Parlamentariern alle politischer Richtungen sehr geschätzt wurde.

Dem Stadtrat ist es darum ein grosses Anliegen, sich bei Christian Schneider ganz herzlich für die kollegiale Zusammenarbeit, seine hohe Loyalität und für seinen langjährigen, wertvollen Einsatz im Dienste der Stadt zu danken. Alle, die mit ihm zusammenarbeiten durften, wünschen ihm für seinen neuen Lebensabschnitt nur das Beste, vor allem gute Gesundheit und viel Zeit für seine Hobbies und seine Familie.

Obi Eröffnung – wichtige Investition für den Standort Schaffhausen

Sehr geehrte Vertreter von OBI und Migros, liebe Vertreter der Beratungsstelle für Asylsuchende, geschätzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neuen OBI Filiale, verehrte Gäste

Im Namen der Stadt SH danke ich Ihnen ganz herzlich für die freundliche Einladung, die mich sehr gefreut hat.
Als mich die Migros angefragt hat, ob ich an der Eröffnung des neuen Heimwerkermarktes OBI im Herblingertal teilnehmen würde, habe ich gerne zugesagt.
Nicht, weil ich selber ein Heimwerker wäre. Zum Leidwesen meiner Frau habe ich für solche Sachen zwei linke Hände.
Das werden aber hoffentlich viele Schaffhauserinnen und Schaffhauser wettmachen, nämlich diejenigen, die sich bestens mit Hammer, Nagel und Bohrer auskennen.

Die millionenschwere Investition in den neuen OBI ist ein positives Signal angesichts der Grenznähe, dem Einkaufstourismus nach Deutschland sowie dem nach wie vor relativ starken Franken.
Offenbar glaubt man auch bei der Migros an das Kundenpotenzial nördlich des Rheins. Das freut mich natürlich riesig. Dann jetzt haben die Einkaufstouristen keine Ausrede mehr, wenn sie in einem OBI einkaufen wollen.

Im Herblingertal ist in den letzten Jahren viel passiert und es stehen weitere weitere Entwicklungen an.
Das spielt für die Standortqualität unserer Stadt eine wichtige Rolle.
Das Herblingertal wird immer mehr zu einem Brennpunkt unserer Stadt mit einem breiten Arbeitsplatz-, Freizeit- und Unterhaltungsangebot.
Mit dem OBI wird das bestehende Angebot für Bauen, Wohnen und Garten ausgebaut.

Wenn ich vom Ausbau des Angebots spreche, gilt das z.B. für den Lipo-Park mit seiner Mantelnutzung oder für das UBS Business-Solution Center mit mehreren hundert Arbeitsplätzen.

Aber auch die öffentliche Hand investiert hier kräftig, wenn ich z.B. an die Erschliessung auf der Strasse z.B. den Anschluss an die A4, der Schiene – Station Herblingen und anstehenden Schienensanierungen im Herblingertal, den Ausbau der VBSH-Linien oder das Polizei- und Sicherheitszentrum denke.

Die Migros, welche als Betreiberin hinter OBI steht, investiert in den Standort Schaffhausen, nicht nur hier im Herblingertal.
Vor gut 2 Jahren durfte ich ein Grusswort bei der Wiedereröffnung der sanierten Migros Filiale in Buchthalen halten.
Und ich bin bereits gespannt, was im Rahmen der Modernisierung des Herblinger Markts passieren wird.
Da sollen ja nächstes Jahr auch wichtige Investitionsentscheide fallen.
Das freut die Stadt natürlich, weil sonst die Gefahr besteht, dass viel der SH-Kaufkraft in den neu eröffneten Coop Rhymarkt in Feuerthalen abwandert.

Die Migros hat es sich zur Tradition gemacht, bei Neueröffnungen von Einkaufsläden den Standortgemeinden für die gute Zusammenarbeit einen Check über 5‘000 Franken für die Weitergabe an eine soziale Institution ihrer Wahl zu überreichen.
Dafür danke ich ihr ganz herzlich.

Meine Wahl fiel auf die Beratungsstelle für Asylsuchende SH, welche dieser Tage das 30jährige Jubiläum feiern kann.
Der Förderverein wird heute von Co-Präsident Christoph Schmutz und Vorstandsmitglied Isabelle Lüthi vertreten.
Die Organisation, hilft schon viele Jahre mittellosen Menschen in Asyl- oder anderen ausländerrechtlichen Verfahren, erteilt wichtige Auskünfte und vertritt unbegleitete minderjährige Asylsuchende.
Damit leisten die Verantwortlichen dieser Institution eine sehr wertvolle und anspruchsvolle humanitäre Arbeit zugunsten der Schwächsten unserer Gesellschaft, welche auf Hilfe und Schutz angewiesen sind.
In einer Zeit, in der Flüchtlinge zu populistischer Propagandazwecken missbraucht werden und in der Rassismus und Nationalismus wieder salonfähig geworden sind, ist die Aufgabe der Beratungsstelle für Asylsuchende wichtiger denn je.
Ihr Engagement verdient darum unseren uneingeschränkten Respekt und unsere Unterstützung.

