Warum Schaffhausen als Wohn- und Wirtschaftsstandort attraktiv ist

Begrüssung der Pensionierten der kantonalen Pensionskasse am 11.05.2012 im Restaurant Stauffacher

Sehr geehrter Herr Präsident, geschätzte Damen und Herren,
liebe Pensionierte der kantonalen Pensionskasse

Zuerst möchte ich mich für die freundliche Einladung, die mich sehr gefreut hat, bedanken. Natürlich finde ich es toll, dass Sie für Ihren traditionellen Ausflug unser Stadt gewählt haben und ich Sie hier im Namen des Stadtrats ganz herzlich begrüssen darf.
Ich hoffe, dass Sie Ihre Wahl nicht bereut haben. Das Wetter ist prächtig und ich bin sicher, dass Sie unterwegs einige interessante Einblicke in unser Stadtgebiet erhalten haben.
Weil unter Ihnen ja einige sind, die nicht in Schaffhausen wohnen, erlaube ich mir, ein paar Worte zu unserer Stadt zu verlieren sowie zu den aktuellen Herausforderungen, die sich uns stellen.
Wir befinden uns hier in Buchthalen, eingemeindet auf den 01.01.1947. Es handelt sich um das bevölkerungsmässig drittgrösste Quartier unserer Stadt, in dem auch ich mit meiner Familie seit über 10 Jahren wohne. Auch, wenn ich mich im Herzen auch noch als Klettgauer fühle, bin ich hier heimisch und möchte nicht mehr von hier weg.
Die Stadt besteht aus 10 Quartieren, in denen sehr aktive Quartiervereine das Leben mitprägen und mit denen sich der SR zweimal jährlich zum Austausch trifft:

Die 10 Quartiere                                   Einwohnerzahl

  • Breite-Hohlenbaum                            8542
  • Hochstrasse-Geissberg                     7239
  • Buchthalen                                        5444              
  • Herblingen                                         5025
  • Niklausen                                           3833
  • Altstadt                                              2183
  • Emmersberg-Gruben                        1679
  • Dorfverein Hemmental                        576
  • Fischerhäusern-Unterstadt                 509
  • Sommerwies                                       216

Insgesamt beträgt die Einwohnerzahl der Stadt per Ende 2011 35'248. Damit sind wir die 14. grösste Stadt der Schweiz, immer noch vor anderen Kantonshauptstädten wie Chur, Neuenburg oder Fribourg.

Was macht wesentlichsten Standortvorteil unserer Kantonshauptstadt aus?
Das fragen wir regelmässig unsere neuen Einwohnerinnen und Einwohner an den Neuzuzügerfeiern. Dann wird eigentlich immer schnell klar, dass es die einmalige Verbindung einer wunderbaren Natur mit einer attraktiven Urbanität ist, die den Ausschlag gibt. In unseren Quartieren wohnt man eigentlich noch auf dem Land und ist doch mitten in einer Stadt, mit einem tollen Leistungs- und Infrastrukturangebot, das man auch ohne Auto nutzen kann.
Ich möchte das noch konkretisieren: In Schaffhausen findet man neben einer einmalig schönen historische Altstadt auch sehr viel Grünraum in den Quartieren, viel Wald und intakte Naturlandschaften am Rhein oder auf dem Randen. Wir verfügen nicht nur über die grössten Waldungen aller Gemeinden. Seit dem Anschluss von Hemmental im Jahr 2009 gehört auch fast der halbe Randen zur Stadt. Damit liegt der höchste Punkt unserer Gemeinde auf rund 900 Meter über Meer. Da können nicht viele andere Kantonshauptstädte mithalten… Ein grosser Teil unseres Stadtgebiets wird übrigens im Perimeter des regionalen Naturparks liegen, der zur Zeit in Gründung steht.

Auf der anderen Seite profitieren nicht nur unsere Einwohner, sondern auch die Gemeinden der ganzen Region - übrigens auch diejenigen auf dem Gebiet des Kantons Zürich und Thurgau sowie in der deutschen Nachbarschaft - von einem städtischen Leistungs- und Infrastrukturangebot, das sich sehen lassen kann und auf das wir stolz sind. Erwähnung finden muss hier das attraktive Bildungs-, Betreuungs-, Freizeit-, Kultur- und Sportangebot sowie ein Busbetrieb, der die meisten Quartiere im 10 Minuten-Takt erschliesst. Die gute Verkehrserschliessung, die ab Dezember 2012 zusätzlich mit dem lang erwarteten Halbstundentakt nach Zürich im Schnellzugsverkehr nochmals verbessert wird, gehört also zu den Stärken unserer Stadt - auch als Wirtschaftsstandort.

