Entwicklungen frühzeitig erkennen

gehalten am 25.08.2016 im Stadttheater

Bonjour et bienvenu à Schaffhouse

Ich freue mich, Sie heute im Namen der Stadt Schaffhausen und des lokalen Organisationskomitees bei uns zum Schweizerischen Städtetag begrüssen zu können. Wir sind stolz darauf, nach 1907, 1937 und 1994 zum vierten Mal als Gastgeber dieses nationalen Anlasses amten zu dürfen.
Schön, dass Sie alle den Weg hierher an die nördliche Peripherie der Schweiz gefunden haben. Sie haben dabei sicher selber feststellen können, dass es gar nicht so weit zu uns ist, wie man das im Rest unseres Landes fälschlicherweise immer meint.

Geschätzte Damen und Herren
Alle an der Organisation beteiligten Mitarbeitenden der Stadt, insbesondere auch unsere Lernenden, die speziell eingebunden worden sind, werden heute und morgen ihr Bestes geben, damit Sie sich bei uns wohl fühlen werden. Ich hoffe, dass wir Sie mit dem heutigen Rahmenprogramm und den morgigen Exkursionen ködern können, damit Sie unsere Region bald wieder besuchen werden. Unsere Stadt hat nämlich viel zu bieten und das auf kleinem Raum, so dass Sie in den nächsten zwei Tagen kaum Transportmittel benötigen, weil alles problemlos zu Fuss bewältigt werden kann.

Liebe Gäste
Das Motto unserer Tagung lautet „Die Zukunft findet Stadt“. Dabei beschäftigen uns die künftigen Herausforderungen und Chancen für unsere Städte. Bei Themen wie Digitalisierung, Migration, Verdichtung nach innen, intelligenter Mobilität, Demografie oder Klimawandel sind wir auch auf kommunaler Ebene mit schwierigen Fragen konfrontiert. Es ist sehr anspruchsvoll geworden, das hohe Tempo der Veränderung von Gesellschaft und Wirtschaft mit sorgfältiger und nachhaltiger Stadtplanung und Stadtentwicklung in Einklang zu bringen. Umso wichtiger werden für uns politisch Verantwortliche unsere Kommunikation und der frühzeitige Einbezug der Bevölkerung. Umso wichtiger wird aber auch, dass wir entscheidende Entwicklungen frühzeitig erkennen, um nicht nur reagieren zu müssen, sondern auch agieren zu können. Ich hoffe, dass uns die interessanten Vorträge von heute Nachmittag dazu wertvolle Inputs liefern können.

Als Städte sind wir uns ja gewohnt, als Erste mit neuen Entwicklungen konfrontiert zu werden. Wir sind oftmals Versuchslabor und müssen uns immer wieder neu erfinden.
Das galt auch für die Stadt Schaffhausen. Sie musste sich nach dem dramatischen Niedergang der Industrie in den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts mit dem Verlust von tausenden von Arbeitsplätzen und Einwohnern, neu orientieren.
Die Transformation von einer Industriehochburg zu einem breiter diversifizierten Standort mit zahlreichen internationalen Headquarters war erfolgreich. Die historischen Zeugen der alten Aera sind im Stadtbild immer noch präsent. Sie wurden und werden neuen Nutzungen zugeführt. In einem dieser umgenutzten Zeitzeugen werden Sie heute Abend das Gala Diner geniessen können.

Schaffhausen hat den Turnaround in den letzten 10 Jahren also geschafft und ist heute wieder sehr gut positioniert. Dank der hohen Lebensqualität, einem attraktiven öV, einem hochstehenden Kultur-, Sport- und Freizeitangebot, den noch zahlbaren Liegenschaften- und Bodenpreisen sowie der Nähe zu den grossen Wirtschaftsräumen Zürich und Stuttgart sind wir für Investoren interessant und freuen uns auch über ein moderates Bevölkerungswachstum.
Bereits sind wir aber wieder mit neuen, anspruchsvollen Herausforderungen konfrontiert:
Einerseits stammt mehr als die Hälfte unseres Unternehmenssteueraufkommens von steuerprivilegierten internationalen Statusgesellschaften, deren Steuerprivilegien nun wegfallen. Es besteht die Hoffnung, dass mit der Unternehmenssteuerreform III und einer Senkung der kantonalen Gewinnsteuern diese Unternehmen, die auch viele Arbeitsplätze bieten, hier gehalten werden können.
Angespannt und besorgt blicken wir auf die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative, denn für die Unternehmen in Schaffhausen ist die Möglichkeit, Fachkräfte im süddeutschen Raum zu rekrutieren, entscheidend. Ohne Grenzgänger würde bei uns nicht mehr viel funktionieren, weder das Gesundheitswesen noch die Gastronomie.
Als dritte grosse Herausforderung erweist sich die Frankenstärke und der Einkaufstourismus über die sehr nahe Grenze. Das ist vor allem für unseren Detailhandel ein existenzielles Problem.
Auch wir brauchen also immer wieder neue, intelligente Lösungsansätze, um unsere Stadt als Wohn- und Wirtschaftsstandort attraktiv zu erhalten.

Sehr geehrte Damen und Herren
Zum Schluss ist es an mir, zu danken:
Dem Städteverband und Ihnen allen danke ich ganz herzlich für das uns entgegengebrachte Vertrauen, das Sie uns mit der Möglichkeit zur Austragung des Städtetags entgegengebracht haben.

Ein grosser Dank geht an Thomas Feurer, meinen Vorgänger im Stadtpräsidium. Seine Initiative hat im Wesentlichen dazu beigetragen, dass dieser Anlass heute hier in Schaffhausen stattfinden kann.

Danken möchte ich aber auch der Leitung des Städteverbands, die uns bei der Organisation super unterstützt hat.

Und natürlich bedanke ich mich auch ganz herzlich bei unseren engagierten Mitarbeitenden im lokalen OK. Sie haben mit viel Herzblut einen tollen Effort geleistet, um unter Beweis zu stellen, dass man auch im nördlichsten Kantonshauptort der Schweiz in der Lage ist, einen solchen Event erfolgreich durchzuführen.

Jetzt wünsche ich Ihnen eine interessante Tagung, einen spannenden Erfahrungsaustausch, viele kollegiale Kontakte und einen angenehmen Aufenthalt in unserer Stadt.


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