Ich danke zum Schluss den Verantwortlichen von OBI bzw. Migros nochmals herzlich für ihr Bekenntnis zum Standort Schaffhausen.
Allen Heimwerkerinnen und Heimwerkern in SH wünsche ich viel Freude mit dem neuen, spannenden Angebot und OBI einen möglichst grossen „return on investment“ durch viele einkaufsfreudige Kundinnen und Kunden.

Zur Ablehnung der Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip

http://peterneukomm.ch/wp-content/uploads/2018/09/Seiten-aus-shn-24.09.18.pdf

 

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Entwicklung Kammgarn West – eine riesen Chance für Schaffhausen

Sehr gerne nehme ich im Namen des Stadtrats Stellung zur Vorlage.

Zuerst bedanke ich mich im Namen der involvierten Stadtratsmitglieder beim Kommissionspräsidenten Simon Sepan für seine souveräne Sitzungsleitung und den umfassenden Kommissionsbericht, bei der Protokollführerin Nora Winzeler für die tadellose und schnell Protokollierung sowie den Kommissionsmitgliedern für die sachliche Diskussion. Ein besonderer Dank für ihre Unterstützung geht an meine Stadtratskollegin Katrin Bernath, meinen Stadtratskollegen Raphael Rohner sowie die Bereichsleitenden Katharina Epprecht, Urs Weibel und Oliver Thiele.

Sie haben die Ausführungen des Kommissionspräsidenten gehört. Der Verpflichtungskredit, welcher für die ergänzenden Abklärungen für die Rahmenkreditvorlage zur Entwicklung des Kammgarnareals nötig ist, war in der Kommission weitgehend unbestritten. Mit dem Kredit werden wichtige bauliche Abklärungen ermöglicht. Mit diesen sollen wesentliche kostentreibende Faktoren für die Gebäudesanierung und den Tiefgaragenbau überprüft und das Risiko von Kostenabweichungen bei der Gesamtinvestition, die in der Rahmenkreditvorlage beantragt wird, minimiert werden. Diese Abklärungen braucht es unabhängig vom gewählten Nutzungskonzept.

Es ist wichtig zu verstehen, dass wir hier kein Vorprojekt durchführen. Mit den Abklärungen, welche das Hochbauamt vornehmen wird, soll eine Bandbreite der Kostenschätzung in der Rahmenkreditvorlage von ±25 % erreicht werden. Mit diesem Vorgehen wird vermieden, dass vor der Volksabstimmung hohe Planungskosten anfallen. Damit verbunden ist eine geringere Kostengenauigkeit als bei Investitionskreditvorlagen, die auf einem Vorprojekt basieren. Wir sind hier also beim St. Galler Modell.

Wenn der Grosse Stadtrat den Kredit von 300‘000 Franken genehmigt, dauern die Abklärungen und Ergänzungen der Grobkostenschätzung noch ca. vier Monate. Danach bzw. soweit möglich parallel dazu wird der Stadtrat die Rahmenkreditvorlage zur Entwicklung des Kammgarnareals fertigstellen. Diese sollte dem Grossen Stadtrat in gut einem halben Jahr vorgelegt werden können.

Der Grosse Stadtrat hat Ende 2017 in seiner Budgetsitzung gewünscht, über das Nutzungslayout, welches der Stadtrat für den Kammgarn Westflügel vorsieht, informiert zu werden. Deshalb haben wir Ihnen wenige Monate später mit dieser Vorlage auch das gesamte Nutzungslayout aufgezeigt, inklusive den Absichten für die Hofgestaltung und die Tiefgarage.

Das stadträtliche Nutzungslayout war – wie gewünscht – Diskussionsthema in der SPK. Es war für uns wichtig zu erfahren, was die Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen davon halten. Wir führten quasi eine grosse Feedbackrunde, damit der Stadtrat bei der Fertigstellung der Rahmenkreditvorlage die Haltung des Grossen Stadtrats kennt.

Die Diskussionen in der SPK waren konstruktiv und offen und die Vertretung des Stadtrats konnte die Gründe, welche zu diesem Layout von öffentlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Nutzungen geführt haben, erläutern. Wir freuen uns, dass das Feedback mehrheitlich positiv war.

