"Wir sind an vielen Orten extrem dünn besetzt"

Interview der Schaffhauser Nachrichten vom 26.01.2012 zum 2. Massnahmepaket der Sysematisierten Leistungsanalyse

Worum ging es der Stadt bei der  Systematisierte Leistungsanalyse (SLA)?

Peter Neukomm: Die SLA haben wir schon 2010 angeschoben, weil wir einen Dauerauftrag haben, unseren Finanzhaushalt in Ordnung zu halten und zugleich immer zu schauen, ob wir unsere Leistungen effizient erbringen und, ob es auch die richtigen Leistungen sind. Dazu haben wir auch parlamentarische Aufträge, zum Beispiel die Motion Wullschleger, die eine Reduktion der Verwaltungskosten forderte. Daraufhin haben wir einmal unseren gesamten Leistungskatalog analysiert.

In den beiden SLA-Paketen wurden über 70 Massnahmen beschlossen. Wie lange wird es dauern bis sie umgesetzt sind?

Neukomm: Wir rechnen damit, dass wir bis 2014 die letzten Massnahmen vollziehen können. Die Umsetzung ist zum Teil aber sehr anspruchsvoll. Durch eine Kontrolle, die wir alle paar Monate durchführen, sehen wir immer, wo wir stehen.

Wie ist die Stadt vorgegangen, um Sparpotential in der eigenen Verwaltung aufzudecken?

Neukomm: Projektleiter der SLA war Werner Bianchi vom Controlling. Er und seine Mitarbeiterin verfügen über eine Ausbildung in Organisationsentwicklung. In der Planungsphase haben wir auch einen externen Berater beigezogen, der uns gezeigt hat, worauf wir achten und wie wir methodisch vorgehen müssen. Daraufhin haben wir den einzelnen Bereichen Aufträge erteilt. Dazu gehörte auch, dass sie selbst Vorschläge einbringen mussten. Die Vorschläge haben wir dann nochmals von einer Gruppe, die nicht im betreffenden Bereich arbeitet, kritisch hinterfragen lassen. Auf diese Weise kamen viele Ideen zusammen.

… auch viele Ideen zu Gebührenerhöhungen.

Neukomm: Das war ein Teil des Auftrags. Wir wollten einerseits Leistungen dahin gehend überprüfen, ob sie noch nötig sind und ob wir sie günstiger erbringen können. Auf der anderen Seite haben wir aber auch den Aspekt der Einnahmen. Wir mussten also schauen, ob wir bei den Einnahmen noch zeitgemäss sind. Dazu haben wir uns auch mit anderen Städten verglichen.

Im der zweiten SLA sind bisher Mehreinnahmen von 2,3 Millionen eingeplant. Gespart werden sollen dagegen nur rund 350 000 Franken …

Neukomm: Auf Seite der Einnahmen fallen aber vor allem die Städtischen Werke ins Gewicht, von denen wir Mehreinnahmen in der Höhe von 2,2 Millionen Franken erwarten. Dies kommt durch interne Optimierungen der Werke zustande und nicht durch Preiserhöhungen für die Kunden.

Wenn es vom Grossen Stadtrat bewilligt wird, sollen aber auch die Parkgebühren erhöht werden. Auch das brächte Mehreinnahmen von bis zu einer Million. Es läuft also schon mehr über die Einnahmenseite und die Gebühren.

Neukomm: Das hat damit zu tun, dass der Teil, den wir auf der Ausgabenseite beeinflussen können, begrenzt ist. Wenn wir zum Beispiel sagen würden, wir lassen die Busse nur noch im Halbstundentakt fahren, könnten wir sicher viel Geld einsparen. Aber das können und wollen wir nicht.

Wie ist es denn möglich, dass die Städtischen Werke, die weniger Personal haben als die Stadt, ihre Kosten offenbar viel deutlicher senken können?

Neukomm: Über 80 Prozent der Leistungen, die wir erbringen, sind durch übergeordnetes Recht festgeschrieben. Da ist unser Spielraum klein. Ausserdem sind wir an vielen Orten schon extrem dünn besetzt, auch im Vergleich mit anderen Städten. Mit noch grösseren Einsparungen müssten wir Leistungen abbauen und die Stadt würde an Attraktivität einbüssen.

Eine weitere SLA ist nicht geplant. Wie geht es weiter?

Neukomm: Wir haben aus der SLA viel gelernt. Die Führungsebene ist sensibilisiert worden im Hinblick auf die Kosten. Da wir unseren Finanzhaushalt im Gleichgewicht halten können, wollen wir vorläufig keine grösseren Einschnitte mehr machen, um nicht unsere Entwicklungsstrategie zu gefährden, die uns ja dann wieder zusätzliche Steuereinnahmen bringen soll. Wir haben mit den beschlossenen Massnahmen nun einiges erreichen können, ohne dass die Stadt merklich an Attraktivität einbüssen wird.

Interview: Jan Hudec


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