Weil viele Menschen diese Vorteile schätzen und weil im Vergleich zum Kanton Zürich die Miet- und Immobilienpreisen hier noch sehr tief sind, ist Schaffhausen auch wieder als Wohnort begehrt. Nachdem wir in der Blüte der Industrie einmal über 37'000 Einwohnern hatten, fiel diese Zahl bis ins Jahr 2007 auf unter 34'000. Seit zwei Jahren ist eine erfreuliche Trendwende sichtbar. Verschiedene Ansiedlungen, auch von internationalen Unternehmen, brachten neue Arbeitsplätze, vor allem im Dienstleistungsbereich und damit auch neue Einwohnerinnen und Einwohner. Leider können wir aber die aktuelle Nachfrage nach attraktivem Wohnraum auf Stadtgebiet nicht genügend befriedigen. Der Stadtrat hat deshalb in dieser Legislatur das Projekt Wohnraumentwicklung aufgegleist, welche über die Nutzung vorhandener Potenziale mithelfen soll, das Angebot zu verbessern. Es wird unter dem Label "Zukunft Stadtleben" segeln und am Samstag, 14.00 Uhr, eröffnet dazu eine Ausstellung im Konventhaus am Platz in der Altstadt, wo anschaulich dargestellt wird, was diese Entwicklungsstrategie alles beinhaltet. Das Wachstum soll moderat und qualitativ hochwertig sein, was wir auf unserem Land, welches auf den Markt gebracht wird, durch Qualitätswettbewerbe sicherstellen wollen.

Wir müssen wachsen, auch um unser Steuersubstrat zu verbessern. Nur so können wir unser hochstehendes Angebot für unsere Bevölkerung und natürlich auch eine faire Bezahlung unseres Personals, das diese Leistungen tagtäglich erbringt, künftig sicherstellen. Dazu gehört übrigens auch eine qualitativ hochwertige ambulante und stationäre Altersbetreuung, in die wir sehr viel Geld investieren.
Wir sind auch auf eine spürbare Verbesserung unseres Steuersubstrats angewiesen, weil die städt. Steuerpflichtigen in den vergangenen Jahren durch kant. Steuergesetzrevisionen, Steuerfusssenkungen und den Ausgleich der kalten Progression um rund 30 Mio. Franken entlastet worden sind. Das ist nicht spurlos an uns vorbeigegangen, zumal sich auch die Finanz- und Wirtschaftskrise bei den Steuereinnahmen noch negativ auswirkt.
Die nächsten zwei Jahre werden finanziell noch einmal sehr anspruchsvoll, weil wir trotz eines kleinen finanziellen Spielraums - zusammen mit dem Kanton - kräftig in unsere Standortattraktivität investieren wollen. Stichworte hier sind Aggloprogramm, Rheinuferattraktivierung, Neubau Schulhaus Breite, Verbesserung der Sport- und Kongressinfrastruktur, Sanierung der AH Wiesli und Kirchhofplatz mit Weiterentwicklung zu QDZ, Sanierung Stadthausgeviert etc.

Ich bin zuversichtlich, dass wir die mit unserer Entwicklungsstrategie avisierte Zielsetzung erreichen werden. Dafür spricht auch die Tatsache, dass viele private Wohnbauprojekte in der Pipeline sind und auch nationale und internationale Investoren SH wieder entdeckt haben - ich erinnere an die Überbauung des Bleiche Areals.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu Ihrem Verband: Ich gratuliere Ihnen, dass Sie sich über Ihre Mitgliedschaft und Ihr Mitmachen im Verband gelebte Solidarität an den Tag legen und dafür sorgen, dass Sie gegenüber der Pensionskasse und den angeschlossenen Arbeitgebern mit einer geeinten Stimme auftreten können. Das ist wichtig, weil sie Ihren Interessen damit besser Gehör verschaffen und weil die Pensionskasse und Ihre ehemaligen Arbeitgeber damit auch Verlässlichkeit erhalten.

Ich stehe ja seit längerem in regelmässigem Kontakt zu Vertretern Ihres Verbandsvorstandes. Ich kann Ihnen versichern, dass sie sich sehr kompetent und engagiert für Ihre Anliegen einsetzen. Diesen Austausch schätze ich sehr. Als Sozialdemokrat und langjähriger Gewerkschafter, aber auch als Personalreferent der Stadt nehme ich nicht nur die Anliegen des aktiven Personals, sondern auch diejenigen der ehemaligen Mitarbeitenden ernst und lasse sie auch gerne in den massgeblichen Gremien einfliessen.
Natürlich bin ich als Finanzreferent auch noch für das finanzielle Wohlergehen unserer Stadt politisch mitverantwortlich und stehe aufgrund meiner Funktion als Exekutivmitglied nun auf der Arbeitgeberseite. Dabei ist es für mich natürlich nicht immer ganz einfach, vor allem wenn man von den Mitarbeitenden aus finanziellen Gründen Opfer abverlangen muss, wie letztes Jahr mit der Nullrunde beim Lohn.

Trotzdem habe ich in den letzten 3,5 Jahren grosse Freude am Regieren bekommen, auch wenn der Spagat mit meinem zweiten Job als Staatsanwalt mit einem 30% Pensum sich als sehr anspruchsvoll erweist. Aufgrund der neuen Pensenregelung für den Stadtrat, welche mit der revidierten Stadtverfassung ab 2013 gilt, würde ich im Falle einer Wiederwahl Ende August meinen zweiten Job in der Schaffhauser Strafverfolgung, den ich über 20 Jahre mit Leidenschaft versehen habe, aufgeben, um mich voll auf meine politische Aufgabe konzentrieren zu können. An der Spitze einer so tollen Stadt wie Schaffhausen stehen zu dürfen, ist - bei allen Widrigkeiten, die auch damit verbunden sind - nämlich ein echtes Privileg.


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