Gerne lege ich Ihnen im Folgenden noch einmal kurz die Sicht des Stadtrats dar:

Nach der Schliessung der «Hallen für Neue Kunst» stehen der Stadt an einer attraktiven Lage über 7‘500 m2 Fläche mit hohen Räumen und einem speziellen Ambiente zur Verfügung. Gleichzeitig wird auch die Neugestaltung des Kammgarnhofs möglich. Wir sind uns alle einig, dass die Entwicklung des Kammgarnareals eine riesige Chance für Schaffhausen ist. Man kann das nicht genug betonen. Wir haben hier die einmalige Gelegenheit, den Schaffhauserinnen und Schaffhausern einen echten Mehrwert zu bieten. Die Kammgarn ist ein Schlüsselareal der Stadt. Die Bevölkerung hat ein Anrecht darauf, dass das Areal zugunsten des Gemeinwohls genutzt wird und dazu gehören nicht nur monetäre Aspekte. Da stehen wir auch in der Pflicht.

Das Nutzungslayout, welches der Stadtrat vorsieht, und welches sich auch auf einen öffentlichen Mitwirkungsprozess abstützt, zielt deshalb auf einen einen möglichst grossen volkswirtschaftlichen, städtebaulichen und kulturellen Mehrwert ab. Und es würde die südliche Altstadt spürbar beleben.

Das beginnt natürlich schon beim Kammgarnhof. Wo heute Parkplätze stehen, soll zukünftig ein attraktiver gestalteter, von der Altstadt her gut erschlossener Innenhof die Bevölkerung zum Verweilen einladen. Die Parkplätze werden unter den Boden verschoben. Die IWC behält ihre Parkplätze und zahlt die Hälfte der Erstellungskosten für die Tiefgarage. Eine echte win-win Situation.

Was den Westflügel betrifft, ist der Einzug von Bibliothek und Ludothek weitgehend unbestritten, das hat sich auch in den Beratungen der SPK gezeigt. Die Agnesenschütte stösst in ihren heutigen Räumlichkeiten an ihre Grenzen. Es wären neue, hohe Investitionen notwendig, um die Freihandbibliothek dort weiterbetreiben zu können, ohne dass ihr Platzproblem gelöst werden könnte. In der Kammgarn kann sie hingegen in besser geeigneten Räumlichkeiten aufgewertet werden und würde sich mit der Ludothek unter einem Dach wiederfinden. Mit ihren fast 100’000 Nutzern pro Jahr, darunter auch viele Kinder, würde sie das Kammgarngeviert sinnvoll beleben.

Im EG und 1. OG hat es dann immer noch genügend Platz für ein gastronomisches Angebot sowie Räumlichkeiten zur Vermietung.

Die Gastronomie wird auf die künftigen Nutzungen abgestimmt und soll die bestehende Kammgarnbeiz ergänzen. Die verbleibenden Flächen zur Vermietung bieten uns diverse Möglichkeiten. Von innovativen Unternehmen bis zu Interessenten aus der Zwischennutzung ist Vieles möglich. Wir verbauen uns nichts, sondern können bis zum Schluss auf neue Entwicklungen reagieren, bspw. Auch darauf, was im 3. und 4. OG geschieht. Auf diese beiden Stockwerke komme ich noch zu sprechen.

Zuerst aber zum 2. OG. Zu diesem verliefen die Diskussionen in der SPK etwas kontroverser als zum EG und 1. OG. Einige Grossstadträte wollen keine Abgabe des Stockwerkes an die Sturzenegger Stiftung resp. lehnen es ab, dass das Museum seinen Wechselausstellungssaal vom Kammgarn Nord dorthin verschieben kann. Wir haben diese Bedenken zur Kenntnis genommen. Aber ich möchte Sie darauf hinweisen, welche einmalige Chance sich auch hier bietet:

  • Zum Verkauf: Wir erhalten hier rund 6 Mio Fr. von der Sturzenegger Stiftung, nur damit sie das Stockwerk der Stadt wieder zur Verfügung stellen muss. Nicht darf, sondern muss. Das steht in ihrem Stiftungsstatut und wird auch vertraglich geregelt, zusätzlich mit Vorkaufsrecht der Stadt, falls die Stiftung das Stockwerk wieder abgeben will. Das ist ein super Deal für die Stadt. Wir erhalten 6 Mio Fr. und nutzen das Stockwerk trotzdem selber. Das zeugt auch von einer grossen Verbundenheit der Sturzenegger Stiftung mit der Stadt, von der wir seit vielen Jahren profitieren können. Es wäre grobfahrlässig, diese Gelegenheit zugunsten der Entwicklung im Kammgarnareal nicht zu nutzen.
  • Zuerst eine Präzisierung und Klarstellung zur Museumsnutzung: Es handelt sich hier nicht um eine Erweiterung der Ausstellungstätigkeit des Museums, sondern um die Aufwertung von Bestehendem in besser geeigneten Räumlichkeiten. Im Westflügel sollen künftig die Wechselausstellungen stattfinden, welche heute im Nordflügel stattfinden. Und im Nordflügel soll die Naturabteilung neu angesiedelt werden. Diese befindet sich heute im dringend sanierungsbedürftigen Dachgeschoss des Museums und ist in einem unhaltbaren, veralteten Zustand. Wir sind uns alle einig, dass die Naturabteilung so schnell als möglich saniert werden muss und dass das Dachgeschoss dafür nicht geeignet ist. Das haben wir im Rahmen der Totalsanierung des Museums vor über 10 Jahren versprochen. Hier stehen wir auch in Pflicht.

Und vergessen Sie nicht: Die Naturabteilung soll ein Publikumsmagnet, vor allem für Familien und Schulen werden. Dass das bei einer spannenden Ausstellung so ist, zeigen die Bienenausstellung oder auch gute Beispiele von Naturmuseen in anderen Städten. Das gibt auch zusätzliche Einnahmen in die Museumskasse. Die Pläne für das 2. OG bergen also eine grosse Chance, um der Bevölkerung etwas Tolles bieten zu können. Es wäre ein Jammer, wenn der Grosse Stadtrat diese Chance für die Naturabteilung des Museums nicht nutzen würde.

Und nun also zum 3. und 4. OG. Wie Sie wissen, verhandeln wir mit dem Regierungsrat über die Ansiedlung der Pädagogischen Hochschule in der Kammgarn. Vom Nutzungsmix her würde das Sinn machen. Die Studierenden könnten die Bibliothek und die gastronomischen Angebote nutzen und würden das Kammgarnareal als Campus beleben. Aber auch für die PHSH wäre das eine ideale Lösung. Die Kammgarn ist ein attraktiver Standort, erst recht nachdem wir das Areal aufwerten. Die PHSH muss ihren Studierenden etwas bieten, wenn sie sich im Wettbewerb gegen andere Standorte wie Zürich behaupten will. Ob der Regierungsrat diese Einschätzung teilt, wird sich zeigen. Aber falls nicht, haben wir eine ebenso attraktive Alternative.

Wenn wir die beiden obersten Geschosse an innovative Unternehmen vermieten, welche ein kreatives Umfeld suchen und zu den bisherigen Nutzungen im Nordflügel und den künftigen im Westflügel passen, haben wir in etwa eine 50/50 Aufteilung zwischen öffentlichen und privaten Nutzungen. Unternehmen ansiedeln, Mieteinnahmen, Arbeitsplätze generieren – das sind attraktive Aussichten. Auch die Wirtschaftsförderung ist überzeugt, dass der Kammgarn Westflügel gut geeignet wäre, um interessante Unternehmen anzusiedeln. Das Thema Innovation würde dabei nicht nur zur Kammgarn passen, sondern auch zum Standortkonzept der Wirtschaftsförderung.

PHSH oder innovative Unternehmen: Bei der Nutzung des 3. oder 4. OG können wir nur gewinnen. Für die Rahmenkreditvorlage spielt es keine Rolle, welche Nutzung sich durchsetzt. Der Ausbau bzw. die Investitionen der Stadt für den Edelrohbau sind dieselben. Der Nutzerausbau erfolgt durch die späteren Nutzer.

Die Pläne, die ich Ihnen hiermit nochmals beschrieben habe, fügen sich – davon ist der Stadtrat überzeugt – zu einem ausgewogenen Nutzungsmix zusammen, bei dem Synergien geschaffen werden und der einen echten Mehrwert für Schaffhausen bringt.

Wenn ich die Entwicklung des Kammgarnareals in 3 Punkten zusammenfassen muss, dann sind es die Folgenden:

  1. Die Entwicklung des Kammgarnareals ist eine riesige und einmalige Chance für Schaffhausen.
  2. Wir haben dieses Areal im Interesse der Schaffhauser Bevölkerung zu entwickeln und aufzuwerten, was mit dem stadträtlichen Nutzungsmix der Fall wäre.
  3. Mit dem geplanten Nutzungslayout liegt ein ausgewogener Kompromiss vor, mit welchem ein volkswirtschaftlicher, städtebaulicher und kultureller Mehrwert für Schaffhausen geschaffen wird.

Geschätzte Damen und Herren, wir sind es der Bevölkerung schuldig, dass die Entwicklung des Kammgarnareals vorantreiben. Es gilt dieses Projekt als das zu erkennen, was es ist: Von strategischer Bedeutung für Schaffhausen. Der Stadtrat hofft sehr, dass Sie diese Einschätzung teilen, die Chance packen und sich gemeinsam mit dem Stadtrat hinter dieses Projekt stellen.

In diesem Sinne bitte ich Sie im Namen des Stadtrats, dem beantragten Verpflichtungskredit zuzustimmen, damit die Rahmenkreditvorlage fertig gestellt werden kann.